Kultur – Musik

The National Konzert (c) STADTBEKANNT Friedl
The National Konzert (c) STADTBEKANNT Friedl

The National

14. August 2014 • Musik

Die Mär von der rein traurigen Melancholie

The National, ihres Zeichens US-amerikanische Musiker und große Anhänger des Weltschmerzes, kamen in die Stadt um ihre Definition von Schwermut zum Besten zu geben.

 

But I Stay Down / With My Demons

Bereits nach dem ersten Lied war klar: Lang lebe Veränderung, denn wieder mal klangen die Stücke live anders. Denn zum einen waren mehrere Bläser mit an Board und zum anderen wurden sehr viele Stücke variiert wiedergeben. Da sag nochmal einer, Melancholie kann nicht glücklich machen. Das zeichnete sich auch in den Gesichtern der Leuten um mich herum ab: da sah man zum Teil so viel Behagen, das Tränen flossen. Gleich ob bei zwanzig oder fünfzig Jährigen. Denn das hat sich bestätigt: Egal wie alt man ist, Musik eint immer.

 

I Never Thought About Love / When I Thought About Home

Vorab wurde ich gefragt, was genau ich so sehr an der Band schätze. Und das ist einfach zu beantworten: Ihre Texte. Denn das sind nicht einfach wiederholbare Parolen, die gut klingen. Ich verstehe sie eher als allgemein-gültige Zitate aus dem Leben, die jeder einzelne dann individuell mit Erinnerung in Verbindung setzt. So denke ich an meine Heimat, wenn Matt Berninger zeitlos über seine singt. Wie viel Herzblut von seiner Seite aus drinnen steckt, merkte man auch während des Konzertes: die Präsenz leicht exzentrisch und unruhig angehaucht umherschleichend vor einem riesigen, flimmernden Bildschirm, die Lyrics oftmals kniend und schreiend vorgetragen. Und das phasenweise mit solcher Emotionalität, dass gegen Ende seine Stimme hörbar angeschlagen war.

 

If I Stay Here / Trouble Will Find Me

Heißt es in einem anderen Lied und scheinbar hat sich das auch der Sänger auf der Bühne gedacht, denn die verließ er kurzerhand während der Zugabe, um für ein paar Tracks ein Bad in der Menge zu nehmen. Zwar klappte das Stagediven nicht ganz, aber ich war begeistert, welchen Weg er durch die Maße zurücklegte. Als Abschluss wurde das Publikum angehalten, zusammen mit dem Voract Sharon Van Etten das elegische „Vanderlyle Crybabe Geeks“ anzustimmen. Und dieser Einladung kamen beinahe alle der 3000 Zuseher nach. Ein mehr als schöner und berührender Abschluss, für beide Seiten.

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