Kultur – Musik

Udo Jürgens: Bundesarchiv, Bild 183-1987-0302-032 / CC-BY-SA
Udo Jürgens: Bundesarchiv, Bild 183-1987-0302-032 / CC-BY-SA

Österreicher beim Songcontest

11. Mai 2015 • Musik

Udo, Conchita und andere Gesangskünstler

Er ist in aller Munde – der Eurovision Song Contest. Dieses Jahr hat Österreich sogar die Ehre das Großevent zu hosten und das macht uns natürlich alle ganz stolz. Danke Conchita! Aber Danke auch an alle anderen österreichischen Teilnehmer bei den Songcontests der letzten Jahre. Wir blicken zurück auf ein paar Highlights, der österreichischen Songcontest-Teilnehmer.

 

Daten und Fakten

Es gab ein paar Höhen und ganz viele Tiefen in Österreichs Song-Contest Geschichte. Ganze 48 mal haben wir teilgenommen, zweimal gewonnen. 1966 – mit Udo Jürgens‘ „Merci Cherie“ und 2014 – mit Conchitas „Rise Like a Phoenix“. Dabei haben wir von allen jemals teilgenommenen Ländern am aller längsten gebraucht, um einen Sieg zu wiederholen. Wir habens mit dieser Zahl: 48 Jahre lang. Ein paar mal waren wir leider nicht ganz so gut und haben anstatt der Höchstpunktzahl die absolut niedrigste Punktezahl erreicht, die möglich ist. Null Punkte. 1962, 1988 und 1991. Aber das alles zählt heute nicht mehr, denn 2015 ist unser Jahr! Der große Songcontest findet in der Wiener Stadthalle statt und wir freuen uns schon riesig darauf.

 

Udo Jürgens (1964, 1965, 1966)

Mit wem sonst muss man starten, als mit dem einen und einzigen Udo Jürgens. Dreimal musste es der gute Udo Jürgen Bockelmann aus dem schönen Klagenfurt versuchen bis er 1966 endlich den Eurovision Songcontest gewinnen konnte. Mit „Merci Cherie“ holte er den bis dato einzigen Sieg für Österreich. Noch ohne Bademantel aber dem immergleichen schmucken Scheitel schmachtete er sich damals wohl in das Herz so mancher Dame.

Seine drei Lieder (und noch viele andere auch) wurden zu Chart-Erfolgen – und zwar nicht nur in Österreich. Kommerziell gesehen war Udo Jürgens der wohl erfolgreichste österreichische Künstler beim Eurovision Songcontest. Und obwohl sich seine Platten auch in Deutschland gut verkauften, waren unsere Nachbarn bei der Punktevergabe nicht so großzügig. Nicht mal für den Siegersong „Merci Cherie“ haben sie uns Punkte gegeben. Ts!

 

Waterloo & Robinson (1976)

Der lustige alte Mann mit der Maxwell-Sheffield-Locke, der beweist, dass es auch mit fast 70 kein Problem ist mit nacktem Oberkörper aufzutreten, war nicht immer nur ein seltsamer Kauz. Früher war Waterloo Teil eines Vogel-Duos, das die Welt mit viel Gute-Laune-Pop verschönerte. 1975 traten Häuptling Waterloo (Hansi Kreuzmayr) und Kompagnon Robinson (Sepp Krassnitzer) mit dem Song „My little World“ beim Songcontest an und erreichten den respektablen fünften Platz. Mit ein Grund dafür dürfte auch die ausgeklügelte Choreo der beiden gewesen sein.

Man beachte insbesondere, dass die beiden damals augenscheinlich direkt unter dem Goldenen Dachl in Innsbruck gewohnt haben.

 

Tony Wegas (1992, 1993)

Sex, Drugs und deutscher Schlager – das war die Welt des Tony Wegas bis er 1997 den „Jailhouse Rock“ anstimmen musste. Zuvor aber durfte er Österreich zweimal beim Songcontest vertreten. Während er 1992 mit „Zusammen geh’n“, einer Komposition von Pop-Folterknecht Dieter Bohlen, den respektablen zehnten Platz belegte, reichte es im darauf folgenden Jahr nur mehr für Rang 14.

Vielleicht hätte er für den nächsten Antritt nicht einfach nur sein modisches Sakko umfärben sollen.

 

Thomas Forstner (1989,1991)

Dieser Mann hatte (fast) alles: Eine tolle Stimme, gutes Aussehen, eine atemberaubende Frisur. Das einzige was ihm fehlte war der Sieg beim Eurovision Song Contest. Während er bei seinem ersten Auftritt 1989 (mit erst 19 Jahren!) als fünfter dem Triumph doch recht nahe kam erlebte Forstner 1991 bei seinem zweiten Versuch wohl eine seiner bittersten Stunden. „Venedig im Regen“ soff leider gänzlich ab und belegte ohne einen einzigen Punkt den letzten Platz.

Warum dieser junge Mann schlussendlich nie gewonnen hat wird ein Geheimnis des Himmels bleiben. Optischen Grund dafür kann es mit Sicherheit keinen geben.
Besser hätte Österreich wohl nur Karlheinz Grasser mit dem Kriminaltango vertreten können.

 

Manuel Ortega (2002)

Der Ricky Martin aus Steyregg, der Latino-Gott für eine überschaubare Anzahl von verwirrten Schlagerseelen. Als Mitglied der bedingt erfolgreichen Boyband „Whatz Up“ verdiente sich Ortega seine ersten Sporen, initiiert wurde das Bubenensemble vom vertrauenswürdigigen Qualitätsmedium „Kronen Zeitung“. 2002 trat er mit „Say A Word“ beim Songcontest an und belegte Platz 18. Irgendwann machte er auf Solo, als er bemerkte, dass ihm der Latino doch nicht steht, versuchte er es nicht minder peinlich mit Dialekt. Sein größter Erfolg war der Gewinn von „Dancing Stars“.

 

Alf Poier (2003)

Der Spaßvogel behauptete ja, er mache beim Songcontest mit, um zu gewinnen und mit einem anderen Platz würde er sich nicht zufrieden geben. Naja, leider hat es nur für den 6. Platz (ein durchaus akzeptabler Rang für Österreich!) gereicht. Das Lied „Weil der Mensch zählt“ handelt aber textlich eigentlich mehr von Vögeln, Käfern, Dromedaren und „Haserl mit kurzen Naserl“. Und weil er eben den ersten Platz haben wollte, hat er es im Jahr darauf gleich nochmal probiert, schied aber im Österreich-Voting schon gegen die Global Kryner aus.

 

Nadine Beiler (2011)

Nadine Beiler ist eine der drei Songcontest Teilnehmerinnen, die vorher schon Showbizz Erfahrung bei Starmania gesammelt hat. Vor ihr war auch schon Eric Papilaya am Start (2007) und nach ihr Tom Neuwirth alias Conchita Wurst, die 2014 gewonnen hat. Was aber an Nadine Beilers Song „The Secret is Love“ so interessant ist, sind die Deutschen. Ja genau, das ist nämlich das einzige Lied (!!!), das von unseren Nachbarn die volle Punkteanzahl erhalten hat. Jetzt wissen wir also, worauf die Deutschen so stehen. Danke, jedenfalls – gereicht hat es trotzdem nur für Platz 18 im Gesamtvoting.

 

Conchita Wurst (2014)

Hier kommt sie also, die große und einzigartige Conchita Wurst. Während ihre Figur immer wieder für heftige Diskussionen sorgt, hat Conchita eindeutig ein Licht auf Österreich geworfen. Ob nun auf dem Life-Ball Plakat oder auf dem Krone-Titelblatt – Conchita schaut immer fabelhaft aus. 2014 wurde sie (ohne interne Österreich-Abstimmung) einfach direkt nach Kopenhagen geschickt. Ihr Siegersong „Rise Like a Phoenix“ hat mit 52 Punkten Vorsprung den ersten Rang erreicht und endlich – nach 48 Jahren dürfen wir die Krone der Songcontest-Gewinner wieder einmal tragen. Im privaten Leben ist Conchita „Tom Neuwirth“ und hat als solcher auch schon bei Starmania seine Stimme hergezeigt.

 

The Makemakes (2015)

Also, liebe Makemakes – mal schauen, was ihr so draufhabt. Ihr habt ja immerhin Heimvorteil.

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