Wien – Leben

Rathaus (c) STADTBEKANNT
Rathaus (c) STADTBEKANNT

Wiener Rathausmann soll weiblich werden

1. April 2017 • Leben, Skurriles

Gleichberechtigung bei einem der wichtigsten Symbole der Stadt Wien

Ein geplanter Antrag der Wiener Grünen soll das Erscheinungsbild des Rathauses in Zukunft deutlich verändern. Der Rathausmann soll zumindest zeitweise Platz für eine Frau machen.

 

Abseits des Aufsehens um das Ende der Zusammenarbeit zwischen der Bundespartei der Grünen und ihrer Jugendorganisation, lassen die Wiener Grünen mit einer neuen Kampagne aufhorchen. Ein Antrag im Zuge der nächsten Gemeinderatssitzung soll Gleichberechtigung bei einem der wichtigsten Symbole der Stadt Wien fordern. Es sei an der Zeit, dass der Rathausmann seine bis dato unangefochtene Position an der Spitze des Rathauses zu Gunsten weiblicher Nachfolge aufgebe, heißt es im Kampagnen-Programm. Fairerweise soll der Rathausmann noch in diesem Jahr abmontiert und durch eine Rathausfrau ersetzt werden. Sobald der Vorsprung von 135 Jahren, in denen die Statue auf ihrer Position sitzt, ausgeglichen wäre, denke man über einen zweijährlichen Wechsel nach. Den WienerInnen sei mit dieser Überlegung erstmalig eine absolut gendergerechte Symbolik in der Wahrzeichenthematik geboten.

 

Verbesserungen und Conchita-Lösung als Kompromiss

Die Bedingungen des Antrags sind noch nicht final. Man könne sich auch eine dauerhafte Conchita-Kompromisslösung vorstellen, heißt es auf Anfrage bei A. Scherzer, Sprecherin der Initiative. Dazu würde momentan geklärt, wie man die rund dreieinhalb Meter große Kupferblechstatue mit weiblichen Merkmalen ergänzen könne. Ebenso würde gerade nachgeforscht, ob Material und Pose der Statue verbessert werden können. Die Rathausfrau könnte etwa auf einem Fahrrad sitzen und die Fahne durch ein umweltschonendes Stoffsackerl ersetzt werden. Noch offen ist, was mit der Kopie der Statue vor dem Rathaus passieren soll. Auch hier denke man über eine faire Lösung nach, wäre aber bereit mit dem Koalitionspartner SPÖ über den lang geplanten Michael-Häupl-Schrein zu diskutieren.

,

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »