Kultur – Musik

Rathaus Christkindlmarkt Frohe Weihnachten Schriftzug (c) STADTBEKANNT Hofinger
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Weihnachtslieder – Fluch oder Segen?

4. Dezember 2015 • Musik

Stimmungsvoll oder Weihnachtslieder-Hölle?

Es ist ja so. Wenn die Weihnachtsmärkte aufmachen, die Adventstimmung sich breit macht und die letzten Kürbisse verkauft sind, dann hört man es schon: Ein sülzendes „Laaaaast Christmas“ oder ein übermäßig motiviertes „Feliz Navidad. dadadadatat“ – die Lieder, die einem mit Sicherheit nicht mehr aus dem Kopf gehen, bis der Donauwalzer zu Silvester gespielt wird oder gar erst beim nächsten Sommerhit. Hier eine kleine Übersicht über die beliebtesten, meistgehassten Weihnachtslieder.

 

Jose Feliciano – Feliz Navidad (1970)

Irgendjemand hat Jose Feliciano wohl gesagt, dass zwei Zeilen für einen Song reichen – und er hat es sogar mit einem einzigen Satz geschafft: 3 Minuten lang nichts außer „Frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr“ zu singen und damit Musikgeschichte zu schreiben ist eigentlich eine Spitzenleistung – allein dafür sollte man das Lied würdigen. Wieso nervt das Lied dann trotzdem so?

Jose Feliciano – Feliz Navidad

 

Band Aid – Do they know it’s Christmas (1984)

Nachdem Bob Geldof auf BBC eine Reportage über die Hungersnot in Äthiopien gesehen hatte, beschloss er, jeden britischen Sänger, der jemals einen Hit hatte, in ein Studio einzuladen und – dem Journalisten Robin Eggar zufolge – eine riesige Koks- und Alkohol-Party zu schmeißen. Das stand zwar nicht im demütigen Pressetext, und Heiligen wie etwa Bono Vox würde man so etwas garnicht zutrauen, aber heraus kam immerhin dieses Lied – nicht schlecht, oder? Wenigstens die Sänger hatten also beim Aufnehmen Spaß – vielleicht macht es diese Information ja einfacher, den Song das nächste Mal zu ertragen.

Band Aid – Do they know it’s Christmas

 

Mariah Carey – All I want for Christmas is You (1994)

Was hat eine Knackwurst mit Weihnachten zu tun? Das fragen wir uns auch! Wenn sich Frau Carey in ihre Wursthäute zwängt ist schon klar, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Dann aber auch noch zu singen ist eigentlich eine Gemeinheit – für sie und uns. Sie kann nicht Luft holen und wir wollen es gar nicht mehr. Also: All We want for Christmas is Ruh!

Mariah Carey – All I want for Christmas is You

 

Bing Crosby – White Christmas (1942)

Aus einer Gott sei Dank längst vergangen Zeit dröhnt diese blecherne ewige Jammerei um weiße Weihnachten – der Bassbariton von Bing (Ja, der Mann heißt wirklich Bing!) Crosby. Und warum müssen eigentlich alle Weihnachtslieder mit wildem Glocken-Geklingele losgehen? Hört euch unsere Lieblingsaufnahme an – wenn dann der Chor einsetzt wird’s erst richtig toll!

Bing Crosby – White Christmas

 

Wham! – Last Christmas (1984)

Immer wenn ich dieses Lied höre, bekomme ich den Drang dazu, mir die Haare zu fönen. Das Musikvideo mit seinen 80er-Fönfrisuren und den Skihaserln ist allein schon Kult. Der 80er-typische Weichzeichner vermittelt zusätzlich wirklich dein Eindruck, man würde mit einer beschlagenen Skibrille vor Youtube sitzen. Zum Lied selbst kann man nicht viel sagen: 80er billig-Synthies und schmalziger Gesang: was kann daran schlecht sein?

Wham! – Last Christmas

 

George Michael – December Song (2009)

Kaum zu glauben aber wahr – George Michael did it again. Dieser 2009 als Weihnachtslied erschienene Song kann leider nicht an den Erfolg von “Last Christmas” anknüpfen, aber Kohle ließ sich damit sicher machen. Das Lied wurde eigentlich für die Spice Girls geschrieben, war aber so schlecht, dass diese sich weigerten, den Song aufzunehmen – also entschloss sich George Michael, das Lied einfach selbst einzusingen. Für dieses Lied wurde das Wort „schnulzig“ erfunden – und im Video kommen nicht einmal Fönfrisuren vor.

George Michael – December Song

 

Chris Rea – Driving Home for Christmas (1988)

Ein relativ unauffälliges Lied – wenn man es bemerkt, ist es meistens schon vorbei – und außer, dass die Begleitband klingt wie der Hintergrund-MIDI-Track in einer miesen Karaoke Bar ist an dem Lied eigentlich nichts auszusetzen. Textlich vielleicht als „Fahrstuhl zum Schafott“ zu verstehen, die letzten ruhigen Minuten im Auto: von der Vorhölle des Straßenverkehrs zur Hölle der Familien-Weihnachtsfeier.

Chris Rea – Driving Home for Christmas

 

Jona Lewie – Stop the Cavalry (1980)

Eigentlich gar kein Weihnachtslied hat die Zeile “Wish I was at home for Christmas” offenbar gereicht um sich unauslöschlich in die Dezember-Playlists der Ö3s dieser Welt einzugravieren. Kein schlechter Song, allerdings kann die Humta-Humta-Tuba mit wiederholtem anhören schwere Aggressionen auslösen.

Jona Lewie – Stop the Cavalry

 

Slade – Merry XMas Everybody  (1973)

Kaum zu glauben – ein Welthit! 500.000 verkaufte Exemplare innerhalb der ersten Woche und auch später noch extrem hohe Anfragen (besonders aus Deutschland). Wir Österreicher kennen das Lied auch und spätestens seit 2013 ist er wieder ganz aktuell – da erreichter der Song Platz 57 in den UK Singe Charts.

Slade – Merry XMas Everybody

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