Wien – Ganz Wien aufgelistet

Würstel Leo

Wiener Würstelstände

26. Juni 2013 • Ganz Wien aufgelistet, Gut zu wissen, Kulinarik

Wie viele Semmeln werden an Wiener Würstelständen jährlich verzehrt?

Das ist nicht relevant, traditionell isst man ohnehin Brot zum Würschtl. Und selbst das sieht man oft doppelt: Der Würstlstand ist einerseits zum Stillen des schnellen Zwischendurchhungers gut, vor allem aber die letzte deftige Stärkung nach dem Ausgehen, verbunden mit dem Stoßgebet zu allen Rauschheiligen: Bitte lass mich morgen Früh wieder klar sein!

Natürlich hat der Würstelstand seine eigene Sprache:

Haaße oder Burnheidl – Königsklasse am Würstelstand: gekochte Burenwurst oder Klobasse.

Eitrige – keine Krankheit, sondern eine Spezialität: die Käsekrainer. Rinnt der Käse aus der Wurst, erinnert das an tropfenden Eiter. Vorsicht beim ersten Biss, Tipp: Anschneiden!

Debrezina – die ungarische Wurst mit viel Paprika, kommen meist paarweise auf den Kartonteller.

Siaß oda schoaf? – Kundige Würstelstand-Konsumenten lassen diese Frage erst gar nicht aufkommen und geben schon bei der Bestellung an, ob sie süßen oder scharfen Senf möchten, Beispiel: „A Haaße schoaf.

Bugl oder Scherzl – das beste Stück vom Brot: das Endstück.

Hü(l)sn oder 16er-Blech: Es handelt sich immer um eine Dose Bier, beim 16er-Blech um Ottakringer, das im 16. Bezirk gebraut wird.


„Darf’s a bisserl mehr sein?“

Weitere Fragen zu Wien und deren interessante Antworten findest du in Wann verlor das Riesenrad seine Waggons? von Axel N. Halbhuber erschienen im Metroverlag. 

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