Lifestyle – Skurriles

Erzherzog Karl Reiterdenkmal Heldenplatz Wien (c) STADTBEKANNT
Erzherzog Karl Reiterdenkmal Heldenplatz Wien (c) STADTBEKANNT

Wo geht’s hier zur nächsten Demo?

9. Februar 2015 • Skurriles

Survival Guide für Radikale

Ein Leitfaden für vom Februar gelangweilte Studenten, die sich auch in der vorlesungs- und demonstrationsfreien Zeit sinnvoll betätigen wollen.

Der Februar ist ein harter Monat für alle Wiener: es ist saukalt, jede U-Bahnfahrt kann mit einer saftigen Grippeerkrankung bestraft werden und Sonnenstunden können an einer Hand abgezählt werden. Besonders schwer ist diese Zeit aber für linksgerichtete Studenten: nicht nur, dass die Uni geschlossen hat und man damit sowieso nicht weiß, wohin mit all der Zeit, scheinen sich auch die in letzter Zeit fast täglich am Programm stehenden Demos eine Auszeit zu nehmen.

Trösten kann man sich nur durch Erinnerungen an die Heldentaten vergangener Tage: gegen die Pegida hat man seinen Mann gestanden und den Sprecher des inoffiziellen FPÖ Fanclubs aus dem Amt vertrieben. Gegen den Akademikerball wurde mehr oder weniger erfolgreich protestiert. Und auch in Wiener Kaffeehäusern wird endlich wieder gleichgeschlechtlich herumgeschmust was das Zeug hält. Damit es jetzt, wo auf der Straße alles gesagt wurde, nicht zu langweilig wird, haben wir ein paar Tipps zum sinnvollen Zeitvertreib für euch gesammelt:

 

Beim Plachutta anstellen lassen und dessen Zuckervorräte aufessen

Etwas aufwendig, aber eine Demo ist quasi garantiert. Um nicht als Trittbrettfahrer oder langweiliger Wiederholungstäter unter den linken Kollegen dazustehen, kann statt dem Zuckerpackerl auch eine ganze Tafelspitzsuppe vor den Augen des Chefs auf ex geleert werden.

 

Drei Tage hintereinander ins Flex gehen und so viel trinken wie möglich

Ob das Flex nun pleite ist oder nicht, darüber scheiden sich die Geister. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass die Institution des abgesandelten Wiener Nachtlebens aufrecht erhalten wird, geht hier ein paar Tage Komasaufen. Bonuspunkt: die Türsteher des Clubs sind immer für einen Skandal gut und tragen meist Kurzhaarschnitt.

 

Wutpostings auf Facebook publizieren

Kampfreden schwingen gegen die rechten Schweine und jeden, der sich die Dreadlocks nicht mit Biohanf einreibt. Hat den Vorteil, dass man bei der Saukälte nicht mal die Wohnung verlassen muss. Wem keine einheimischen Themen einfallen, über die man sich ereifern kann, findet in anderen Ländern Material.

 

Einen Frühstücksblog starten

Ist jetzt kein direkter politischer Auftrag, aber auch der fleißigste Demonstrant muss sich einmal eine Auszeit nehmen vom Schilder herumtragen. Da es in Wien immer noch weniger Frühstücksblogs als Frühstückslokale gibt ist hier noch eine Menge Potential vorhanden.

 

Vegane Kochbücher einkaufen

Wer sich die Jagd nach den Geschmacksstoffen im Tofu etwas leichter machen möchte, findet im Buchgeschäft seines Vertrauens eine Vielzahl an Leitfäden zur veganen Ernährung. Im tragischen (Rück)fall der fleischlichen Wiederbetätigung können die Bücher auch übereinander geschichtet als Ablagefläche oder gar Esstisch verwendet werden.

 

Selbst eine Demo organisieren

Als letzten Ausweg gegen die Entzugserscheinungen hilft nur noch selbst den Laptop aufzumachen, ein Facebookevent zu einem heißen Thema zu erstellen und zu hoffen, dass es den Weg zu Gleichgesinnten findet.

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