Lifestyle – Skurriles

Grippaler Infekt
Grippaler Infekt

Wie ich lernte, die Grippe zu lieben

22. September 2015 • Skurriles

Vorteile des grippalen Infekts

Die kalte Jahreszeit zieht wieder ins Land, und wieder greift der berüchtigte grippale Infekt in der Hauptstadt um sich. Kaum jemand, der vor ihr sicher ist – selbst in der stadtbekannt.at – Redaktion hustet und schnupft die komplette Belegschaft. Echt ärgerlich, wenn man sich wieder einmal infiziert hat – oder?

Wir haben uns überlegt, welche Vorteile so eine Infektion eigentlich haben kann. Immerhin sollte man ja alles positiv sehen. Neben Ersparnissen bei den Heizkosten (Fieber wärmt von Innen!) und der Annäherung ans Idealgewicht (Hühnersuppe soll schlank machen!), haben wir noch einige andere bequemen Nebenwirkungen  gefunden …

 

Legal blau machen

Krank sein heißt nicht arbeiten können, und Krankenstand, das ist doch eigentlich wie blau machen, oder? Der Vorteil dabei: Wenn man wirklich krank ist, muss man auch keine Angst haben, dabei erwischt zu werden! Und mal ganz ehrlich, mehr als zuhause herum sitzen, fernsehen, essen und gelegentlich Besuch empfangen macht man an einem „gewöhnlichen“ Urlaubstag doch auch nicht, oder?

 

Seichte Unterhaltung

Endlich nicht mehr den Adorno wälzen müssen, endlich nicht mehr Arte schauen, endlich nicht mehr die ZEIT am Frühstückstisch ausbreiten: Schließlich ist man krank, und da ist alles Intellektuelle viel zu anstrengend. Stattdessen kann man mit gutem Gewissen und einer guten Ausrede endlich die heißgeliebten Krimis rausholen und die InTouch lesen, während in der Glotze RTL2 läuft – und niemand wird darüber die Nase rümpfen.

 

Mitleid haschen

Krankenbesuche sind Ehrensache, wozu hat man schließlich gute Freunde? Ein nettes „Kannst du mal schnell für mich in die Apotheke gehen?“ wird da natürlich gerne mit Ja beantwortet, und in schweren Fällen kann auch noch „Und kannst du am Rückweg noch für mich einkaufen gehen?“ durchgehen. Profitipp: in so einem Fall sollten am Einkaufszettel möglichst keine Zigaretten und Alkoholika stehen. Und ist der Einkauf dann da und der Besuch nervt irgendwie doch, dann sagt man einfach, es geht einem schlecht und man braucht seine Ruhe. Man muss sich ja schließlich auskurieren.

 

Medikamente!

Bunte Pillen, Tabletten, Pulver – fast alles, was man möchte wird einem mit ein bisschen Fieber verschrieben. Dann also schnell zum Arzt und den Vorrat an NeoCitran, Parkemed und all den anderen Wundermitteln aufstocken lassen, die man eben nur mit Rezept oder guten Beziehungen auftreiben kann. Und auch wenn man dann schon so gut wie genesen ist: Man schläft einfach nie so gut wie nach einer guten heißen Tasse NeoCitran, oder?

Geht die Krankheit dann doch irgendwann vorüber und neigt sich der erholsame Krankenstand dem Ende zu, so sei eines verraten: Die nächste Grippe kommt bestimmt! Wer nicht warten will, kann sich ja in der Straßenbahn gerne einmal anhusten lassen. Aber vorsicht: Es könnten auch andere, deutlich lästigere Krankheiten dabei rauskommen als eine gewöhnliche Grippe. Und wer kann schon den Krankenstand mit einem Magen-Darm-Infekt genießen?

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