Nightlife

Stephansdom Wienblick (c) STADTBEKANNT
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Wien wird Weltstadt

3. September 2010 • Nightlife

 Wir fahren die ganze Nacht, die ganze Nacht, so oder so ähnlich haben sich die Wiener Linien das wohl gedacht. Nein, eigentlich sind heuer in Wien Gemeinde- und Bezirksvertretungswahlen und nachdem doch auch recht viele junge Menschen in Wien wahlberechtigt sind, war es wohl nahe liegend als kleines Gimmick für die JungwählerInnen die 24 Stunden U-Bahn an den Wochenenden einzuführen.

Wir erinnern uns zurück, die SPÖ hat eine Volksabstimmung abgehalten, eine knappe Mehrheit hat sich für die 24 Stunden U-Bahn ausgesprochen, und pünktlich vor der Wahl wird sie jetzt eben auch umgesetzt.

Freitags- und Samstagnachts, sowie vor Feiertagen verkehrt die U-Bahn künftig die ganze Nacht im 15 Minuten Takt. Der 15 Minuten Takt war wohl eine der größten Überraschungen stellt er doch sicher, dass tatsächlich sehr viele WienerInnen künftig deutlich schneller nach Hause kommen als bisher.

Laut Wienerlinien wird sich die Zahl aller Fahrgäste die mit Öffies in der Nacht unterwegs sind auf 30000 verdoppeln, dafür werden Kosten von etwa 5 Mio. Euro angenommen. Der U-Bahnbetrieb wird deutlich teurer, dafür kann bei den Nightlinern die künftig überall dort wo die U-Bahn verkehrt aufgelassen werden, eingespart werden. Hier findet ihr den zukünftigen Fahrplan.

Die Nightliner werden sich in Zukunft auf die Strecken an denen keine U-Bahnstation verkehrt und auf die Verbindung zwischen verschiedenen U-Bahnen konzentrieren.

Zur 24 Stunden U-Bahn gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten der Positionierung. Wer nicht (mehr) viel ausgeht wird möglicherweise dazu tendieren das ganze für eine Geldverschwendung zu halten. Für manche WienerInnen hat sich das Nightline System mit der 24 Stunden U-Bahn eher verschlechtert als verbessert, auch bei ihnen wird die Freude endenwollend sein.

Für viele junge WienerInnen ist die 24 Stunden U-Bahn aber eine deutlich einfachere Möglichkeit nach Hause zu kommen, außerdem wird viel Geld fürs Taxifahren gespart. Die TaxifahrerInnen werden hingegen weniger Freude mit der U-Bahn haben, sie kostet sie schließlich Fahrgäste und damit Umsatz.

Im Zusammenhang mit der Nacht U-Bahn wird auch über Sicherheit diskutiert. Vorerst werden deshalb zwei PolizistInnen in jedem U-Bahnzug mitfahren, außerdem kommen des Nächtens nur die neuen videoüberwachten durchgängigen U-Bahnzüge zum Einsatz, mit eigenem Logo (siehe Bild).

Auch Personal der Wienerlinien, so genannte Nighliner, kommt zum Einsatz und sieht in den Zügen nach Recht und Ordnung. Auch hier eröffnet sich wieder ein breites Feld der Debatte zwischen den Polen Sicherheitswahn und dem Bedürfnis nach individueller Sicherheit.

Unabhängig von diesen Fragestellungen ist bereits jetzt klar, dass eine Fahrt mit der Nacht U-Bahn keine zusätzlichen Kosten für die Passagiere verursacht. Reguläre Tickets sind gültig und auch der Fahrpreis wird zumindest vorerst nicht erhöht, die Mittel für den rund um die Uhr Betrieb werden aus Steuergeldern zur Verfügung gestellt.

Gefeiert wird die 24 Stunden U-Bahn auch. Weshalb heute ganz Wien im Zeichen des Nightride steht.

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