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Was ist eigentlich ein Werkmeister?

2. Juli 2013 • Skurriles1 Kommentar zu Was ist eigentlich ein Werkmeister?

Das Fernlehr-Institut Humboldt fasziniert die Österreichischen Fernsehzuschauer ja schon seit Ewigkeiten mit dem immer gleichen, bizarren Werbefilmchen. Das große Humboldt-Mantra „Lernen wann ich will, wo ich will, wie ich will“ ist schon längst ins kollektive Bewusstsein geprügelt. Näher beschäftigt haben sich mit Humboldt allerdings die wenigsten – wir gehen jetzt endlich ein paar Fragen nach.

 

Was ist eigentlich ein Werkmeister?

Der zweite wichtige Satz des Humboldtschen Evangeliums ist bekanntlich „Ich mach jetzt den Werkmeister!“. Das klingt auf jeden Fall wichtig, hochqualifiziert und respektabel – aber was ist das? Was sind die Aufgaben eines Werkmeisters? Hat der Beruf vor der Werbung überhaupt existiert? Ist es überhaupt ein Beruf? Und: ist er garantiert „mit Gehaltserhöhung“?

Im persönlichen Umfeld herumzufragen hat keine Ergebnisse gebracht, also begeben wir uns auf die Homepage des Instituts. Dort wird die Verwirrung nur noch größer: Es gibt offenbar zwei Werkmeister, einen für Elektrotechnik und einen für Maschinenbau – und die Voraussetzungen für die zwei Jahre dauernde (!) Schulung ist tatsächlich eine abgeschlossene technische Lehre.

Wikipedia weiß da mehr: „Der Werkmeister ist eine qualifizierte technische Führungskraft in Industrie und Gewerbe.“ Eine Zusatzausbildung also, die etwa zum Führen von Mitarbeitern in einem Industriegewerbe befähigt.

Schade eigentlich – meine Hoffnung auf den Respekt einflößenden Titel „Werkmeister Onlineredaktion“ schwindet somit. Wer also so wie ich gedacht hat, mit einem einfachen Ankreuzen des Werkmeisters auf der Rückseite der „NEWS“ seinen Lebenslauf und seine berufliche Position aufbessern zu können, den müssen wir leider enttäuschen.

 

SekretärIN

Dass der Werkmeister zweifelsohne ein technikaffiner Mann ist, wird uns durch die Darstellung eines euphorisierten Herrn in den Werbefilmchen schon jahrelang ins Hirn gewerkmeistert. Das humboldtsche Pendant dazu muss dann wohl DIE SekretärIN sein. Damit die Frauen auch was zum Lernen haben, gell?

Zwar weist das Institut wohlwollend darauf hin, dass „das Schreiben, Öffnen, Lesen und Ablegen von Briefen ist heute längst nicht die einzige Tätigkeit dieses Berufsbildes“ ist.  Auch hat offensichtlich jemand sich an das Umschreiben der Darstellung des Berufsbildes gemacht und todesmutig „Sekretär und Sekretärin“ im Fließtext untergebracht. Das ändert aber nichts daran, dass das in rosa gehaltene Design mit der weiblich formulierten Überschrift uns entgegenschreit, dass Sekretärinnen vielleicht auch nicht wissen, was ein Werkmeister ist. Sie sind es aber ganz bestimmt nicht.

 

Fragen über Fragen …

Warum bietet ein seriöses Bildungsinstitut Lehrgänge für Astrologische Psychologie oder Gartenplanung an?

Hat der Drehbuchautor der Humboldt-Werbung vorher den Lehrgang Drehbuchautor gemacht?

Kann ich mit dem Lehrgang „Psychologie – Theorie und Praxis“ wirklich praktizieren?

Ist ein Humboldt-Lehrgang im Lebenslauf eher ein Aufnahme- oder ein Ausschlusskriterium bei der Bewerbung?

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Eine Antwort auf Was ist eigentlich ein Werkmeister? – Verstecken

  1. ss sagt:

    ss
    was soll der scheis

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