Lokalführer – Heuriger

Der gschupfte Ferdl Gastgarten (c) STADTBEKANNT
Der gschupfte Ferdl Gastgarten (c) STADTBEKANNT

Zum Gschupftn Ferdl

6. Juni 2014 • Heuriger, Wienerisch1 Kommentar zu Zum Gschupftn Ferdl

Eine Heimat für Nerds und Jausenfreunde

“Heite ziagt da gschupfte Ferdl frische Sockn an, grün und gölb gestreift, das ist so elegant” sang Gerhard Bronner in seinem Lied “Der g’schupfte Ferdl” damals. Was wir so über den Gschupften Ferdl denken, singen wir euch in den nächsten Zeilen.

 

Thank you so much for playing my game!

Beim Anblick der Fassade des Heurigen 2.0, wie die Betreiber ihr Jüngstgeborenes gerne nennen, denkt man eher an seine erste Spielkonsole aus den Endachtzigern. “Zum Gschupftn Ferdl” reitet in großen Pixeln über dem Eingangsbereich. Außerdem auf der Fassade: Ein Schinken, ein Wappen, eine Wurst, der Pacman, ein Blatt und eine Flasche Wein. Alles Pixel versteht sich. Nun gut, genug gepixelt, wir treten ein.

Foto: STADTBEKANNT Voggenberger

Foto: STADTBEKANNT Voggenberger

Welcome! Welcome, new galaxy!!!

Und da geht’s auch schon frohen Mutes weiter mit den Kindheitserinnerungen in Arcadia. Ein großes Ferdl thront über der Bar und erinnert uns an das Schloss von Castle Vania. Die Bar selbst: Ein Pixel. Die Vitrine hat irgendwie an die alte Käserei, die leider Ende der 80er Jahre geschlossen hat, erinnert. Neben der Bar eine –nona, uralte Silver City Jukebox. Der Rest ist wissentlich schlicht gewählt und bedeutet im Falle des Ferdls: Bierbänke auf uraltem Boden plus uralter Heurigenlaterne an der Decke. Soviel Vintage macht dann aber auch hungrig und wir werden vom freundlichen Chef (?) nach hinten gebeten. “Is gscheida bei der Hitz”, meinte er. Meinen wir auch und folgen ihm.

Foto: STADTBEKANNT Voggenberger

Foto: STADTBEKANNT Voggenberger

Plug off to bitter reality

Draußen dann, im Raimundhof, ein sehr netter und gar nicht verpixelter Gastgarten. Wobei, wenn man einen Blick auf das Kopfsteinpflaster wirft, dann hat man sie wieder, die Pixel. Wir nehmen Platz und nehmen die Karten zur Hand. Einen Kommentar über deren Layout sparen wir uns jetzt. Aber ja, man fand sie auch da wieder.

 

So long, eh Bowser?

Nachdem wir die Speisekarten durchforstet haben –und glaubt mir, noch nie haben wir unsere Karten so lange durchgeblättert, entscheiden wir uns einmal für den Schinkenspeck Pikierte Kuh um zirka 6 Euro und einmal für den Verschwender. Der Schinkenspeck wird mit Zwiebeln und Kren serviert. Der Verschwender verspricht uns für zirka 11 Euro das: Speck, Blunzen, Hauswürstel, Hilkater Räßkäse, Liptauer, Essiggurkerl, Ei, Pfefferoni, Senf, Kren und zwei Scheiben Brot. Die Einzelteile meiner Jause meinem Freund aufgezählt, stehen unsere Speisen auch schon am Tisch. Der Schinkenspeck mir gegenüber sieht köstlich aus, genau wie meine Jause – serviert auf einem, kein Scherz, Pixel-Brett.

Foto: STADTBEKANNT Voggenberger

Foto: STADTBEKANNT Voggenberger

Ebenfalls hier hat mein Auge bereits beim bloßen Anblick dieser bunten Platte zu speisen begonnen. Wir beginnen also zu schweigen und starten zu schlemmen. 15 Minuten später sind Teller und Brett’l leer und wir voll. Wir zahlen, sind froh und denken: Mario, your princess is exactly in THIS castle.

 

STADTBEKANNT meint

Wir haben uns gefühlt wie in den Spielhallen unserer Jugend, wir haben es geliebt. Das Personal war super, das Interieur ein Traum und unsere Gaumen jubeln immer noch. Wir kommen bestimmt wieder. Gleich morgen. Nein, heute noch!

Zum Gschupftn Ferdl

Windmühlgasse 20
1060 Wien
https://www.facebook.com/ZumGschupftnFerdl

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Eine Antwort auf Zum Gschupftn Ferdl – Verstecken

  1. Kiki sagt:

    Sehr schade um so ein hübsches Lokal!
    Essen gut (wenn auch die Portionen ein wenig größer sein könnten), Getränke stimmen, aber das Service ist die reinste Frechheit. Man wird, nachdem man eine Stunde lang an einem Tisch sitzt und konsumiert, von einer „Tischzuweiserin“, die mit neuen Gästen antanzt, weggeekelt, indem sie einfach ein „reserviert“-Pickerl auf den Tisch klebt und die neuen Leute hinsetzt. Nachdem wir die „netten“ Dame fragten, was das denn sollte (da ein gemütliches Beisammensitzen aufgrund des Gedränges auf der Bank nun unmöglich war) grinst sie und spricht: „Der Tisch ist reserviert. Das Pickerl muss wohl jemand vorhin entfernt haben…“
    Wir bezahlen und werden nie wieder kommen.
    Mitterweile haben wir festgestellt, dass wir nicht die ersten waren, denen so etwas dort passiert ist…

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