Wien – Ganz Wien aufgelistet

Der gschupfte Ferdl Gastgarten (c) STADTBEKANNT
Der gschupfte Ferdl Gastgarten (c) STADTBEKANNT

Wiens schönste Stadtheurige

29. Juni 2013 • Ganz Wien aufgelistet, Gut zu wissen, Heuriger, Kulinarik

Gutes liegt manchmal so nah

Wenn man an Wien denkt, dann denkt man an Dinge wie das Riesenrad, Fiakerkutschen, Schönbrunn und eben auch an die Heurigen. An einem heißen Sommertag, beziehungsweise einem lauen Sommerabend ist der Gedanke, einen Abstecher in die schattigen Gastgärten der typischen Wiener Weinstuben mit der deftigen Hausmannskost verlockend, aber: Die Anreise schreckt viele ab.

Denn zugegebenermaßen, die schönsten Heurigen befinden sich an den Stadtgrenzen im 19. und vereinzelt auch noch im 21. Bezirk. Bis man aber dahin kommt, vor allem öffentlich, ist der halbe Tag oder Abend eigentlich schon vorbei. Vom Nachhause-Kommen ganz zu schweigen.

Wer dennoch Lust auf Heurigen hat, aber nicht quer durch die Stadt reisen möchte, dem kann geholfen werden: In Wien gibt es nämlich auch einige, mehr oder weniger gut versteckte Stadt-Heurigen.

 

Weinstube Josefstadt

Der 8. Bezirk ist vielleicht flächenmäßig Wiens kleinster Bezirk, dennoch findet sich hier Platz für einen pittoresken Stadtheurigen. Ihr habt die Weinstube trotz ihrer Lage beim Theater in der Josefstadt bei euren Stadtrundgängen noch nicht entdeckt? Kein Wunder, denn der Heurige ist leicht zu übersehen. Eine kleine Laterne, die an einer Hauswand in der Piaristengasse angebracht ist, ist der einzige Hinweis, dass sich hinter dem unscheinbaren Eingang die Weinstube Josefstadt verbirgt. Das Lokal an sich ist eher klein, der eigentlich Grund warum man in die Weinstube kommt ist aber sowieso der Schanigarten im Innenhof, hier rankt sich der Efeu meterhoch die Hausfassaden entlang, es ist schön schattig und kühl, im hinteren Teil gibt es noch eines der mittlerweile selten gewordenen Salettl, ansonsten: Heurigentische- und bänke und gute Hausmannskost. Wenn einen draußen nicht wieder das emsige Stadtleben erwarten würde könnte man genauso gut in einem Buschenschank in Niederösterreich sitzen. Das Flackern des Lichts gegen 21:30 Uhr ist allerdings keine Stromschwankung sondern das geräuscharme Zeichen der nahenden Sperrstunde – früh kommen zahlt sich also auch aus, auch weil es ab 18 Uhr schon mal schwer werden kann einen Tisch zu bekommen.

Weinstube Josefstadt
Piaristengasse 27
1080 Wien

 

Zwölf-Apostelkeller

Gut, den schönen schattigen Gastgarten wie in Grinzing hat man im Zwölf-Apostelkeller im 1. Bezirk leider nicht, das impliziert ja bereits der Lokalname. Aber in den kühlen Kellergewölben lässt es sich wunderbar einkehren, wenn draußen die Sonne doch zu unbarmherzig scheinen sollte und man Abkühlung wünscht, oder wenn das Wetter dann doch nicht hält. Hier bekommt man neben ausgesuchten, erlesenen Weinen eine Vielfalt an original Wiener Küche, wie etwa herzhaften Kümmelbraten mit Speckkrautsalat oder Surbraten mit Serviettenknödel. Klarerweise stehen auch Heuriger-Klassiker wie Liptauer-Aufstrich, diverse belegte Brote, und Wurst- und Käsespezialitäten auf dem Speisezettel. Um das Heurigerfeeling noch zu verstärken spielen hier täglich ab 19:00 Uhr Heurigenmusiker ihre wunderbaren Wienerliedern.

Zwölf-Apostelkeller
Sonnenfelsgasse 3
1010 Wien


Zum Binder

Etwas weiter draußen liegt der Heuriger „Zum Binder“ – Die etwas längere Anfahrtszeit wird aber mehr als gerechtfertigt durch die fantastische Aussicht, die man von dort hat. Im 16. Bezirk gelegen, kann man wie bei der Villa Aurora das ganze Wiener Becken überblicken, gerade wenn es dunkel wird ist das Lichtermeer eine Augenweide. Was angenehm ist: Wenn es abends doch etwas kühler werden sollte oder ein unerwarteter Regenguss den Sommerabend unterbricht, muss man deswegen nicht wieder nach Hause fahren, man kann hier nämlich problemlos auf die wind- und regengeschützte Terasse ausweichen.

Aber nicht nur die Aussicht lockt Besucher „Zum Binder“, nein auch das Essen ist hier überdurchschnittlich gut. Neben klassischen Heurigenspeisen wie dem obligatorischen Liptauer (der in Wien übrigens seinesgleichen sucht) wird hier auch multinationale Küche wie beispielsweise Algensalat mit Sesam angeboten. Was etwas befremdlich klingt, gelingt beim „Binder“ allerdings sehr gut, die Cross-Over Cuisine überzeugt auf ganzer Linie. Sehr gute Weinauswahl!

Zum Binder
Johann-Staud-Straße 53
1160 Wien

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »