Wien – Wienerisch

Wienerisch - Kieberer Hawara (c) STADTBEKANNT
Wienerisch - Kieberer Hawara (c) STADTBEKANNT

Wienerisch im Alltag – Saufen

14. November 2017 • Wienerisch

Dialog beim Wirten

Glaubt man Hans Moser, dann müssen viele Wiener in ihrem alten Leben eine Reblaus g’wesen sein, so gern haben sie den Wein. Und das Bier. Und den Schnaps.

Es gibt kaum einen Ort – außer vielleicht das Kaffeehaus – der die Wiener Seele so gut wiederspiegelt wie das Beisl. Hier entspannt man, plaudert mit alten Freunden, sudert über die schier unerträgliche Mühseligkeit des Seins und stillt seinen Durst. Dass es den Wiener dabei des Öfteren nach etwas anderem als Orangensaft, Cola oder Hagebuttentee dürstet, liegt irgendwie auf der Hand.

Problematisch wird’s meist dann, wenn sich die Frage stellt: Wie kommt man wieder heim nach der Sauferei? Der Schorsch und der Karli haben ihre ganz eigenen Überlegungen zu dem Thema – wir haben sie übersetzt, damit auch weniger Wienerisch-Versierte verstehen, warum der Kieberer von der Verkehrskontrolle für die meisten Tschecheranten ka Hawara is.

 

Wienerisch

Schorsch: „Na, wie hammas?”
Karli: „Bei mir ist ois leiwand.”
Schorsch: „Gemma no auf a Fluchtacherl?”
Karli: „Gern, mei Oide kann eh net sudern, wäu die is söwa no net z’haus. Und in’d Hackn muaß i morgen a net.”
Schorsch: „I muaß nur aufpassen, dass mi die Kieberei nochand net dawischt. I hob vorher schon a por Stamperln ghobt.”
Karli: „Haaz da afoch a Tschick on, dann riachen’s net wie fett du bist!”
Schorsch: „Najo… Do in dem Grätzl san’s hoit oft soiche I-Tüpferl-Reiter, die am scho noch an Seidl an Deckl zupfen.”
Karli: „Na servas! Najoo, wia sogt ma so schee: A Kieberer is ka Hawara.”

 

Übersetzung

Georg: „Na, wie gehts dir?”
Karl: „Alles gut bei mir.”
Georg: „Gehen wir noch auf ein letztes Glas Wein?”
Karl: „Gerne, meine Frau darf sich eh nicht beschweren, weil sie ist selbst noch nicht zu Hause. Und in die Arbeit muss ich morgen auch nicht.”
Georg: „Ich muss nur aufpassen, dass die Polizei mich nachher nicht aufhält. Ich hatte vorher schon ein paar Schnäpse.”
Karl: „Rauch einfach noch eine Zigarette, dann riechen sie nicht, wie betrunken du bist.”
Georg: „Naja… Hier in dem Viertel sind die halt oft sehr pingelig und nehmen einem schon nach einem kleinen Bier den Führerschein ab.”
Karl: „Arg! Naja, wie sagt man so schön: Ein Polizist ist kein Freund.”

 

Praktischer Guide

Schimpfen kann man lernen. Wer in Wien wohnt, muss das sogar gewissermaßen tun, um den Alltag unter lauter Deppaten zu bewältigen. Aus diesem Grunde entstand dieser Guide, der einem jenes Wissen vermittelt, das man zum Überleben einfach braucht. Ob universelle Schimpfwörter, kulinarische Schmähungen oder richtig derbe Flüche – all das ist in dem STADTBEKANNT-Guide Schimpfen wie ein echter Wiener enthalten und wartet nur darauf, entdeckt zu werden.

Cover Schimpfen wie ein echter Wiener

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