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Wiesenlandschaft (C) Mautner stadtbekannt.at
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Warum stinkt Wien im Frühjahr nur so?

28. März 2012 • Skurriles4 Kommentare zu Warum stinkt Wien im Frühjahr nur so?

Schon vor längerer Zeit konnten wir das Rätsel lösen, warum es am Schweden- und Stephansplatz häufig so unangenehm riecht. Heute sind wir einem anderen olfaktorischen Problem auf der Spur.

Wien hat viele Gerüche, vom süßlichen Duft der Mannerfabrik in Ottakring, über die Fiaker im Ersten Bezirk, bis zur Kläranlage Simmering ist so einiges an angenehmeren und weniger angenehmen Gerüchen dabei. Im Frühjahr kommt ein ganz spezieller Geruch dazu, der von manchen als Gestank erlebt wird. Sogar eine eigene Facebook Seite widmet sich dem Thema.

Für das Phänomen des Gestanks zu Frühjahresbeginn gibt es verschiedene Erklärungen. Die einen vermuten die Hunde und ihre BesitzerInnen hinter der Tat, die anderen wahlweise Kläranlagen, Müllverbrennungen, die Abgase des Automobilverkehrs, die Windrichtung oder die Mondphasen.

Die Erklärung ist in Wirklichkeit aber viel einfacher. Wien, ein Hort der Zivilisation, umgeben von ruralem Land, wird zu dieser Jahreszeit von eben diesem eingeholt. Die Bauernschaft nützt die nun auftauenden Böden zur Ausbringung von Gülle. Bei ungünstiger Windlage erreicht die „gesunde Landluft“ auch die Großstadt und ringt dort die auch nicht eben wenig stinkenden PKW-Abgase nieder. Für kurze Zeit herrscht dann der Geruch von Gülle auch in der Großstadt vor.

Unsere Nasen an den zahlreichen Gerüche der Großstadt geschult, reagieren auf diese Geruchsbelästigung irritiert und verstört. Der plötzliche und unerwartete Einfall von Landluft kann bei Großstädtern zu spontanen Unmutsäußerungen, ja in schlimmeren Fällen gar zu Erregungen öffentlichen Ärgernisses Anlass geben.

Was tun?

Die stadtbekannt Redaktion empfiehlt deshalb, nach Konsultation ärztlichen Beistandes, in den Monaten März und April nur auf eigene Gefahr das Haus zu verlassen. Klar im Vorteil ist, wer einst in Massenhysterie die Grippeschutzmasken kaufte, diese könnte nun von unschätzbarem Nutzen sein. Vom Schwarzmarkt werden bereits Höchstpreise berichtet.

Helfen kann auch sich den Geruch der Großstadt wenigstens in den eigenen vier Wänden zu konservieren. Ein Auto in die Wohnung zu bringen dürfte schwierig sein, aber ein Mofa sollte schon machbar sein. Dann einfach den Motor laufen lassen und einem sehr großstädtischen Hobby, dem schimpfen über den hohen Benzinpreis frönen. Achtung: Lüften nicht vergessen!

Langfristig muss aber wohl in größeren Dimensionen gedacht werden. Linz hat mit der VOEST einen natürlichen großstädtischen Schutz gegen Geruchsbelästigung vom Land. In Wien fehlt es leider an einer vergleichbar großen Fabrik. Um vor allen Eventualitäten geschützt zu sein empfiehlt es sich einen Ring großindustrieller Fabriksanlagen um Wien anzulegen. Mittels Windrädern sollten diese bei drohender Geruchsbelästigung die Abgase nach Wien treiben. Das wäre einerseits eine Win-Win Situation, weil auch Ökologie-bewusste etwas davon hätten (Windräder), andererseits hätte die Gülle dagegen keine Chance.

Am vernünftigsten wäre es aber wohl endlich umzusetzen, was wir schon lange fordern. Das Wiener Umland in ein Meer zu verwandeln. Das würde zwar dann auch einen Geruch haben, aber nicht nach Gülle, sondern nach Urlaub.

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4 Antworten auf Warum stinkt Wien im Frühjahr nur so? – Verstecken

  1. Mimi sagt:

    Gülle – schon klar, aber…
    .. das erklärt leider in keinster Weise wieso es jahrein jahraus in der U1 Station Schwedenplatz IMMER nach Erbrochenem riecht.. Meiner Meinung nach ein viel größeres – wennauch ebenso olfaktorisches – Problem!

  2. stadtbekannt sagt:

    Liebe Mimi
    Siehe den ganz oben verlinkten Artikel.

  3. sonja sagt:

    @mimi
    das U1 problem wird sich nie lösen, die haben einen baustoff verwendet, der stinkt so.

  4. martha sagt:

    Genau.
    Ein Meer für die Wiener wäre genial!

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