Wien

Schnackseln wie ein echter Wiener - Wiener Würstelstand (c) STADTBEKANNT Patricia Fontanesi
Schnackseln wie ein echter Wiener - Wiener Würstelstand (c) STADTBEKANNT Patricia Fontanesi

Wie man in Wien flirtet und eventuell sogar ein Date bekommt

8. Dezember 2017 • Wien, Wienerisch

Anquatschen und anbandeln für alle Zielgruppen

Wenn es einmal knistert, läuft es zwischen zwei Personen meist von allein. Doch wie kommt es überhaupt erst so weit? Wie bringt man den oder die Angebetete dazu, einen zu beachten? Und wie zum Teufel leitet man das heiß ersehnte Date in die Wege? Wer nicht ganz schüchtern ist, wird hierzu wohl die Methode des Anquatschens wählen. Wir haben ein paar Vorschläge parat, die – je nach Persönlichkeitstyp und Zielgruppe – erfolgversprechend sein könnten …

 

Für Damen und Herren der alten Schule

Ältere Bildungsbürger und besonders höfliche Naturen dürften sich hier wiederfinden. Man kleidet sich stilvoll, drückt sich gepflegt aus und hält Damen zuvorkommend die Türe auf. „Darf ich Sie auf einen Kaffee einladen?“ oder „Was halten Sie davon, wenn wir einmal gemeinsam ins Burgtheater gehen?“ sind in diesem Milieu schon ernstzunehmende Avancen, die raffiniert erwidert werden wollen.

 

Für Hipster und Singles mit Niveau

Wer was gelernt hat, stolz auf seine kreative Individualität ist, Coolness ausstrahlt und mit Denglisch umgehen kann, fischt meist gut im Hipster-Teich. Das klingt dann in etwa so:
„Heey… (Bussi-Bussi) ich glaub ich kenn dich woher. Kann es sein, dass wir uns auf der Kickoffparty für Henry’s Pop-Up-Store gesehen haben?“ Oder so: „Warst du nicht auch auf der Eröffnung von Franzi’s veganem Café?“ Flirtunterstützend: Gepflegter Bart, coole Klamotten von irgendeiner Öko-Marke und stylish-ausgefallene Brille.

 

Für Wiener Ureinwohner

Sätze wie „Servas! Supa schaust aus heit! Gehma auf a Bier?“ oder schlicht „Mogst a Bier?“ gelten unter vielen Stamm-Wienern als solide Date-Einladungen. Schon beim ersten Kenenlernen helfen Laster wie Bier, Wein oder Zigaretten ins Gespräch: „Host a Feia fia mi?“ oder „Ui, dei Spritza is aus – mogst no an? I lod di ei…“ sind Klassiker beim Fortgeh-Flirten in den meisten Wiener Grätzln.

 

Für Teenager und andere Opfer

Vor allem Teenager, Niveaulose und Unbeholfene neigen zu Versuchen, vorgefertigte Anmachsprüche bei den Objekten ihrer Begierde unterzubringen. In punkto Derbheit und Blödheit gibt es arge Abstufungen, einige der auswendig gelernten Satzerln sind sogar latent unterhaltsam. Hier eine kleine Auswahl, inklusive zu erwartender Reaktion:
„Kannst du mir deine Nummer geben? Ich hab meine vergessen.“ – Lieb.
„Sind deine Eltern Terroristen? Du bist scharf wie eine Bombe.“ – Augenrollen
„Kannst du lesen? Da steht was in meiner Hose …“ – Flucht oder Watschn
„Wow, die Sterne… Holst du mir einen runter?“ – Anzeige wegen sexueller Belästigung

 

Prädikat: Unverzichtbar.

Wer nun Lust bekommen hat, wie ein echter Wiener zu flirten, zu lieben und auch zu schnackseln, sollte sich diese Lektüre zu Gemüte führen!

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