Wien – Grätzltipps – 21. Floridsdorf

Strebersdorf Bisamberg (c) STADTBEKANNT Nohl
Strebersdorf Bisamberg (c) STADTBEKANNT Nohl

Strebersdorf

5. Oktober 2015 • 21. Floridsdorf, Heuriger, Stadtspaziergänge

Stadtspaziergang Strebersdorf

Dort über der Donau am Fuße vom Bisamberg strebt ein Weinort neben Stammersdorf nach Aufmerksamkeit. Und doch hat Strebersdorf keinen Grund sich zu verstecken! Hier wurde die Idee vom Spritzer To Go geboren, hier sind Kellergassen bunt und gleichermaßen morbid und die Natur ist ebenso vertreten wie städtische Gefilder!

Strebersdorf Weinbau (c) STADTBEKANNT

Strebersdorf Weinbau (c) STADTBEKANNT

Wir streben nach Strebersdorf

Der transdanubische Weinort braucht sich neben seiner Schwester Stammersdorf nicht zu verstecken, wenn auch Schriftsteller Andreas Okopenko einst meinte, er stamme aus Strebersdorf und strebe nach Stammersdorf. Denn auch, wenn sich Strebersdorf weniger protzig zur Schau stellt als seine Nachbarin, finden sich auch hier bunte Kellergassen, nennenswerte Heurige und zahlreiche Weinreben am Bisambergs.

Strebersdorf (c) STADTBEKANNT

Strebersdorf (c) STADTBEKANNT

Die feuchte Tour beginnt

Startpunkt unserer Weintour ist die Mayerweckstraße, wo bereits eine Heurigentafel über die Heurigen in Strebersdorf informiert und eine weitere Hinweistafel den Floridsdorfer Heurigenpfad einleitet. Letzterer umfasst das Weinortstrio Strebersdorf, Stammersdorf sowie Jedlersdorf, aber für heute geben wir uns mit dem ersten der genannten Dörfchen zufrieden. Mit dem Buschenschank Mandlburger stimmen wir uns also auf eine feuchte Tour durch Strebersdorf ein. Dass Heurigen oft mit Persönlichkeit und Familiarität punkten, wird hier ziemlich deutlich. Auch wenn das Eingangsschild unverwechselbar auf einen Heurigen hindeutet, so erscheint es im ersten Augenblick doch etwas eigenartig in einen Garteneingang mit Privathaus zu schreiten. Wenn man sich im zweiten Augenblick aber wieder daran erinnert, was den Kern eines Heurigen ausmacht, nämlich guten Wein und eine gemütliche Atmosphäre, ist dann eh wieder alles klar.

Strebersdorf Mandlburger (c) STADTBEKANNT

Strebersdorf Mandlburger (c) STADTBEKANNT

Pastellfarbpalette in der Rußbergstraße

Auch wenn uns der Heurigenpfad durch den Weg am Mandlburger vorbei weiterleiten möchte, so wollen wir zunächst noch einen Blick auf die Rußbergstraße werfen. Hier präsentieren sich nämlich geradezu poetisch orangene, gelbe, fliederfarbene und hellblaue einstöckige Winzerhäuschen, die in strahlenden Farben vor sich hinstolzieren. Dabei verwundert es, dass nur in einem einzigen Häuschen, nämlich dem von Hubert Andrae tatsächlich auch noch Wein ausgeschenkt wird – zumindest offiziell!

Strebersdorf Rußbergstraße (c) STADTBEKANNT

Strebersdorf Rußbergstraße (c) STADTBEKANNT

Endlich ein Spritzer to Go

Wie dem auch sei machen wir nach dieser vielfärbigen Begegnung mit der Rußbergstaße noch einen Schlenker in die Strebersdorfer Straße und besuchen das Weingut Eckert. Und genau hier entstand in Kooperation mit der Chefin die spontane Idee nach einem Spritzer to go. Gerade wenn man sich viel Weg vorgenommen hat – und davon bietet alleine Strebersdorf genug an, dann wäre es doch himmlisch dabei in Begleitung eines kühlen weißen Spritzers zu sein! Wegwerfbecher gibt es hier zwar noch nicht, die Gläser kann man ja aber auch am Rückweg retournieren.

Strebersdorf Eckert (c) STADTBEKANNT

Strebersdorf Eckert (c) STADTBEKANNT

Heurigen in der Langenzersdorfer Straße

So, nun geht es aber geschwind weiter, wir sind ja hier um „to go“ und nicht um „to stay“. Ziel der nächsten Etappe ist die Langenzersdorfer Straße, wo einige Heurigenlokale aufeinandertreffen und auch erste Blicke auf den Bisamberg gewährleitestet sind. Hier verlassen wir das städtische Strebersdorf und bekommen Dorfambiente par excellence geliefert, mit viel Natur, familiärer Stimmung, Radfahrern und spielenden Kinder auf der Straße. Familie Knizak bewirtschaftet auf Nummer 49 das älteste Weinhauerhaus von Strebersdorf. Zunächst wurde hier nur privat gefeiert, doch schon bald entstand die Idee, dem Buschenschank seine ursprüngliche Nutzung zurückzugeben. So wurden kurzerhand Anfang 2013 Weingründe in der Nähe gekauft und mit viel Hilfe von außen ein wie sie selber sagen passabler Gemischter Satz gekeltert. Gegenüber kennt man sich mit dem Handwerk zwar etwas besser aus, doch so urig und familiär ist es beim Strauch und beim Schilling nicht. Dafür gibt es beim Strauch auch selbstgemachte Obstprodukte abgesehen von alkoholischem Traubensaft. Beim Schilling punktet man mit direktem Blick auf den Bisamberg vom Gastgarten. Beim Hannes am Eck’ ist es wiederum etwas uriger, was man vor allem an dem Sammelsurium an alten Skurrilitäten erkennen kann, die sich im Heurigenlokal türmen.

Strebersdorf Schilling (c) STADTBEKANNT

Strebersdorf Schilling (c) STADTBEKANNT

Die Keller der Kellergasse

Nach der städtischen und ländlichen Seite Strebersdorfs, offenbart sich ein paar Ecken weiter ein schon fast historisches Spektakel. Uralte Keller schmiegen sich an den Fuße des Bisamberges und strahlen zum Teil generalsaniert im neuen Glanz unter dem Geröll hervor oder verschwinden als Ruinen unter verwachsenen Pflanzen und Wurzeln. Zwischendurch bekommt man aber auch unglaublich weite Ausblicke auf die Weinreben des Bisambergs und im Hintergrund ungewöhnliche Anblicke der Stadt Wien zu sehen. Ein besonders netter Tipp in diesem Zusammenhang ist übrigens das Weingut Walter, wo man mitten drinnen sitzt am Bisamberg und sich zum Teil sogar hinter den Reben vor den Sitznachbarn verstecken kann. Wobei mir ein bisschen mehr Präsenz unter Menschen gar nicht so unrecht wäre, gehen mir die verwahrlosten Keller mit ihren dunklen Pforten aus denen so gruselig kalte Luft strömt schließlich nicht aus dem Kopf…

Strebersdorf (c) STADTBEKANNT

Strebersdorf (c) STADTBEKANNT

STADTBEKANNT meint

Ob Winzerhäuschen in der Pastellfarbpalette, ob dörflicher Charme mit urigen und moderneren Heurigen, ob berühmte oder berüchtigte Kellergassen, Strebersdorf hat viele Schauplätze. Einige sind bunt und fröhlich, andere wiederum erzeugen Gänsehautgefühle! Zu bunt und fröhlich zählen die vielen netten Heurigen, wie der Schiling, der Strauch oder der Eckert und nicht zu vergessen unser Spritzer to Go. In die Kategorie Gänsehautgefühle hingegen fallen die alten verwahrlosten Häuschen in der Kellergasse. Aber an denen kann man ja auch ganz schnell vorbeigehen.

 

Buschenschank Mandlburger
Mayerweckstraße 33, 1210 Wien
Termine zu erfragen
Mo bis Fr ab 16:00 Uhr, Sa und So ab 15:00 Uhr

Buschenschank Hubert Andrae
Rußbergstraße 88, 1210 Wien
Termine zu erfragen

Weingut Eckert
Strebersdorfer Straße 158, 1210 Wien
Termine zu erfragen
Sa ab 15:00 Uhr
So und Feiertags von 11:00 – 19:00 Uhr

Heuriger Schilling
Langenzersdorfer Straße 54, 1210 Wien
Termine auf der Homepage
Mo – Fr ab 16:00 Uhr
Sa ab 15:00 Uhr
So und Feiertag ab 12:00 Uhr geöffnet

Familie Strauch
Langenzersdorfer Straße 50a, 1210 Wien
Termine im Internet
Mo bis Fr von 16:00 bis 23:00 Uhr
jeden Sa und an So und Feiertagen von 15:00 bis 23:00 Uhr

Familie Knizak
Langenzersdorfer Straße 49, 1210 Wien
Termine zu erfragen auf der Homepage

Heuriger Beim Hannes
Langenzersdorfer Straße 56, 1210 Wien
Mo bis Sa ab 16:00 Uhr
So und Feiertag: ab 11:30 Uhr

Weingut Walter
Untere Jungenberggasse 7, 1210 Wien
Termine zu erfragen

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »