Lifestyle – Skurriles

Urlaub auf Balkonien (c) STADTBEKANNT
Urlaub auf Balkonien (c) STADTBEKANNT

Urlaub auf Balkonien

25. Mai 2014 • Skurriles

Sitzen und Schwitzen wie die Profis

Der WienerInnen liebstes Hobby muss ja das Sitzen sein. Anders ist nicht erklärbar, dass die Südosttangente auch nach jahrzehntelangem Betrieb nach wie vor eines der beliebtesten Ausflugsziele für alle, die gerne und aufs ausgiebigste sitzen, ist.

Auch das Museumsquartier ist, sobald die Temperaturen steigen, primär ein Ort zum Sitzen und auf der Donauinsel, der Kaiserwiese und an vielen anderen Orten sieht es nicht anders aus. In Wien wird eben gesessen und gelegen, was das Zeug hält.

 

Die glücklichen BalkonbesitzerInnen

Mild lächelt über diese Art des Gruppenkuscheln beim Sitzen und Liegen, wer entweder zur Sommerfrische aufbricht oder eine Terrasse oder einen Balkon sein/ihr eigen nennen kann und so ganz für sich allein oder in ausgewählter Gesellschaft dem Liegen und Sitzen frönen kann. Für EinsteigerInnen empfiehlt es sich, nicht länger als zwei bis drei Stunden auf dem Balkon zu liegen und vor sich hin zu dösen, Fortgeschrittene und Profis halten es aber durchaus auch ein ganzes Wochenende aus.

Wer das Wochenende am Balkon verbringen will, muss vorsorgen, denn ungeplant ist häufiges Aufstehen notwendig, um Dinge herbeizuschaffen. Aufstehen steht allerdings dem eigentlichen Zweck, dem Sitzen und Liegen, im Weg. Profi-BalkonchillerInnen bereiten sich auf ein Wochenende am Balkon durchaus zwei bis drei Stunden vor, um sich dann jedoch nicht mehr zu erheben. Insofern sind die zwei Stunden gut investiert.

 

48 Stunden in Balkonien

Balkonien ist alles in allem ein unkomplizierter Flecken Erde. Zu beachten sind jedoch die Temperatur- und Wetterschwankungen. Des Abends und in der Nacht ist es in aller Regel kälter als unter Tags, außerdem kann es – muss aber nicht – regnen. Der Wind ist eine weitere drohende Gefahr. Profis beachten Temperaturschwankungen und Wetterumschwünge, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Denn nichts ist in Balkonien unangenehmer, als aufstehen zu müssen.

 

Das braucht ihr für den Urlaub in Balkonien:

Sonnencreme, am besten in der Jumbo Packung: Wer sich die Haut ganz fürchterlich verbrennt, muss aufstehen und hat verloren. Deshalb vorbeugen und ausreichend Sonnencreme nach Balkonien mitnehmen!

Decken und Kerzen: Am Abend ist es in Balkonien stets kälter als unter Tags, auch wenn der Tag noch so warm ist, kann es am Abend doch kühl werden. Eine Decke verhindert Frieren. Kerzen kann verwenden, wer am Balkon kein elektrisches Licht hat, oder Balkonien selbst im Falle eines Stromausfalls nicht verlassen will.

Blumen: Balkonien ist hübscher mit, als ohne Blumen. Diese gießen ist im Urlaub jedoch nicht angesagt, Profis verwenden daher Selbstgießanlagen und sorgen vor Urlaubsantritt für ausreichend Wasser.

Verlängerungskabel am Balkon: Hilft um diverseste elektronische Unterhaltungsmedien in Balkonien zu konsumieren, fällt der Strom aus, sollte man an die Kerzen gedacht haben.

Essen & Trinken: Eine oder mehrere Kühlboxen mit ausreichend Flüssigkeit sind ein absolutes Must. Beim Essen sollte man auf Produkte achten, die Hitze wie Kälte standhalten.

Urinbeutel: Ein eher heikles Thema und für Nicht-Profis sogar abstoßend, ist das Thema Notdurft in Balkonien. Sitzprofis wissen, beispielsweise von der Südosttangente, dass es längst praktische Urinbeutel gibt, die dem sinnlosen Aufstehen vorbeugen. Absolute Vollprofis denken mit und legen sich vor dem Ausflug nach Balkonien eine kleine, aber feine Verstopfung zu.

Lesematerial oder Konversationskarten: Besonders alleine kann Lesematerial helfen die Zeit in Balkonien zu vertreiben. Zu zweit helfen Konversationskarten über das irgendwann notwendigerweise einsetzende Schweigen hinweg. Profitipp: Heikle Themen vermeiden und somit Streit vorbeugen. Dieser endet nämlich fast zwangsläufig damit, dass mindestens eine Person Balkonien verlässt.

Sonnenbrille: An die sollten selbst absolute AmateurInnen denken.

Liegestühle: Auf irgendetwas muss man ja sitzen!

Gelsenspray: Nur AnfängerInnen vergessen darauf.

Meeresrauschen: Ein Audiofile mit Meeresrauschen hilft, um sich Balkonien ans Meer zu träumen. Wer die Menschheit vermisst, sollte vielleicht auf Kaffeehausgeräusche zurückgreifen.

 

No Go´s:

Gitarre: Nur nicht singen oder Musikinstrumente spielen. Wenn man sich damit schon nicht selbst aus Balkonien vertreibt, so jedenfalls die Begleitung.

NachbarInnen: Bestecht die Nachbarkinder doch, damit euch diese während eures Urlaubs in Ruhe lassen. Vernünftigerweise hat man aber NachbarInnen die auf Sommerfrische fahren, oder man investiert in einen Ausflug für die lieben NachbarInnen.

Handy: Wenn man erreicht wird, könnte man gezwungen sein aufzustehen. Am besten auf´s Handy verzichten. Profitipp: Nicht ins Internet einsteigen!

Tiere: Wer Hund oder Katze sein/ihr eigen nennt schüttet entweder eine Jumbopackung Futter am Boden aus, damit sich diese „selbstversorgen“, oder gibt sie am besten den NachbarInnen zu deren Ausflug mit.

 

Achtung!

Nicht vergessen sich hie und da umzudrehen. Das Wundliegen ist ein selbst unter ProfibalkonierInnen heikles und weitgehend tabuisiertes Thema. Als Faustregel gilt: Alle paar Stunden eine leichte Drehung vollführen und die ärgste Gefahr ist gebannt.

Aufstehen: Selbst Profis leben nach dem Motto „Einmal ist Keinmal“. Wenn man unbedingt einmal aufstehen muss, bleibt man am besten ruhig und vermeidet jede Panik. Spätestens beim zweiten Aufstehen, ist aber die ganze Urlaubsatmosphäre dahin, daher unbedingt vermeiden!

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