Essen & Trinken

Wiener Beisl (c) STADTBEKANNT
Wiener Beisl (c) STADTBEKANNT

Wiener Beisln

1. November 2017 • Essen & Trinken, Kulinarik, Wienerisch

Das Ur-Wienerische in seiner reinsten Form

Quasi die kulinarische Ergänzung zum Wiener Kaffeehaus ist das Wiener Beisl.

Hier wird bodenständige Küche serviert, die der gelernte Wiener mit einem Krügel Bier oder einem Achterl Wein runterspült. Viele Gäste kommen auch zum Kartenspielen oder auf ein Fluchtachterl, also ein letztes Glas Wein, bevor sie sich auf den Nachhauseweg machen.

In den letzten Jahren haben zwar zahlreiche Beisln für immer ihre Pforten schließen müssen, doch viele andere erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit. Wer genug von Sushi, Burger & Co hat wird sich hier mit Sicherheit wohlfühlen. Oder wie man auf gut Wienerisch sagt: „Bei mir z’aus bin i nia z’aus, aber im Wirtshaus bin i wia z’aus.“

 

Gasthaus Quell

Reindorfgasse Quell (c) STADTBEKANNT

Reindorfgasse Quell (c) STADTBEKANNT

Das Stammlokal des legendären Wiener Musikers „Ostbahn Kurti” hat längst den Status eines Kultbeisls erreicht. Schon seit über hundert Jahren wird hier Wienerisch gekocht. Besondere Empfehlungen der gegenwärtigen Speisekarte sind das sogar von prämierten Spitzenköchen gelobte Reisfleisch, die Fischbeuschlsuppe und das Wallergulasch. Ausgenommen schön sitzt es sich im Sommer im Gastgarten auf der Gasse vor dem Lokal, während man dem langsamen Treiben des fünfzehnten Bezirks zusieht. Ursprünglich eher als Grätzllokal gedacht, pilgert heute ganz Wien nach Rudolfsheim-Fünfhaus, um hier einzukehren.
Gasthaus Quell
Reindorfgasse 19, 1150 Wien

 

Das Augustin

Augustin Deko Tisch (c) STADTBEKANNT Hofinger

Augustin Deko Tisch (c) STADTBEKANNT Hofinger

Ein weiterer Tipp aus dem vormals ungeliebten fünfzehnten Bezirk ist das Augustin. Hier geht es etwas jünger, hipper und moderner zu als bei den Kollegen aus dem Quell, obwohl es drinnen aussieht wie in Großmutters Wohnzimmer – inklusive herumstreunender Hauskatzen. Die Karte ist eher modern ausgerichtet, besonders herauszuheben sind das herrliche Honig-Rosmarin-Hendl, das kreolische Curry und das Frühstück am Wochenende. Trotz der abgeschiedenen Lage ist das Augustin ein Publikumsmagnet und ein hervorragendes Beispiel für ein Beisl, das die Transformation in die Gegenwart gemeistert hat.
Das Augustin
Märzstraße 67, 1150 Wien

 

Gastwirtschaft Steman

Im hippen sechsten Bezirk fühlt man sich nach dem Eintreten ins Steman zunächst ein paar Jahrzehnte in der Zeit zurückversetzt. Dunkles Licht, schwere Holztische und durch unzählige Zigaretten eingeräuchertes Mobiliar – wer es urig mag, kommt hier auf seine Kosten. Das Publikum im Steman ist dem Bezirk entsprechend meist mit Hornbrille und ausgewählten Klamotten bewaffnet, Veganer sollte man allerdings ob der zünftigen Speisekarte dann doch nicht sein. Die Speisen sind hervorragend. Richtig gemütlich ist es im vorderen Schankbereich, doch auch der weitläufige Hinterraum ist eine gute Wahl. Wer nach dem Essen noch einen Kaffee genießen möchte, braucht nur einmal umfallen und sitzt schon im Café Jelinek, das übrigens denselben Besitzer hat.

 

Silberwirt

Silberwirt Theke (c) Marlene Mautner stadtbekannt.at

Silberwirt Theke (c) Mautner stadtbekannt.at

Wer urige Wiener Küche und Atmosphäre mag, der ist beim Silberwirt genauso goldrichtig wie die Panier auf den servierten Speisen. Einen Latte Macchiato sucht man hier vergeblich, dafür bescheren einem Kachelofen, Holzvertäfelung und unverwechselbarer Beisl-Charme das Gefühl, einen Ausflug in eine andere Welt gemacht zu haben.
Die Preise sind für das angenehme Ambiente, den großartigen Gastgarten und die köstliche Küche niedrig. Täglich (ausgenommen Sonntag) gibt es außerdem ein 2-gängiges Menü für 6,90 Euro. Besondere Empfehlung von der Karte: Der Tafelspitz, den gibt es sonst nur beim Plachutta in vergleichbarer Qualität gibt.
Silberwirt
Schloßgasse 21, 1050 Wien

 

Zum Lercherl von Hernals

Achtung, jetzt wird es wirklich urig. Das „Lercherl” ist eine garantiert touristenfreie Zone – integrationswillige Deutsche können mit dieser Lokalwahl mit Sicherheit Pluspunkte bei den Einheimischen sammeln. Stylish oder modern ist das Ambiente nicht, dafür aber sehr gemütlich, und der Gastgarten unter dem 100 Jahre alten Kastanienbaum ist im grauen Hernals fast schon eine grüne Oase. Bedient wird man von den Wirtsleuten persönlich, das einfach-schnörkellose Essen schmeckt ausgezeichnet. Das Lokal ist auch für weniger gut gefüllte Geldbörsen absolut leistbar. Aber Achtung: Eventuelle Sprachbarrieren können bei Nicht-Wienern nicht ausgeschlossen werden!

Zum Lercherl von Hernals
Hernalser Hauptstraße 70
1170 Wien

 

Gasthaus Wild

Gasthaus Wild Kaffee (c) STADTBEKANNT

Gasthaus Wild Kaffee (c) STADTBEKANNT

Das Gasthaus Wild ist zwar nicht in U-Bahnnähe gelegen und damit für die verwöhnten Wiener eigentlich „am Oasch der Welt”, doch die sensationelle Qualität des Essens entschädigt für die mühsame Anreise per Bim (Straßenbahn). Das ehemalige Weinhaus wurde 2002 behutsam umgebaut. Dank der Erhaltung der alten Schank musste allerdings kein traditionsbewusster Wiener Angst haben, durch allzu moderne Einrichtungselemente überfordert zu werden. Vier Sorten Bier vom Faß sowie eine hervorragende Weinkarte, die neben den österreichischen Klassikern auch junge Winzer umfasst, sorgen für die passende flüssige Begleitung zu den wie schon erwähnt hervorragenden Gerichten.
Gasthaus Wild
Radetzkyplatz 1, 1030 Wien

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