Essen & Trinken

Kaffeerösterei Brasil die Bohnen (c) STADTBEKANNT
Kaffeerösterei Brasil die Bohnen (c) STADTBEKANNT

Unnützes KaffeeWissen

1. September 2015 • Essen & Trinken

Anekdoten und Fakten

Wer nicht weiß, woher der ‘Obermayer’ seinen Namen hat, oder wann der Tag des Kaffees überhaupt ist, der hat wohl sowieso noch viel zu lernen. Damit ja niemand in die Verlegenheit gerät, jemandem diese Dinge nicht erklären zu können, haben wir alle besonders wichtigen Informationen in dem folgenden Beitrag zusammengefasst.

 

Musikalische Kaffee-Story

Der Komponist Johann Sebastian Bach (1685-1750) setzte mit seiner “Kaffeekantate” dem Kaffee ein humorvolles Denkmal. In dem Singstück geht es um Lieschen, deren Vater ihr das Kaffeetrinken verbieten will und sie erpresst, indem er ihr nur erlaubt zu heiraten, wenn sie ihre Leidenschaft aufgibt. Lieschen aber bleibt stur. Sie umgeht die Auflage des Vaters, indem sie verbreitet, nur ein Kaffeeliebhaber komme ihr als Ehemann in Frage.

So singt Lieschen über ihr Lieblingsgetränk:

“Ei, wie schmeckt der Kaffee süße,

Lieblicher als tausend Küsse,

Milder als Muskatenwein.

Kaffee, Kaffee muß ich haben,

Und wenn jemand mich will laben,

Ach, so schenkt mir Kaffee ein!”

 

Beethovens 60 Bohnen

Ludwig van Beethoven (1770-1827) pflegte seinen morgendlichen Kaffee aus exakt 60 abgezählten Kaffeebohnen zuzubereiten.

 

Kreativer Kaffee-Junkie

Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac (1799-1850), bekannt vor allem durch den Romanzyklus Die menschliche Komödie, war mehr als nur ein gewöhnlicher Kaffeegenießer. Statt 60 Bohnen brauchte er täglich rund 60 Tassen Espresso. Er schlief kaum, arbeitete exzessiv bis zu 16 Stunden am Stück und starb schließlich an Überanstrengung.

 

Aus Dreck mach Kaffee

Die weltweit teuerste Kaffeesorte heißt “Kopi Luwak” und kommt aus Indonesien. Dort lebt nämlich der Fleckenmusang, der gerne Kaffeebohnen verzehrt. Im Verdauungstrakt der Schleichkatze fermentieren die Bohnen und erhalten zusätzliche muffige, dunkle Aromen, ehe sie wieder ausgeschieden werden. Die Exkremente werden eingesammelt, danach wird der Kaffee gewaschen, geröstet und zubereitet.

Ein Kilogramm Kopi Luwak kostet etwa  200 Euro.

 

Carpuccinos Reise

Einer der lustigsten Weltrekorde gelang einem Team von BBC-Journalisten, die im März 2010 mit einem kaffeebetriebenen Auto 337 Kilometer von London bis Manchester zurücklegten. Der umgebaute VW Scirocco mit dem Spitznamen “Carpuccino” verbrauchte 11.760 Espressi für die einmalige Fahrt.

 

Tödliche Dosis

Wer mit Kaffee Suizid begehen möchte, braucht zunächst einmal einen geduldigen Magen: Erst ab 100 Tassen in weniger als einem halben Tag wird es lebensgefährlich.

Nah an dieser Dosis dran war ein verrückter Weltrekordler: Er trank 82 Tassen in nur 7 Stunden und überlebte.

 

Kaffeebestellkultur

Zu Beginn der Kaffeehauskultur bestellte man nicht wie heute Milchkaffee oder Espresso, sondern man wählte nach Farbe. Der Kellner reichte einem die Farbpalette, auf welcher von schwarz bis milchig-weiß die verschiedensten Farbschattierungen des Kaffees angebracht waren. Je schwärzer desto stärker, je heller desto milder.

 

Tag des Kaffees

Etwa 162 Liter duftenden Kaffee trinkt der Durchschnittsösterreicher im Jahr – mehr als Bier (“nur” 108 Liter). Und wenn etwas wirklich wichtig ist, gehört es gefeiert!

Jährlich am 1. Oktober zelebriert Österreich mit dem “Tag des Kaffees” Kaffeehauskultur und Genuss. Veranstaltungen begleiten den von Handel und Gastronomie initiierten Festtag. An das beliebteste Kaffeehaus mit dem besten Kaffee wird zudem die “Goldene Kaffeebohne” verliehen.

 

Blümchenkaffee

Der besonders leichte Kaffee wird auch “Blümchenkaffee” genannt. Das kommt daher, dass man durch die wässrige Brühe die Blümchen am inneren der Kaffeetasse erkennen kann.

 

Pharisäer

Der Pharisäer hat seinen Namen von einem nordfriesischen Pfarrer, der den Ausruf “Ihr Pharisäer!” tätigte und damit eine heuchlerische Feiergesellschaft ansprach, die Rum in ihren Kaffee mischte und den Geruch durch eine dicke Schlagobershaube abzudecken versuchte.

 

Zu leichte Mischung

Im Jahr 1981 kam es zu einem Rechtsstreit, bei dem es um die zu leichte Zubereitung eines Pharisäers ging. Das Urteil lautete daher, dass ein Pharisäer von nun an nur noch als solcher gelten darf, wenn zumindest 4cl Rum beigefügt werden.

 

Igitt, das Wasser!

Warum es zum Wiener Kaffee traditioneller Weise auch ein kleines Glas Wasser dazu gibt? Es schickt sich nicht nach dem Umrühren den Löffel abzuschlecken – dazu ist das Wasser da!

 

Namensgebung

Der Wiener Philharmoniker, Hermann Obermayer (1896 – 1960) hat es geschafft durch seine Kaffeesonderwünsche eine eigene Kaffeevariation im Kaffeelexikon durchzusetzen. Ein Mokka mit eiskaltem Obers, das über einen verkehrten Löffel gegossen wird heißt seit jeher “Obermayer”.

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »