Lokalführer – Szene

Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT
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Studibeisl Café Rosa

27. Juli 2011 • Szene3 Kommentare zu Studibeisl Café Rosa

Die Idee klingt doch vernünftig: ein selbst organisierter Freiraum von Studenten in Uninähe, ein Veranstaltungsort, eine Ruheoase, in der auch mal ohne Konsumzwang gelernt werden kann, in der aber auch günstig gegessen und getrunken werden kann. Doch schon vor der offiziellen Eröffnung wurde das „Studibeisl“ Café Rosa viel geschmäht: zu viel Ideologie und linke Doktrin für einen neutralen Ort, und vor allem: zu viel veranschlagtes Budget für so ein kleines Lokal. Doch wer sich durch die platten Slogans auf der Homepage nicht abschrecken lässt, der kann im Café Rosa tatsächlich einen angenehmen, entspannten und vor allem günstigen Nachmittag oder Abend verbringen.

Antiklerikaler Kaffee

Denn im Inneren des nach den den drei Frauenrechtlerinnen Rosa Luxemburg, Mayreder und Manus benannten Lokals merkt man so gar nichts von der in den (konservativen) Medien immer wieder kritisierten Indoktrination. Offen, hell, freundlich und gar nicht so improvisiert wie man es von „basisdemokratischen“ Lokalen wie dem legendären Tüwi kennt oder erwarten würde ist das Café Rosa – und die Parolen sind auch nicht so präsent wie man vermuten möchte. Und mal ehrlich: mit einer Aufzählung von Gemeinplätzen wie „basisdemokratisch, feministisch, antisexistisch, progressiv, antidiskriminierend, antirassistisch, emanzipatorisch, ökologisch-nachhaltig, antifaschistisch, antinationalistisch, antiklerikal, antipatriarchal, antiheteronormativ, antikapitalistisch und solidarisch“ kann man in Wahrheit doch niemanden mehr schocken oder provozieren. Jedenfalls – für ganz kritische: auch in einer reinen Männerrunde wird man freundlich und zuvorkommend bedient, diskriminiert wird niemand, und ja, auch ein Herrenklo gibt es im Café Rosa. Man möchte einfach zusätzlich zum normalen Kaffeehausbetrieb auch Denkanstöße servieren.

Speisen und Getränke

Täglich gibt es ein kleines Buffet mit verschiedensten, wechselnden Speisen. Salate, Aufläufe oder ähnliches gibt es da, und es beinhaltet immer auch vegane und vegetarische Gerichte. Gezahlt wird dann nur so viel, wie viel man auch geben möchte – das pay-as-you-wish-Konzept kennt man ja etwa aus dem Deewan. Die Getränke haben natürlich Fixpreise, allerdings relativ günstige. Eine Melange kostet 2,50 Euro, ein großes Bier 3,10 Euro. Zusätzlich zu den Standard-Getränken gibt es noch Indie-Zeug wie Marchfelder Cola, Melonenbrause oder Kreuzberger Kräuterbrause, ebenfalls gleich günstig wie ihre „kapitalistischen“ Gegenstücke.  Fazit: definitiv einen Besuch wert – eine Lokaltechnische Bereicherung für die Gegend, die trotz Uninähe wenig zu bieten hat. 

ambiente Ambiente – gemütlich   service Service – freundlich
  qualitaet Qualität – gut   preis Preis – günstig
  nichtraucher Raucherbereich      

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Café Rosa



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3 Antworten auf Studibeisl Café Rosa – Verstecken

  1. perd sagt:

    pff.
    für die 300.000 euro budget sollte dort alles gratis sein. und es sagt schon viel aus dass man extra dazu schreiben muss dass MANN icht diskriminiert wird..

  2. xxx sagt:

    @perd
    dazuschreiben muss man es für die patriarchalen trotteln die sich vor feministinnen offenbar in die hose scheissen. die beissen nämlich nicht.

  3. mezzo sagt:

    Grundsätze
    Nur, dass es einem ÖH-Beisl einfach (auch gesetzlich!) nicht zusteht, derart hohe Beträge aus ÖH Pflichtbeiträgen für – wie immer geartete! – ideologisierende Infrastruktur auszugeben!
    Billige Preise? Mit voller Hose ist nun mal leicht stinken. Aber zahlen tut das jeder Student – selbst wenn er dort nicht konsumiert!

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