Wien – Grätzltipps – 18. Währing

Kutschkermarkt (c) nohl stadtbekannt
Kutschkermarkt (c) nohl stadtbekannt

Wiener Märkte: Kutschkermarkt

14. September 2016 • 18. Währing3 Kommentare zu Wiener Märkte: Kutschkermarkt

Kommt zum Kutschkermarkt!

Junge Familien, alteingesessene AnwohnerInnen, StudentInnen und und und …

So wunderbar wandelbar und bunt ist nur der Kutschkermarkt.

Kutschkermarkt (c) Nohl stadtbekannt.at

Kutschkermarkt (c) Nohl stadtbekannt.at

Die Atmosphäre

In der Früh explodieren hier die Babybäuche und gekonnt umwickelte Karenzväter posieren ganz natürlich mit ihren Neugeborenen. Werdende oder frischgebackene Mamas und Papas treffen hier auf Personen, die wohl gerne in einem dieser Umstände wären. Am Vormittag mischen sich BewohnerInnen aus der Umgebung dazu, die sich getrieben von Düften und Farben von Marktstand zu Marktstand leiten lassen. Knallgelbe Sonnenblumen, saftige Riesenparadeiser, würziger Käse und marktfrische Oliven führen durch die bunte Kutschkergasse. StammkundInnen wird hier übrigens schon Mal ein Apfel mehr eingepackt. Zu Mittag ist der Kutschkermarkt heißer Tipp für schnelles aber gesundes Essen. Viele Stände und Lokale bieten günstige Mittagsmenüs an, die für besonders gestresste Menschen zumeist auch mitgenommen werden können. Ratsam wäre es aber, sich Zeit zu lassen und die urlaubsnahe Atmosphäre einzufangen, besonders, wenn der nächste Urlaub noch dauert. Ein Drink zum After Work vielleicht noch, dann heißt es aber schnell wieder heim, um ausgeschlafen zu sein für den nächsten Urlaubstag am Kutschkermarkt.

Beginnen wir die Reise aber von vorne. Wir befinden uns ganz unten am Kutschkermarkt. Dort steht man zunächst auf der dunklen Seite des Marktes. Ein nicht sehr ansehnlicher trister Platz wird dem sonst so fröhlichen Markt leider gar nicht gerecht. Also schnell weiter, vorbei an Blumenladen und ersten Marktständen.

 

Fruchtbarkeit am Kutschkermarkt: Kinderzeit und Himmelblau

Verkaufsregale himmelblau (c) Nohl stadtbekannt.at

Verkaufsregale himmelblau (c) Nohl stadtbekannt.at

An der linken Seite schlendern wir an Kindergeschäft und -café Kinderzeit vorbei, das schon vermuten lässt, dass wir uns hier in der wohl fruchtbarsten Gasse Wiens befinden. Für die Kinder gibt es Kinderkakao und Smartiesmuffins. Die Mamis und Papis dürfen derweilen Nicki- Klassiker und Gummistiefel für ihre Lieblinge einkaufen. Zentrum (werdender) Jungfamilien ist aber ohne Zweifel das Café Himmelblau.

Nicole Otts Café Konzept eignet sich besonders gut für ein himmelblaues Frühstück direkt auf dem Platz unter himmelblauem Himmel mit anschließendem Tischtuchkauf im Shop. Spätestens der Gang auf die Toilette klärt uns auf, dass hier alles auffällig an Babies erinnert. Männer muss man wohl nicht darum bitten, die Türe mit den himmelblauen Söckchen zu verwenden – sie verirren sich bestimmt nicht in jener Türe mit den rosoaroten Socken.

 

Kunst und Kulinarik

Künstlerin Maggie Kolb kombiniert in ihrer Genussgalerie Kunst und Kulinarik. Neben eigenen Gemälden werden Einzelstücke von KünstlerInnen und DesignerInnen aus unterschiedlichsten Materialien verkauft. Das kulinarische Angebot setzt sich unter anderem aus Feinkostprodukten wie Weinen, Gewürzen, Marmeladen und Schokoladen zusammen. Ihr Samstagsfrühstück ist ein Geheimtipp! Lesungen, Weinverkostungen und sonstige Veranstaltungen, die Kunst und Kulinarik vereinen stehen fast an der Tagesordnung. Noch mehr Design gibt es übrigens bei Kramuri schief gegenüber wo kreative Einzelstücke individuelle Geschenksideen liefern.

