Kultur – Bühne

Am Ende eines Kleinen Dorfes - Doina Weber - Petra Gstrein (c) Christian Mair
Am Ende eines Kleinen Dorfes - Doina Weber - Petra Gstrein (c) Christian Mair

Theatertipp: Am Ende eines kleinen Dorfes

31. Juli 2017 • Bühne

Theaterstück basierend auf Ebner-Eschenbachs eindrucksvoller Novelle „Die Totenwacht“

Die ebenso legendäre wie neu zu entdeckende Grande Dame der österreichischen Literatur, hat ein reiches und dennoch betrüblich in Vergessenheit geratenes Werk hinterlassen. Die Uraufführung basiert auf Ebner-Eschenbachs eindrucksvoller Novelle „Die Totenwacht“ und zeigt die zentrale Frauengestalt der Anna in ihrem zeitlosen, leidenschaftlichen Befreiungskampf gegen Unterdrückung, Normierung und Ausgrenzung in einer patriarchal dominierten Gesellschaft.

 

Fragen zur Uraufführung von „Am Ende eines kleinen Dorfes“.

Karl Baratta im Gespräch mit Regisseurin Anna Maria Krassnigg

Worin liegt für dich die Sprengkraft dieser Erzählung, dieses Stoffs?
Man wird selten ein Stück Literatur finden, dass so spannend, so leidenschaftlich, so unberechenbar und in so meisterhafter Knappheit und Klarheit (hier ist kein Wort zu viel!) von den Machtverhältnissen zwischen Mann und Frau, Arm und Reich erzählt. Dieser Text wird immer aktuell sein, eine allgemeingültigere Parabel über Recht/Unrecht, Freiheit/Zwang, Macht/Ohnmacht und Anziehung/Abstoßung ist kaum denkbar. Das Ganze noch quasi als Krimi mit einem faszinierenden, an Edgar Allan Poe gemahnenden Zeugendreieick. Relevant und spannend – Theaterherz, was willst du mehr?

Wie fühlt sich für dich Ebner-Eschenbachs Blick auf die Menschen an? 
Klug, durchdringend, von höchster Kenntnis und Leidenschaft. Eine Frau, die viel gelebt und noch mehr mit-erlebt und darüber begriffen hat, spricht hier. Es gibt die viel zitierte „Güte“ der Autorin, die ihr ja zum Verhängnis wurde, weil sich diese Eigenschaft – zumal als Künstlerin – wohl schwerer „vermarkten“ lässt als jede andere. In Wahrheit ist dieser Blick aber schlicht erhellt von Empathie (auch den zweifelhaftesten Charakteren gegenüber) und etwas, das wir heute „soziale Kompetenz“ nennen. Wirklich bemerkenswert, und lange übersehen ist aber das belebende Gegengift der Ironie, ja des scharfen, witzigen Pointenreichtums dieser Texte.

Wie siehst du in der Erzählung die Verteilung von Licht und Schatten auf den Geschlechtern?
Natürlich ist Anna die Heldin. Dennoch lässt Ebner-Eschenbach allen handelnden Figuren und auch dem Antagonisten „Huber Georg“ Gerechtigkeit widerfahren. Das ist das Berückende an dieser Literatur: sie bewegt sich weit entfernt von Klischees, so auch Geschlechter- oder Opfer/Täterklischees.

 

THALHOF Festival
4. August – 3. September 2017
Am Ende eines kleinen Dorfes
Nach Marie von Ebner-Eschenbach
Premiere: 4. August 2017 (19:30 Uhr)
Weitere Termine:
August: 5.,12.,14.,18.,19. und 24. um jeweils 19:300 Uhr
September: 1.,2., und 3. um jeweils 19:00 Uhr
Vorstellungsdauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten
Spielort: THALHOF, Thalhofstraße 23, 2651 Reichenau an der Rax

Vor vielen Vorstellungen gibt es außerdem eine Einführung in den Theaterabend durch prominente Gäste, siehe dazu salon.gespräch.

Service & Tickets:
Online: www.salon5.at
Tel.: +43 676 5625502
Email: willkommen@salon5.at
**Special: U25-Tickets zu € 2,50 für Besucher/innen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr. Weitere Ermäßigungen und salon5.abo siehe www.salon5.at/tickets.

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