Kultur – Musik

The Legend of Johnny Cash CD Cover
The Legend of Johnny Cash CD Cover

Wien in Songs – Teil 6

10. Februar 2013 • Musik1 Kommentar zu Wien in Songs – Teil 6

Johnny Cash und Peter Alexander – Sag zum Abschied leise servus

Alle möglichen Szenarien hatten wir in unserer „Wien in Songs“-Reihe, morbid, romantisch, weltmännisch, euphorisiert von Uppers, narkotisiert von Downers – tanzend, saufend, sterbend, Geschlechtsverkehr habend, isoliert oder verkatert. Wien in Form von Dystopien und Utopien, quer durchs Gemüsebeet.

Alles Songs, die gefallen. Es gäbe natürlich noch die Möglichkeit, über miserable Lieder über Wien zu schreiben: eingeleitet davon, dass der Satz „böse Menschen kennen keine Lieder“ nicht stimmt. Man muss sich nur die katastrophalen Schmalspur-Zelebralkortex Ergüsse getragen von Eye of the Tiger-Samples und Abercrombie & Fitch Beschlagnahmung eines HC, eh schon wissen wer, anschauen. Das würde dann in eine Abhandlung darüber münden, dass Herbert Kickl’sche Slogans gekoppelt mit Pennäler-Reimen und Populär-Rassismus völlig lächerlich, aber nach wie vor nicht lustig und sehr verachtenswert sind. Und das muss nicht sein, abgelutscht, der gezeigte Mittelfinger ist sowieso einzementiert.

 

Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen?

Dann gäbe es auch die Möglichkeit, über Fendrich’sche Schmierigkeiten wie „Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen?“ zu philosophieren. Dass es bis jetzt nur Falco – und das vielleicht auch nur bedingt – geschafft hat, Wien in einem Popsong einigermaßen weltstädtisch darzustellen. Dass man Fendrich halt weder den Weltmann noch den Strizzi abnimmt. Und wenn, dann nur die Minimundus-Version eines Strizzis. Ja, Reini – wir haben Wien schon bei Nacht gesehen; Thema erledigt.

Aber einer geht noch, bevor wir die Wien in Songs Serie in die digitalen Jagdgründe schicken, ein Video das ich bis gestern nicht kannte, aber auch wunderbar zum gestrigen Artikel über Trinklieder passt.

 

Johnny Cash bei Peter Alexander

Lange vor Rick Rubin, den American Recordings, der Rehabilitierung und schließlich Ikonisierung. Der Man in Black, als Medley-Partner, so schlimm wie es ihn nicht einmal bei einem Ukulelen-Duett mit Stefan Raab erwischen hätte können. Nix mit Erlösung und Dunkelheit – Peter Alexander’scher Frohsinn gekoppelt mit einer Durststrecke des Großen. Der beinahe als Anachronismus, als zum Schlagerstar verkommener Gestriger, in die Annalen eingehen hätte können (und Gott sei Dank als das zurückkehrte, was er wirklich war).

Ohne weitere Erklärung und zum Abschluss der Wien in Songs Reihe, etwas zum Schmunzeln, Staunen und sich fürchten: Ein Wienerlied-Medley von Johnny Cash und Peter Alexander.
Weitere Artikel der  Serie „Wien in Songs“

Wien in Songs (1) – Leonard Cohen „Take This Waltz“
Wien in Songs (2) – Billy Joel „Vienna“
Wien in Songs (3) – The Fray „Vienna“
Wien in Songs (4) – Falco „Vienna Calling“ und „Ganz Wien
Wien in Songs (5) – Laura & The Comrats „Vienna at my Feet“

Weitere Artikel

Eine Antwort auf Wien in Songs – Teil 6 – Verstecken

  1. elisa sagt:

    gut, aber…
    wann kommt endlich ultravox

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »