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Flirten für Anfänger (c) Dufek
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Ungut ist auch daneben

28. Jänner 2018 • Skurriles, Wien

Wie man(n) garantiert nicht flirten sollte.

Wer kennt sie nicht, die betrunkenen Schürzenjäger, die selbsternannten mächtigen älteren Männer, die sich alles erlauben können, oder die lästig hinter einem herschwanzelnden Schleim-Charmeure?

Peinlich, anstrengend, ärgerlich oder entbehrlich sind nur ein paar Begriffe, die Frauen einfallen, wenn sie wieder einmal einen treffen. Wen genau? Richtig, einen Ungustl, der sich zum Ziel gesetzt hat, einen anzubraten, zu berühren oder gar ins Bett zu kriegen. Manche Ungustl-Typen sind bloß lästig, andere ein Fall für die Polizei. STADTBEKANNT analysiert die klassischen Ungustl-Sorten, die sich in der freien Wildbahn herumtreiben – und gibt Rat, wie man ihnen ausweicht oder mit ihnen fertig wird!

 

Das touchy Rauschkind

Er ist ein wahrer Partytiger. Als „nüchtern-bin-ich-schüchtern“-Quartalsäufer fühlt er sich nirgends so sicher wie auf feuchtfröhlichen Geburtstagsfeiern, Feuerwehrfesten oder Clubbings. Im Alltag spricht er keine an, aber ist das Blut einmal mit Alkohol gesättigt, geht er auf die Jagd. Blöd nur, dass die meisten Frauen nicht darauf stehen, wenn einer vor lauter Promille das verständliche Sprechen verlernt hat! So bleibt das Rauschkind einsam an der Theke übrig und muss sich den Objekten seiner Begierde körperlich nähern, um zumindest von ihnen beachtet zu werden. Tatsch! Grapsch! Das Rauschkind kennt da keinen Genierer.

Die Abwehrstrategie: Das Rauschkind versteht am Besten laute, klare Worte wie „Schleich di!“. Reicht das nicht aus, hilft meist ein kleiner Schubser, und die Schwerkraft erledigt den Rest.

 

Der mächtige ältere Mann

Dieser Ungustl ist ein besonderes Schwammerl, weil er glaubt, sich mit seinem Status alles herausnehmen zu können. Im Klartext: Angestellte, Kellnerinnen, Kolleginnen, die Nachhilfelehrerin vom Sohnemann, oder junge Frauen auf irgendwelchen Festln. Manchmal belässt er es bei verbalen Belästigungen und halbseidenen Kommentaren, manchmal greift er zu. Für gewöhnlich passiert ihm nichts, wenn er sich „danebenbenimmt“, denn die Hilfe guter Freunde ist ihm gewiss. Der mächtige ältere Mann objektifiziert, belästigt, setzt herab und windet sich nachher geschickt heraus, indem er entweder die Erinnerung verliert oder nicht mehr weiß, inwiefern er jemanden psychisch verletzt hat.

Die Abwehrstrategie: Regel Nummer 1: Abstand halten. Regel Nummer 2: Wenn er übergriffig wird, nicht davonkommen lassen! Wurscht wer der Ungustl ist.

 

Der Schleim-Charmeur

Er streut Komplimente wie rote Rosen, er ist charmant, er ist großzügig und romantisch – zumindest am Anfang. Weist frau ihn allerdings ab, wird er zum lästigen Anhängsel, das einem hinterherschwanzelt wie ein Hund, der nicht weiß, was „Nein!“ heißt. Der Schleim-Charmeur nervt durch seine unsensible Vehemenz, seine besitzergreifende Ader und seine Anhänglichkeit, die bis zum Stalking reichen kann.

Die Abwehrstrategie: Nummer blockieren. Social-Media-Account blockieren. Ignorieren. Fenster zumachen, falls er vor ebendiesem Liebesschwüre vorträgt oder singt. Falls er danach immer noch weitermacht, Polizei rufen. Keine Blumentöpfe o.Ä. werfen. Die armen Blumen.

 

Der Loser

Er ist schrecklich einsam, seine Ex ist böse und gemein, in der Arbeit läuft alles schief, und überhaupt war sein Leben immer hart und furchtbar. Nie geht es ihm gut – außer, wenn er mit seiner Verehrten zusammen ist. Der Loser versucht, über die Mitleidsmasche zu punkten. Weist man ihn ab, neigt er dazu, demonstrativ zu leiden und sagt Dinge wie „Wegen dir bin ich zerstört.“ oder „Ohne dich kann ich nicht leben.“ So macht er einem absichtlich ein schlechtes Gewissen – er manipuliert einen quasi mit seinem Dackelblick.

Die Abwehrstrategie: Kritisch den Wahrheitsgehalt sämtlicher Gschichterln hinterfragen. Nicht bemitleiden. Falls der Loser gleichzeitig ein Schleim-Charmeur ist – und das ist eine häufige Kombination – siehe oben.

 

Der Macho-Narzisst

Er ist der geilste Typ auf dem Planeten. Sein Haar ist gekämmt, sein Blick zielsicher, seine Muskeln wölben sich hart unter dem zwei Nummern zu kleinen Shirt. Alternativ trägt er einen maßgeschneiderten Anzug. Der Macho-Narzisst geht davon aus, dass alle Frauen per Naturgesetz auf ihn fliegen müssten, gibt gerne mit seinen Leistungen an und führt eventuell gar eine Stricherlliste seiner Bettabenteuer. Einen Korb zu kriegen ist er nicht gewohnt. Da sein hypermännliches Ego dadurch in Gefahr ist, reagiert er auf Abweisung mit Kränkung und Aggression. Seine Traumfrau ist eine fesche, aber weitgehend willenlose Tussi.

Die Abwehrstrategie: In der Logik eines klassischen Macho-Narzissten ist eine Frau bestenfalls schmuckes Beiwerk für sein Ego – als vollwertige Person betrachten wird er sie wohl nie. Der Macho erfordert geübten Umgang und Umsichtigkeit – besser ist es aber allemal, man lässt die Finger von ihm.

 

Der gestörte Unhold

Er ist nicht nur ungut, sondern hochgradig gestört. Sein Ziel ist es, irgendwie seine Triebe auszuleben – zum Beispiel an einer Frau, die ihm zufällig über den Weg läuft. Manche solcher Unholde treiben als „Vergewaltiger hinterm Busch“ ihr Unwesen, andere frequentieren gegen 4:00 Uhr morgens Diskotheken, um übriggebliebene, sturzbetrunkene Frauen abzuschleppen. Auch K.O.-Tropfen und Drogen gehören zu seinen Hilfsmitteln. Der etwas harmlosere Unhold ist „nur“ schmierig im Verhalten und drückt sich grindig aus, wenn es um die Verbalisierung seiner Absichten kommt („Heast geile Hex, mogst pudan…“ etc.).

Die Abwehrstrategie: Beobachtet man einen Unhold bei einer Untat, sollte man nicht zögern, Türsteher und/oder Polizei hinzuzuziehen. Harmlosere Exemplare verjagt man am Besten, indem man für Wirbel und Aufmerksamkeit sorgt – das schlägt sie meist in die Flucht.

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