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Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT
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Urzeitkrebse und Solarzeppelin

30. April 2012 • Skurriles3 Kommentare zu Urzeitkrebse und Solarzeppelin

Hat man offenbar mit dem ursprünglichen Konzept, Kindern miese Comics mittels billig-Ramsch schmackhaft zu machen nicht dauerhaft reüssieren können, kehrt das Yps-Heft nach zehnjähriger Abstinenz nun als Männermagazin zurück. Wir schwelgen in Erinnerungen und haben die beliebtesten Gimmicks der alten Version nun im Reality-Check. 

Den Ursprüngen nach zwar Jugendmagazin der kommunistischen Partei Frankreichs, war das Yps-Heft im deutschsprachigen Raum allerdings hauptsächlich für seine Plastik-Gimmicks bekannt, die bei Kindern der 80er und 90er für Furore sorgten – allerdings genauso auch häufig für Frust und Ärger: 

Die Urzeitkrebse

Was war eigentlich zuerst da – das Yps-Heft oder das (Krebs)-Ei? Nachdem die kleinen Tierchen in jedem zweiten Yps-Heft enthalten waren, munkelte man ja schon, dass das Magazin eigentlich von hochentwickelten Urzeitkrebsen gegründet wurde um die Weltherrschaft wieder an sich zu reißen. Funktioniert hat das allerdings wohl auch deshalb nicht, weil die Krebse, so sie tatsächlich geschlüpft und nicht im Gurkenglas verhungert oder in der Sonne eingangen sind, nach spätestens zwei Wochen durchs Klo in der Kanalisation landen mussten – wo sie wohl heute noch auf ihre große Chance warten.

Der Solar-Zeppelin

Ebenfalls ein legendäres Gimmick war der Solar-Zeppelin, oder besser: ein aufblasbarer schwarzer Müllbeutel, dessen Hülle derart dünn war, dass man ihn beim auspacken sofort zerreißen musste (als Müllbeutel demnach kaum zu gebrauchen). Hat man ihn dann erst mal repariert und aufgeblasen ist das sperrige Ding bei idealem Wetter (sprich 30°C Sonnenschein) doch tatsächlich nach einer Stunde Aufheizen einen halben Zentimeter vom Boden abgehoben. Wow!

Das Survival-Zelt

Das Abenteuer-Zelt war ebenfalls eines der beliebtesten Gimmicks und gefühlt ca. alle vier Wochen als Beilage im Heft, was wahrscheinlich auch daran lag, dass es wohl eines der billigsten Gimmicks war: bestanden hat das Zelt nämlich nur aus einem Stück Plastik-Folie – mit der gleichen Logik hätte man ein nasses Taschentuch als Gasmaske verkaufen können. Aber: immerhin kann man Restbestände des Survival-Zelts noch als Gimmick für die Erwachsenen-Version gebrauchen: als abwaschbares Plastik-Bettlaken für die nächste Orgie.

Die Geldmaschine

Mit dem kleinen Ding mit der Kurbel konnte man angeblich aus einem Fünf-Mark-Schein einen Hunderter zaubern, dafür musste man angeblich einfach nur vorne den einen, hinten den anderen Schein hineindrehen. Nachdem man aber die schematische Skizze als Zehnjähriger nicht verstanden hat, verschwanden am Ende irgendwann beide Scheine auf Nimmerwiedersehen in dem kleinen Apparat und am Ende im Müll – womit das Rätsel um die verbliebenen neun Milliarden Schilling gelöst wäre, die noch immer nicht in Euro getauscht wurden.  

Foto: Richard Jebe/Wikipedia

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3 Antworten auf Urzeitkrebse und Solarzeppelin – Verstecken

  1. xpod sagt:

    the list goes on
    ostereierbaum (den nie wer eingepflanzt hat), kristall-tanne (die nur verschimmelt ist)…

  2. Albert sagt:

    Leser der 70er
    Ich habe es ab der Nummer 1 mitbekommen und das war noch in den 70ern!
    Die Detektivgadgets waren cool: Brille mit Rückspiegel, Armband(Sonnen!)-Uhr mit "Geheimfach"…

  3. The Bishop sagt:

    Agenten
    Stimmt, die Detektiv- und Agenten-Ausrüstung habe ich ausgiebig genutzt und geliebt…

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