Kultur

Valentinstag (c) Nick Mangafas

Theatertipp: Valentinstag

20. März 2014 • Kultur

„Zwei Dinge gibt es: Liebe und Liebe.“ Iwan Wyrypajews Stück handelt von der enormen Macht der Liebe, die die Menschen nachhaltig prägt und sogar den Tod überdauern kann. Es erzählt aber auch von den tiefen Wunden, die sie hinterlässt.

 

Regisseur Frederic Lion bringt diese zutiefst emotionale Geschichte sehr gelungen als österreichische Erstaufführung auf die Bühne, ohne dabei den schmalen Grat zwischen seriöser Inszenierung und kitschiger Schmonzette zu übertreten. Das ist schon eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die beiden Hauptfiguren sich ihren Erinnerungen an die Liebe hingeben und dabei ständig zwischen Melancholie und Sentimentalität schwanken.

 

Liebe, Erinnerung und Akkordeon

Katja (Ingrid Lang) und Valentina (Gabriele Dossi) lieben denselben Mann, Valentin (Harald Windisch). Der ist allerdings schon vor zwanzig Jahren gestorben und so haben die beiden Frauen nur noch einander.

Auf tragikomische Weise wird der Verlauf dieser Liebes- und Leidensgesicht mittels Rückblenden erzählt, die mit teilweise krassen Licht- und Soundeffekten untermalt sind. Begleitet von volkstümlicher Akkordeonmusik und eingebettet in die russische Zeitgeschichte, die auf einer Projektionsfläche über der Bühne das Geschehen kommentiert.

Einige Szenen hätten zwar ein wenig gestrafft werden können, doch dann wiederum genießt man es viel zu sehr, Ingrid Lang in der Rolle der schrillen Katja zuzuschauen. Man erlebt sie mal als träumerisches, junges Mädchen, mal als selbstbewusste Frau an Valentins Seite und schließlich als sentimentale, verbitterte Alkoholikerin. Von ihr möchten wir in Zukunft mehr sehen!

 

Valentinstag
Theater Nestroyhof Hamakom
Nestroyplatz 1
1020 Wien

Termine: 20., 21 und 22. März

Foto (c) Nick Mangafas

 

Theater Nestroyhof Hamakom

Nestroyplatz 1
1020 Wien
+43 1 8900 314
http://www.hamakom.at

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