Wien – Leben

Foto: STADTBEKANNT Mautner
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Wie ihr gefälschte Medikamente erkennt

13. Oktober 2014 • Leben

Gefälschte Medikamente sind ein großes Problem – auch in Österreich. Nicht nur die Wirtschaft leidet darunter, am eigenen Leib können Verbraucher erkennen, wie gefährlich sie sind, wenn sie an eine Fälschung gelangen. Unter Umständen sind dann gefährliche Nebenwirkungen zu erwarten. Damit ihr nicht auf gefälschte Medikamente hereinfallt, gibt es einige Hinweise, die beim Kauf zu beachten sind.

 

Verschiedenste Fälschungen auf dem Markt

Über den Namen Apotheke-Austria.com konnten Fälscher viele Jahre ihre Medikamente vertreiben. Vor kurzem wurde ihnen das Handwerk gelegt und die Website geschlossen. Potenzmittel wurden bevorzugt über diese Apotheke bestellt. Allerdings bekamen die Kunden nicht die erhoffen Mittel, sondern erhielten eine Fälschung. Dass dies kein Einzelfall ist, zeigen die Zahlen des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen: Mehr als 95 Prozent der Arzneimittel, die Verbraucher im Netz bestellen, entsprechen demnach nicht den europäischen Standards oder sind gefälscht.
Vor allem Potenzmittel, aber auch Diätpillen, Krebsmedikamente oder Schmerzmittel sind bei den gefälschten Mitteln zu finden. Da der Druck der Betroffenen hoch ist, sind sie bereit, bei einer unsicheren Quelle zu bestellen, um den Leidensweg endlich zu beenden.

 

Skepsis bei billigen Preisen

Allerdings ist dieses Vorgehen unter Umständen sehr gefährlich. Auf den ersten Blick sind Fälschungen mit dem bloßen Auge meistens nicht zu erkennen. Wenn ihr schon einmal ein Medikament beim Apotheker vor Ort gekauft habt und es bei der Internetbestellung plötzlich anders aussieht, sollten die Alarmglocken schrillen. Dies gilt nicht nur in Bezug auf das Aussehen der Tabletten, auch die Verpackung kann sich deutlich unterscheiden.
Ein Hinweis, dass etwas nicht in Ordnung ist, kann außerdem ein sehr niedriger Verkaufspreis sein. Damit sind aber nicht die sogenannten Generika gemeint. Es handelt sich hierbei um Medikamente, die mit dem gleichen Wirkstoff wie das Original hergestellt werden, aber einen anderen Namen haben. Beispielsweise enthält Viagra den Wirkstoff Sildenafil. 2013 lief das Patent für das Arzneimittel aus, sodass seitdem auch andere Hersteller es mit dem gleichen Wirkstoff herstellen dürfen. Da sie nicht in jahrelange Forschung und Entwicklung investieren müssen, können Generika deutlich günstiger als das Original angeboten werden.
Wird jedoch ein Original wie Viagra sehr günstig angeboten oder wenn ein Generikum im direkten Vergleich mit der Konkurrenz durch seinen billigen Preis auffällt, ist Vorsicht geboten! Die Gefahr bei gefälschten Arzneimitteln besteht darin, dass die Dosierung der Wirkstoffe erhöht ist und dadurch gefährliche Nebenwirkungen möglich sind. Eventuell fehlt der Wirkstoff komplett, sodass die Einnahme nutzlos ist.

 

Logo der EU ab 2015

Wenn ihr sicher gehen wollt ein Medikament zu kaufen, das nicht gefälscht ist, kauft in der Apotheke vor Ort. Bei Online-Bestellungen ist darauf zu achten, dass sich die Online-Apotheke innerhalb des Europäischen Wirtschaftraumes befindet. Gemäß Kundenservice der legal praktizierenden Online Klinik 121doc.at, sind außerdem ein vollständiges Impressum mit Anschrift und Kontaktdaten der Apotheke und des zuständigen Apothekers ein Hinweis dafür, dass es sich um ein seriöses Unternehmen handelt. Bei der Bestellung von rezeptpflichtigen Medikamenten über das Internet ist darüber hinaus eine vorherige Konsultation durch einen EU-registrierten Arzt vorgeschrieben.

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