Wien – Unnützes Wienwissen

Wiener Konzerthaus (c) STADTBEKANNT

Von Umbruch bis zum Untergang

1. August 2014 • Unnützes Wienwissen

Sisi, Franzl und andere Zeitgenossen (1848-1918)

Die Revolution hat vor allem in Wien alles auf den Kopf gestellt. Der gealterte Metternich flieht ins Ausland, und sogar Kaiser Ferdinand I. muss schließlich fliehen und abdanken.

Nachdem es den kaiserlichen Truppen gelingt, Wien zurückzuerobern, besteigt Ferdinands erst 18-jähriger Neffe, Franz Joseph I. den Thron. 1854 heiratet er die junge, hübsche Elisabeth von Bayern, die als Kaiserin Sisi in die Geschichte eingehen sollte.

Franz Joseph herrscht zentralistisch und führt bald Krieg. Die Gegner: Preußen, das wie Österreich die Vorherrschaft im deutschsprachigen Raum anstrebt, und Italien, das unabhängig werden will. Trotz einzelner gewonnener Schlachten verliert Österreich letztlich. Die Schlacht bei Königgrätz gegen die Preußen 1866 endet im Desaster, Italien wird 1870 unabhängig.

In der Umbruchstimmung der Jahrhundertwende blüht in Wien die Kultur: Es ist die Zeit der Kaffeehausliteraten, der Jugendstil-Architektur. In Salons wird politisiert, Redakteure diverser Couleurs schreiben für Veränderung. Derweil bleibt jedoch bei Hof alles beim Alten: Kaiserfamilie und Erzherzöge gehen wie gehabt ihren Pflichten nach und frönen ihren Leidenschaften. Man bewahrt Haltung.

Außenpolitisch ist die Lage weniger ruhig. Der Vielvölkerstaat droht zu zerfallen, während der Kaiser versucht, seine Position am Balkan notfalls mit Gewalt zu halten. Die nationalen Konflikte schaukeln sich auf, Medien und Öffentlichkeit lechzen regelrecht nach Krieg.

Als 1914 der Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau in Sarajevo einem Attentat zum Opfer fallen, sieht man den Anlass gekommen. Der Erste Weltkrieg bricht aus und überzieht Europa mit Verwüstung und Leid. Mit dem Kriegsende 1918 und dem Rücktritt des letzten Kaisers Karl I. zerfällt die Herrschaft der Habsburger in Österreich.

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