Lokalführer – All you can eat

Watertuin Lokal (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl
Watertuin Lokal (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Watertuin

1. Februar 2018 • All you can eat

Lokal im 11. Bezirk

All you can eat nach Zeit, 800 Sitzplätze, gefühlt genau so viele Pflanzen und der namensgebende Wasserteich mit Kois: das ist das neue Mega Gastroprojekt aus den Niederlanden, das nun auch in Wien Fuß gefasst hat.

 

World of Watertuin

Vorbei am Zentralfriedhof, wo die Flugzeuge schon erschreckend tief fliegen, wurde nun also am südöstlichen Stadtrand die erste Watertuin Filiale außerhalb der Niederlande eröffnet. Ein Konzept, das so ganz anders ist als das, was man hier kennt. Das Watertuin ist eine eigene Welt mit Tropenhauscharakter und Asia-Touch. Auf 2.500 Quadratmetern sind 800 Sitzplätze sowie drei Getränkestationen und unzählige Speisentheken untergebracht. Ein Becken mit Kois, die um 1,- Euro gefüttert werden können, dient als Namensgeber – Watertuin ist niederländisch und bedeutet Wasserteich. Der Teich ist Rahmen für ein Holzhäuschen mit Sitzplätzen: romantisch und absurd zugleich.

Watertuin Lokal Fische (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Watertuin Lokal Fische (c) STADTBEKANNT

Zuerst: orientieren

Nach einer Orientierungsphase fühle ich schon den Zeitdruck, denn anders als in anderen All-You-Can Eat Restaurants wird hier nach der Aufenthaltsdauer abgerechnet. Eine Stunde für 14,- Euro habe ich gebucht und schon einmal 10 Minuten verloren um einen Platz zu finden, das Buffet und die Getränke abzuchecken und noch einmal den Platz zu tauschen, weil der, den ich mir ausgesucht hatte direkt neben einer furchtbar lauten Slush-Maschine war.

Watertuin Lokal Tresen (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Watertuin Lokal Tresen (c) STADTBEKANNT

Auf geht’s

Mit der Vorwarnung im Nacken, Essen und Getränke hier nicht zu verschwenden, da sonst pro Einheit 2,- Euro verrechnet würden, stürme ich los. Wohin weiß ich gar nicht so genau. Zunächst etwas zu trinken – die Getränkestation ist jedenfalls gut bestückt. Dann renne ich orientierungslos von einer Essenstation zur anderen und wieder zurück. Mit einem Salat geht’s los, auch wenn der etwas trostlos aussieht. Vorsichtig schaufle ich nur ja nicht zu viel auf – Gott sei Dank, er schmeckt ähnlich wie er aussieht. Dabei stellt sich mir die Frage, ob ich auch Strafe zahlen muss, wenn ich übrig lasse, was mir nicht mundet? Das würde die ja grundsätzlich tolle Idee ein wenig ad absurdum führen.

Watertuin Lokal Buffet (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Watertuin Lokal Buffet (c) STADTBEKANNT

Und Schluss

Noch kauend springe ich auf, um mich an einen zweiten Gang heranzuwagen und ja nicht zu viel Zeit zu verlieren. Auch wenn die Optik der Zutaten jener vom Salat entspricht, entscheide ich mich für Teppanyaki-Gemüse mit Reis, das in etwa dem gleich kommt, was man beim All-You-Can-Eat Asiaten erhält. Danach noch ein Stück Pizza, das mit ebenso fahlen Zutaten belegt für 3 Minuten auf einem Rost durch einen Ofen geschleust wird. Der Showeffekt ist ganz ok, der Geschmack auch. Zum Abschluss noch ein paar abgezählte Stück Obst und dann sind doch noch tatsächlich 30 Minuten übrig. Theoretisch gäbe es da noch ein paar Wiener Spezialitäten, Sushi und abends auch Steak und Hummer. Doch man muss wissen, wann Schluss ist (Lektion Nummer 1 bei All-You-Can-Eat)

Watertuin Pizza (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Watertuin Pizza (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Lieber ins Kaffeehaus

Mein Fazit: Nach niederländischen TV- Formaten wie Big Brother, Adam und Eva, Dick oder Schwanger wundert es mich eigentlich nicht, dass Ihnen gastronomisch auch so etwas Absurdes einfällt. Auch wenn das Ambiente grundsätzlich ansprechend ist, schlägt mir doch der Zeitfaktor gepaart mit der bescheidenen Qualität der Speisen und der unglaublichen Dimension des Lokals etwas auf den Magen. Da bin ich dann doch eher der Kandidat für Was gibt es Neues und unsere Kaffeehäuser, wo der Wiener Schmäh rennt, die Zeit aber nicht!

Watertuin Lokal Pflanzen (c) STADTBEKANNT Wetter-Nohl

Watertuin Lokal Pflanzen (c) STADTBEKANNT

STADTBEKANNT meint

Für Schnell- und Vielesser mag das Watertuin eine Oase sein, für, Menschen, die sich Zeit nehmen und vielleicht auch nebenbei einmal in Ruhe Zeitung lesen oder aufs Handy sehen wollen, denen würde ich den Besuch in dem neuen Mega-Restaurant eher nicht empfehlen. Der Preis für das All-You-Can-Eat Buffet richtet sich nach der Aufenthaltsdauer, was mitunter zu kleineren oder größeren Stressgefühlen führen kann. Die Getränke sind inkludiert, die Speisen reichen von Sushi über Teppanyaki, hin zu Pizza, Pasta, Salat und Nachspeise. Die Qualität entspricht der Massenabfertigung – 800 Plätze gibt es. Einzig das Interior überzeugt durch Koi-Teich, Pflanzen, Holztische und helles Licht. Dafür aber quer durch die Stadt fahren?

, , , ,

Watertuin

Etrichstraße 23
1110 Wien

täglich 12:00 – 22:00 Uhr

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »