Essen & Trinken – Essen

Brotkorb Foto: STADTBEKANNT
Brotkorb Foto: STADTBEKANNT

Weil Brot nicht Wurst ist

24. September 2013 • Essen

STADTBEKANNT testet die Bäckereien Wiens

Die nostalgische Schwärmerei, dass wir unser Brot noch ofenwarm vom kleinen Bäckersladen ums Eck holen, haben wir uns wohl alle mittlerweile abgewöhnt.

Zwar gibt es diese kleinen, liebevollen Backstuben noch, doch ist das Stadtbild längst geprägt von Bäckereiketten, die Straßenecken, U-Bahnstationen und Unigegenden besiedelt haben. Und das Angebot umfasst schon lange nicht mehr Weiß- und Schwarzbrot sowie vereinzelten Süßwaren, nein, das Angebot wird dem Lifestyle angepasst. Bio, fairtrade, fit for fun und alles to go. Aber auch hier ist Backerei nicht gleich Bäckerei. Stadtbekannt hat die gängigen Backfabriken für euch getestet.

Brotlaib Foto: STADTBEKANNT

Brotlaib Foto: STADTBEKANNT

Felber

„Der Felber bäckt selber“, behauptet die Bäckereinkette, die mit 36 Filialen in ganz Wien vetreten ist. Die verwendeten Zutaten stammen aus heimischem Anbau. Laut Homepage orientiert man sich an den neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen. Dafür, dass gesunde Ernährung so groß geschrieben wird, finden wir die Mehlspeisen allesamt ziemlich fett und buttrig, auch die Snacks sind eher kalorienreich – Spinattascherl und Würstel im Blätterteig liegen einem schwer im Magen.

Wir geben 6 von 10 Punkten.

 

Ankerbrot

Das Urgestein des Filialenverkaufsystems ist wohl Ankerbrot. Sage und schreibe 170 Filialen betreibt der Brotriese alleine im Raum Wien. Allerdings hat sich Anker wohl irgendwann auf seinen Lorbeeren ausgeruht, die Qualität begann zunehmends zu leiden. Aber auch Anker erwacht langsam aus seiner Lethargie und orientiert sich zunehmends an der Konkurrenz. So gibt es nun eine Imbisslinie, die auf leichte und gesunde Snacks setzt. Aufholbedarf herrscht jedoch definitv im Mehlspeisenbereich, hier hat sich seit Jahren nichts verändert, dementsprechend schmeckt es auch.

Wir vergeben 5 von 10 Punkten.

 

Der Mann

Der Mann, der verwöhnt“  lautet der Slogan der Kette Der Mann und wir finden: Recht hat er. Ein sehr unterschätzter Player im Brotkartell dieser Stadt, treffen hier hippe Biobrotkreationen wie Bio-Bergkornbrot oder Urbrot auf Wiener Traditionsmehlspeisen und Feingebäck à la Apfel- und Topfenstrudel, Apfelbutter- und Topfenmarillenstreusel, Zwetschkenkuchen, Puddingkrapfen, Kaiserkuchen. Auch die Snackkultur wird hier hochgehalten: Klassiker wie Käseweckerl mit Schinken reihen sich anstandslos neben die „besseren“ belegten Brötchen wie das Panino Mozzarella oder Ciabatta Oliven.

Wir geben 8 von 10 Punkten.

Ströck Feierabend Bäckerei (c) Ströck

Ströck Feierabend Bäckerei (c) Ströck

Ströck

Unser persönlicher Testsiegerist jedoch die Bäckerei Ströck. Hier kommt jeder Brottiger auf seine Kosten: Neben traditionellen Brot- und Gebäcksorten bietet die Bäckerei Ströck auch mediterrane Spezialitäten wie Oliven- oder Tomatenbrot, Toskanawecken oder Foccacia an. Kreativität beweist Ströck auch bei seinen Weckerlkreationen: Die haben klingende Namen und schmecken auch dementsprechend ungewöhnlich lecker.
Bei den Mehlspeisen reicht die umfangreiche Palette von Nuss- und Mohnstrudeln, Butterplundergebäcken, ofenfrischen französischen Croissants aus dem Ladenbackofen bis zu amerikanischen Kreationen wie Donuts oder Muffins. Auch für den kleinen Heißhunger zwischendurch“ bietet Ströck ein vielseitiges und abwechslungsreiches Imbiss- und Snackangebot, vom deftigen Schinken-Baguette, Pizzaschnitten und Spinattascherl bis zu vegetarischen Weckerln gefüllt mit Gemüse und sogar Tofu (!), Tramezzinis und saisonalen Salaten (sehr empfehlenswert: Der Couscoussalat). Neben den wirklich fabelhaften Mehlspeisen und Brotgedichten hat Ströck noch zusätzlich das beste Frühstück zu den unschlagbarsten, niedrigsten Preisen. Seinesgleichen sucht man wohl in ganz Wien vergebens.

Wir vergeben 10 von 10 Punkten!

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