Lifestyle – Skurriles

Confisserie zur Lerche Zuckerl (c) STADTBEKANNT
Confisserie zur Lerche Zuckerl (c) STADTBEKANNT

Wahlzuckerl für jeden

15. September 2015 • Skurriles

Was uns heuer erwartet

Wie üblich versuchen unsere Volksvertreter nicht nur durch ihre Kompetenz im Vertreten von angeblichen Interessen der Bevölkerung Stimmen zu gewinnen, sondern auch durch raffinierte Kleingeschenke, die uns, die Wähler, dazu animieren sollen, am Wahltag beim Kreuzerlspiel den „richtigen“ Kreis zu treffen. Wir haben uns angeschaut, was dieses Jahr von den Fraktionen so angeboten wird.

 

Sozialdemokratische Partei

Die Sozialdemokratische Partei führt heuer wieder einen Personenwahlkampf und verteilt Plüschfiguren des amtierenden Bürgermeisters, der, wenn man ihn an einer bestimmten Stelle drückt, auf alles mit „Da bleib‘ i stur“ antwortet. Außerdem werden aus Michi Häupls privater Sammlung im Rathauskeller gut gereifte Rotweine im Tetra-Pak ausgegeben, passend zum Slogan „Für Wien brauchst an Gspira“.

 

Österreichische Volkspartei

Mehr als Vorbereitung denn Wahlzuckerl gedacht, werden an die letzten verbliebenen ÖVP-Wähler in Wien bereits Partenzettel verteilt, denn die ÖVP geht davon aus, dass sie den 11. Oktober nicht überleben wird. Selbst Manfred Juraczka sieht auf den Abschiedsplakaten mit trauernder Miene zu wie die Volkspartei sich selbst zu Grabe trägt. Während des Wahlkampfes will man sich eher zurückhalten, man investiert lieber in den am 11. Oktober stattfindenden Trauerschmaus, zu dem man freilich mit dem PKW kommen darf, die Parkplätze werden von der Volkspartei aus dem Hut gezaubert.

 

Die Grünen

Die Grünen lassen sich dieses Jahr nicht lumpen, sie wollen ja nach ihrer ersten Regierungsperiode weiterhin Verantwortung übernehmen. Wahlhelfer verteilen Zahnlücken-Aufkleber an Sympathisanten und jeder der möchte, kann sich auf Bestellung gratis je ein „Beginn einer Fußgängerzone“- Schild abholen, welches man an einem beliebigen Platz aufstellen darf. Auf der Mariahilferstraße wird überdies noch von Vassilakou eigenhändig gerührtes Tsaziki vom Fahrrad aus verteilt.

 

Freiheitliche Partei Österreichs

Um den Inländern besseres Deutsch beizubringen, verteilen die Freiheitlichen (nur die männlichen, FPÖ-Frauen dürfen nur mit Sondergenehmigung das Haus verlassen) Lückentexte, in denen man die lyrischen Ausdünstungen der letzten Jahre noch einmal Revue passieren lassen kann. An ausgewählten Stellen werden auch kleine Bierzelte errichtet, in wo man das Krügerl aber nur im 3er-Pack bestellen kann. Patriotisch dazu gibt es natürlich ein gutes Wiener Schnitzel – natürlich schön braun durchgebacken. Zu guter Letzt bietet man noch eine kleine Infobrochure an, die aufklären soll, was ein Anachronismus ist und warum dieser Begriff sicher nicht auf die Freiheitlichen zutrifft.

 

NEOS – Das Neue Ös­ter­reich und Li­be­ra­les Forum

Das NEOS löst im Wahlkampf schon das ein, was sie ankündigen: Sie haben sich selbst privatisiert und sind jetzt Teil der Haslauer Interessensgemeinschaft G.m.b.H. Um den Schein aber trotzdem zu wahren, werden zur Wahl an strategisch wichtigen Punkten pinke Container aufgestellt, in denen der „Unternehmergeist“ von Matthias Strolz aus dem Nirvana zu Interessierten spricht. Die Wahlkampfhelfer arbeiten auch Sonn- und Feiertags um der potentiellen Wählerschaft erklären zu können, warum ein Betriebsrat eine definitiv unnötige Belastung für Firmen darstellt. Leider gibt es außer knallpinken Luftballons, die aus Kostengründen mit heißer Luft anstatt mit Helium gefüllt sind, nichts von den NEOS geschenkt.

 

Wien anders

Wien anders, eine Liste, die sich aus 4 Kleinparteien zusammensetzt, weil sie sonst überhaupt keine Chancen hätten, schwingt ihr ganzes Gewicht in die Runde. Von allen „Allianzpartnern“ bekommt man verschiedene Geschenke zugeteilt: die Kommunistische Partei verteilt Gummistiefel (leider hat die Planwirtschaft nix besseres gerade), die Piraten geben Augenklappen her, die anderen 2 Kleinparteien sind noch am Überlegen was sie verschenken sollen. Bisher hat man ja noch nie einen Wahlkampf geführt, also kennt man sich ja noch nicht aus. Man nahm an, dass man die Plakatplätze der KPÖ benutzen dürfe, was aber vom Magistrat nicht genehmigt wurde. Darüber will man sich aber hinwegsetzen und einfach illegal plakatieren. Was soll schon passieren, der Beamtenmoloch kann eh nicht schnell genug reagieren. Man wird sehen, was aus der Zweckheirat wird.

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