Kultur

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Wolfgang – Lorenz Gedenkpreis

12. Mai 2010 • Kultur

Speziell bei älteren Semestern ist es ja eine beliebte Unart mit dem Aufkommen neuer digitaler Medien wahlweise den Untergang des Abenlandes, den Verfall der Sitten und Werte, oder die Verblödung der jungen Generation zu assoziieren. Häufig wird dann mit blankem Ressentiment gegen neue Medien gehetzt. Ohne sich mit deren Inhalten, der Verwendung selbiger, oder ihren positiven sowie negativen Implikationen auseinanderzusetzen, geschweige denn diese Medien zu verstehen und sich ihrer bedienen zu können.

ORF Programmdirektor Wolfgang Lorenz beklagte 2008 den Kulturverfall durch das „Scheiß Internet“ in das sich die „Jugend verkrieche“. Daws das Fernsehen selbst Ziel heftiger Attacken zahlreicher Kulturpessismisten war und bis heute ist, hinderte ihn nicht daran gegen das Internet in einer Art und Weise zu schimpfen, die er sich beim Fernsehen wohl niemals gefallen hätte lassen.

Durch seine Aussagen veranlasste er die Künstlergruppe „monochrom“ zur Erfindung des „Wolfgang Lorenz Gedenkpreises für internetfreie Minuten“. Der erste Preisträger 2008 war dieser dann auch gleich selbst. Auch heuer wurde der Preis wieder im Rahmen einer feierlichen Gala, am 14. November im Figurentheater Lilarum verliehen. Eine hochkarätige Jury bestehend aus, Jana Herwig – Medienwissenschaftlerin, Manfred Bruckner – Wissensmanager, Ingrid Brodnig – Journalistin/Falter und Thomas Thurner – Quartier für digitale Kultur, hatte die Qual der Wahl wer den Preis erhalten solle.

Zur Auswahl standen unter anderem der Chefredakteur des Falters Armin Thurnher in der Kategorie beleidigter Leitartikler, Wolfgang Schüssel für sein Lebenswerk, die ORF ON Redaktion, oder die Wiener Grünen. Schlussendlich gewannen die Wiener Grünen, die durch ihren Umgang mit den Online-Vorwahlen für die Jury ihr umfassendes nicht Verstehen neuer Medien bewiesen. Immerhin erschien Christoph Chorherr von den Wiener Grünen persönlich und holte sich den undankbaren Preis ab.

Nachdem zu erwarten ist, dass die Debatte über die neuen Medien auch in den kommenden Jahren weiter gehen wird, dürfen wir wohl auch in Zukunft mit weiteren Wolfgang – Lorenz Gedenpreisträgern rechnen.

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