 

Schmankerl für jeden Geschmack

Pöhls Stand (c) Nohl stadtbekannt.at

Pöhls Stand (c) Nohl stadtbekannt.at

Pöhls Kästestand gilt als Herz des Kutschkermarktes. Mit Maronibrot, Kürbiskäse und Schinkenspeck zeigt der Käsestand bereits sein herbstliches Gesicht. Wer ein wenig ausgefallener speisen möchte, nimmt am besten auf den roten und gelben Sesseln des Oan Platz. Der Name steht für sein Essen: Organic and natural sind die Zutaten mit denen täglich frisch gekocht wird. Ein wenig ungesünder aber besonders weltmeisterlich kann beim Weltmeister Kebap gegessen werden.

 

Die Möbel finden zu dir: The Room inside the sixties

Schauraum The Room(c) Nohl stadtbekannt.at

Schauraum The Room (c) Nohl stadtbekannt.at

Der Engländer Simon eröffnete ein Geschäft mit Möbeln aus den 60ern. Beim Probesitzen kann auch Kaffee getrunken werden. Aber kein Stress, Simon sagt, die Möbel finden dich, nicht du die Möbel. Und noch eine Weisheit, die er von Picasso gestohlen hat: „Art washs away from the soul, the dust of everyday life“. Na dann lasst uns kreativ sein!

 

STADTBEKANNT MEINT

Je nach Tag, Wetter, Jahres- oder Tageszeit und je nach Laune zeigt sich der Kutschkermarkt mit einem anderen Gesicht. Mal ist er ruhig, mal lebendig, mal gemütlich, mal ganz fließend. Doch eines ist uns klar, der Kutschkermarkt ist immer wunderbar!

Als kleiner Tipp zum Schluss sei hier noch auf den regelmäßig stattfindenden Genusspfad hingewiesen. Für je einen Euro kann man sich bis in die Abendstunden heinein durch verschiedene Schmankerln durchprobieren.

 

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3 Antworten auf Wiener Märkte: Kutschkermarkt – Verstecken

  1. mara sagt:

    nun ja,
    Snobs mit Kinders, sehr teuer und äußerst unverschämt. Aber alles schön unter sich.
    Ich wohne dort, leider. In einem der Caffees einfach mal einen verregneten Nachmittag (wie heute) zu verbringen, ist nicht möglich. Ich bestellte nach zwei getrunkenen Caffees nicht noch ein Getränk- nach ca 15 min. wurde ich nocheinmal gefragt und dann darauf hingewiesen, dass man für die zitat "nutzung der Infrastruktur auch bezahlen müsse". nämlich 1 euro pro 20 min, fürs wlan, die gelesene Zeitung was auch immer, ich habe nichts davon konsumiert, weil ich an meiner Diplomarbeit schrieb. Ich habe mich auf diesem Markt schon oft geärgert, aber ich wohne halt dort, was soll ich machen. Diese ganzen rosahimmelblausupersüßbiocaffes, und ehrlich gesagt auch das snobistische Publikum, sowie die überteuerten Produkte dort sind für mich mittlerweile wirklich ein Graus.

    • karin sagt:

      ich stimme mara zu: die preise sind „überheblich“… und die gegend ist ziemlich realitätsfern. aber wenn man einen ausstieg aus dem alltag braucht, dann kann der aufenthalt in dieser verniedlichten snobby-welt kurzweilig falsche freude bereiten (bei gefüllter geldtasche).

      • Sandra sagt:

        Ich kann dem nicht so ganz zustimmen. Dass das Kutschkermarkt-Grätzl ein eher versnobtes Gebiet ist, ist ja allgemein bekannt. Wer es sich leisten kann, in der Gegend zu wohnen, sollte sich nicht über die anderen Leute beschweren. Die Lokale sind jedenfalls nett, und weder vom Publikum noch vom Preisniveau auch nicht schlimmer als rund um den Karmelitermarkt oder im 7. oder 8.Bezirk!
        Bei all den Beschwerden über die Gegend sollte man aber den Bauernmarkt am Freitag und am Samstag nicht vergessen. Wenn ich dort meine Erdäpfel umd 40 Cent und das Bund Salbeiblätter um die Hälfte vom Supermarkt-Preis kaufe, und noch dazu weiß, dass zur Jahreszeit passende Lebensmittel direkt vom Bauern kommen, ärgere ich mich, wenn hier nur über hohe Preise und versnobtes Publikum geschimpft wird.

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