Wien – Leben

(c) Adamek stadtbekannt
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Toyota Prius + Premium

8. Dezember 2013 • Leben, Unterwegs

Wir sind voll besetzt von Wien nach Klosterneuburg gefahren.

Und das soll was heißen. Denn das Plus nach dem Prius bedeutet den Einzug einer dritten Reihe. Die ist zwar nur für Kinder angenehm zu benützen, wenn es aber darum geht mit einem ganzen Lasertag-Team anzutanzen, quälen sich auch mal Erwachsene ganz nach hinten und leiden ein wenig. Aber es ist in Ordnung. Nicht nur weil bei einer Zuladung von 568 kg sieben durchschnittlich schwere Erwachsene noch legal mitfahren dürfen, sondern auch weil man für das Team gerne ein Opfer bringt. Jedenfalls waren die ersten beiden Reihen dieser Meinung.

Sparsam wie der 13A

Das Tolle am Prius ist das Anfahren. Denn sofern man die Geschwindigkeit nur langsam steigert, fährt er rein elektrisch und kaum hörbar. Alle sechs Mitfahrer hielten beim ersten mal überrascht die Luft an. „Das ist arg“, sagte dann eine. Ich finde es schön. Am schönsten in der Nacht, wenn die Straßen leer sind und sich der Verkehr hinter mir nicht über mein langsames Anfahren beschwert. Ich gebe mir dann selbst Etappen vor, die rein elektrisch zu fahren sind, habe die digitale Leistungsanzeige im Blick und lebe in der Angst, dass sich jederzeit der Benzinmotor zuschalten könnte, wenn ich zu viel Strom verbrauche.
First World Problems? Ist nicht mal falsch. Aber nur mit solcher Begeisterung nähert man sich den 4,1 Litern der Verbrauchsangabe an. Zwischen 4,5 und 5 Litern ist in der Stadt tatsächlich drin. Fährt man Überland steigt der Verbrauch in Richtung 7 Liter. Dazu kommt dann noch das wirklich laute Motorgeräusch des Verbrennungsmotors. Trotz seiner Größe ist der Prius also eher ein Stadtauto. Und mit voller Besatzung ist er sogar sparsamer als ein Linienbus. Was aber nicht so schwer ist, denkt man einmal an die neue Route des 13A…

Flucht vom Kindergeburtstag

Nachdem wir in der Dunkelheit der Lasertag-Halle dem „How I Met Your Mother“-Klischee gemäß die Gäste eines Kindergeburtstages bekämpft hatten, ging es wieder nach Wien zurück. Die bösartigen Zwerge hatten uns ein hartes Gefecht geliefert, die schlimmeren Gegner waren aber die in der Dunkelheit unsichtbaren Wände. Trotzdem ergriffen wir irgendwann die Flucht während sie noch weiter fochten. Jetzt gab es keine überraschten Gesichter mehr ob der Lautlosigkeit. Stattdessen wurde das Design des Automatik-Hebels kritisiert. Besonders schön ist er ja wirklich nicht, aber gut erreichbar und funktionell. Das gilt übrigens für den Großteil des Cockpits, das klobig wirkt und dessen Knopfbelegung anfangs ungewohnt ist. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase muss man aber nichts mehr suchen, schaut für die Fahrinformationen nur zum Head-Up-Display und kann sich ganz aufs Fahren konzentrieren.

Stadtbekannt meint

Der Toyota Prius + ist ein praktisches, geräumiges Fahrzeug für bis zu sieben Personen und wird wohl bei größeren Familien Anklang finden. Über das Design innen wie außen kann man streiten. Über seine Sparsamkeit in der Stadt allerdings nicht. In der Ausstattungslinie Premium sind außerdem alle verfügbaren Extras (Z.B. Abstandstempomat, LED-Scheinwerfer, Head-Up-Display, etc.) außer Metallic-Lack und Glasdach enthalten. 38.270 Euro ist zwar kein geringer Preis, durch die ausgezeichnete Pannenstatistik sollte der Prius auf Dauer aber nicht teurer kommen als etwas günstigere Konkurrenten mit Dieselmotor.

Toyota Prius + Premium, ab € 38.270,-
Länge: 461 cm, Gewicht: 1.547 kg, 7 Sitze, Kofferraum: 200 – 1.750 l, 1,8-Liter 4-Zylinder-Benzinmotor mit 99 PS, Elektromotor mit 60 kW, Systemleistung 100 kW (136 PS), stufenloses Automatik-Getriebe, Frontantrieb, 207 Nm, 0-100 in 11,3 s, Vmax 165 km/h, MVEG-Verbrauch: 4,1 l, CO2 96 g/km, Verbrauch im Test: 6,6 l

Cristoph Adamek

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