Kultur – Bühne

(c) AnnaStoecher
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Theatertipp: Heinrich 4 im TAG

5. Dezember 2013 • Bühne, Kultur

"Die Geschichten sind zeitlos, der Text ist es nicht. Die Überschreibung lässt das Konzept unter der Sprache zu zeitgemäßem Wort kommen." So könnte das Überschreibungskonzept von Gernot Plass zusammengefasst werden.

In "Heinrich 4 – Jetzt retten wir mal Jesus" wird genau dieser Schluss vom shakespear´schen Königsdrama zum tarantinoesken Verbrecherstreifen gezogen. Im vollkommen heruntergebrannten, durch (Bürger-)Kriege gebeutelten Königshaus kämpft jeder nur für sich. Das Bild das Autor und Regisseur Gernot Plass hier aufzeigt, ist keine heroische Darstellung edler Damen und Herren auf dem Tanzboden der Macht… es sind Verzweifelte, die sich auf den Rücken ihrer Untertanen, Freunde und Mitstreiter versuchen über Wasser zu halten. Die Gewalt, die hier portraitiert wird ist hart, aber schlüssig.

Die Inszenierung ist rasant und wortgewaltig, die Leistung der Schauspieler beeindruckend, die Überschreibung in moderne Bilder gelungen. Trotz großer Präzision in der sprachlichen und körperlichen Umsetzung bleibt der Gesamteindruck etwas hektisch und angespannt. Viel Inhalt wird in sehr kurzer Zeit verhandelt. Entsprechende Vorbereitung wird empfohlen.

Heinrich 4 im TAG
Foto (c) Anna Stoecher

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