Wien – Wienerisch

Wienerisch - Bagage (c) STADTBEKANNT
Wienerisch - Bagage (c) STADTBEKANNT

Wienerisch: Bagage

29. April 2016 • Wienerisch

Für Besserwisser: Schimpfen auf die Familie

Der Wiener nennt seine eigene Familie bzw. Verwandte, mit denen er sich schlecht versteht, gerne Bagage.
Sagt also jemand: „Naa, de ganze Bagage lad’ ma net ein”, so ist anzunehmen, dass betreffende Person nicht allzu erfreut ist von der Vorstellung, die lästige, lärmende und möglicherweise streitende Großfamilie in ihrer Gesamtheit bei sich daheim bewirten zu müssen.

Ebenfalls, wenn auch seltener, wird für die Familie das Wort Packlrass (von Packl = „Bündel”, packln bzw. si auf a Packl haun = als Gruppe kriminelle Ziele verfolgen, paktieren) verwendet. Es ist bedeutungsverwandt mit Lumpenpack, Gsindl und Bagage, impliziert jedoch Blutsverwandtschaft.

Ein gutes Beispiel für die Verwendung dieses Wortes findet sich in Kurt Sowinetz’ Version von Beethovens „Ode an die Freude”, auch als Europahymne bekannt:
„Olle Menschn san ma zwider,
I mecht’s in de Goschn haun.
Mir san olle Menschn zwider,
in de Goschn mecht i’s haun.
Voda, Muada, Schwesta, Bruada,
und de ganze Packlrass.
Olle Menschn san ma zwider,
wann i Leit siach, geh i haß.”

(Kurt Sowinetz: „Alle Menschen san ma zwider”, 1972)

 

Praktischer Guide

Schimpfen kann man lernen. Wer in Wien wohnt, muss das sogar gewissermaßen tun, um den Alltag unter lauter Deppaten zu bewältigen. Aus diesem Grunde entstand dieser Guide, der einem jenes Wissen vermittelt, das man zum Überleben einfach braucht. Ob universelle Schimpfwörter, kulinarische Schmähungen oder richtig derbe Flüche – all das ist in dem STADTBEKANNT-Guide Schimpfen wie ein echter Wiener enthalten und wartet nur darauf, entdeckt zu werden.

 

Cover Schimpfen wie ein echter Wiener

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »