Wien – Stadtspaziergänge

1. Bezirk Haas Haus (c) STADTBEKANNT
1. Bezirk Haas Haus (c) STADTBEKANNT

Steirer in the City

9. April 2016 • Stadtspaziergänge

Die Steiermark in der Inneren Stadt

„Wien ist die zweitgrößte steirische Stadt“, sagt Nationalratsabgeordneter Andreas Zakostelsky. Das kann man sowohl spüren als auch persönlich erleben. Denn wohin man schaut, die Steirer hinterlassen genussvolle Spuren, lustige Anekdoten oder steirische Vielfalt. Wir haben das Steirische in Wien und ganz besonders in der Inneren Stadt gesucht – und auch gefunden.

 

Steirer in Wien

Insgesamt gibt es in Wien ungefähr 100.000 Steirer. Damit sind sie hinter den Niederösterreichern und neben den Oberösterreichern die 3. größte „Nicht-Wiener Bevölkerungsgruppe“ in Wien. Laut Standard wohnen die Steirer hauptsächlich im Westen und im Zentrum Wiens, wiederum ähnlich den Oberösterreichern. Einer dieser Steirer ist der Nationalratsabgeordnete Andreas Zakostelsky, der auch als Obmann des Vereins der Steirer in Wien immer wieder unterwegs ist. Die etwa 1.000 Mitglieder treffen sich regelmäßig zu Veranstaltungen und organisieren auch den Steirerball, der jährlich im Jänner stattfindet. Ein besonders unterhaltsamer Fixpunkt im Jahr des Steirers in Wien ist der Faschingsbeginn, der nun schon einige Jahre mit einem lustigen Gag gefeiert wird. 2013 wollte man die Kärntner Straße zur Steirer Straße umbenennen, 2014 ist der steirische Panther entlaufen, bis er glücklicherweise am steirischen Wappen in der Hofburg wiedergefunden wurde und 2015 begann man mit dem Bau des steirischen Uhrturms vor dem Parlament. Er sollte pünktlich zum Steirerball am 8. Jänner 2016 fertig sein. Das wäre wahrhaftig ein gutes Fotomotiv für den Fotowettbewerb gewesen!

 

Steirer-Stammtisch

Neben dem Steirerball lassen sich die Wiener Steirer auch jede Woche beim Stammtisch der Steirer in Wien finden. Dieser findet regelmäßig entweder im Hofbräuhaus beim Rathaus oder aber im Schweizerhaus im Prater statt. Die Beziehungen zu München und zur Schweiz wollen wohl auch gepflegt sein – und traditionell geht es in beiden Lokalitäten auf jeden Fall zu. Wer sich im Hofbräuhaus einen Backhendl-Salat mit Kürbiskernöl bestellen will, der bekommt auf besondere Nachfrage sogar einen.

Backhendlsalat Hofbräu (c) STADTBEKANNT

Backhendlsalat Hofbräu (c) STADTBEKANNT

Oder aber, man wechselt vor oder nach dem Stammtisch in die Steirische Jagastub’n gleich gegenüber – dort wird man ganz bestimmt authentisch versorgt. Das alles liegt an der Grenze zum 8. Bezirk, wo wir unseren letzten steirischen Spaziergang im Café Hummel beendet haben.

Hofbräuhaus zum Rathaus
Florianigasse 2
1080 Wien

Steirische Jagastub’n
Landesgerichtsstraße 12
1010 Wien

Steirische Jagastubn (c) STADTBEKANNT

Steirische Jagastubn (c) STADTBEKANNT

Extreme Steirer

Auch ein paar berühmte Steirer fallen uns ein. Auf der sportlichen Seite denkt man da an Thomas Muster, die Tennislegende; den Musikern unter euch fällt vielleicht der erst 2016 verstorbene Nikolaus Harnoncourt ein und wer könnte bitte die charakterstarken Politiker Frank Stronach und Arnold Schwarzenegger vergessen?  Aber man muss schon sagen, die Steirer haben den Hang zum Extremen. Die Steiermark verzeichnet über die Jahre gerechnet immer noch die höchste Suizidrate aller Bundesländer. Auf 100.000 Einwohner kommen in etwa 18 Selbstmorde pro Jahr. Auch zwei der größten Verbrecher der Geschichte kommen aus der Steiermark: Briefbomber Franz Fuchs und Massenmörder Jack Unterweger.

 

Die steirische Eiche

So nahe am Rathauspark lässt es sich gut Schlendern und die Gedanken über die Steirer nehmen ihren Lauf. Arnold Schwarzenegger, alias „die steirische Eiche“, kommt uns wieder in den Sinn. Wie passend, dass 2016 das Jahr der Eiche ist und sich im Rathauspark sogar eine ganz besondere Eiche befindet. Sie wurde 1906 durch die Gemeinde Wien gepflanzt und ist nach dem ehemaligen Wiener Bürgermeister Karl-Lueger benannt. Die Frage ist nur, ob die Lueger-Eiche, genau wie der Dr.-Karl-Lueger-Ring auch noch zu Universitäts-Eiche umbenannt wird? Egal wie sie heißt, auf Fotos schaut sie ganz bestimmt schön aus. Wer sie findet, hat bestimmt am Fotowettbewerb gute Chancen.

Rathauspark (c) STADTBEKANNT

Rathauspark (c) STADTBEKANNT

Steiermark Dorf 2016

Da sind wir schon mitten im Getümmel. Im April wird der Rathausplatz zum grünen Paradies für Weinliebhaber, Kürbiskernfanatiker, Steirer, Trachten-Spezialisten, Biertrinker und Blasmusikfreunde. Das Steiermark Dorf findet 2016 von 14. – 17. April statt und ist vollgepackt mit Programmpunkten rund um das grüne Herz von Österreich. Zu diesem Anlass haben auch zahlreiche umliegende Lokale Steirische Wochen angekündigt und die vielen Aussteller aus der Steiermark (aber auch aus Wien) verkaufen das Beste, was man aus der Steiermark verkaufen kann. Einer dieser Aussteller ist die Vulcanothek, mit Standort in Wien!

 

Vulcanisch, Steirisch!

Ferstel Passage Vulcano (c) STADTBEKANNT

Ferstel Passage Vulcano (c) STADTBEKANNT

Spaziert man vom Rathauspark quer über den Ring, mitten in die Innere Stadt hinein, landet man früher oder später bestimmt bei der Ferstel Passage in der Herrengasse 14 und somit auch in der Vulcanothek. Dort gibt es, (eine sehr originelle Bezeichnung) SchWEINisches. Also Wein und Schinken! Eh klar. Die besten Schinkenvariationen der steirischen Schinkenmanufaktur in Auersbach bei Feldbach zieren die Theke und die Decke, denn die vielen Schinkenkeulen schmücken das Lokal. Dieses einzigartige Ambiente, kombiniert mit einer feinen Auswahl steirischer Weine und anderer Delikatessen lassen einen Besuch in der Vulcanothek zum reinen Genusserlebnis werden.

Vulcanothek
Palais Ferstel Passage
Herrengasse 14
1010 Wien

 

Vom Schwein zum Pferd

Spanische Hofreitschule (c) STADTBEKANNT

Spanische Hofreitschule (c) STADTBEKANNT

Nicht unweit des Palais Ferstel widmet man sich weniger der Verarbeitung von Tieren als der Arbeit mit Tieren. Die spanische Hofreitschule ist berühmt für ihre Lippizaner, die wunderschönen, weißen Pferde, die herrliche Kunststücke vorführen und in kaiserlich – königlicher Manier trainiert und gepflegt werden. Aber woher kommen die Pferde? Aufmerksame Leser können sich’s denken: aus der Steiermark natürlich! Das Lipizzanergestüt Piber in der Weststeiermark kümmert sich um die Züchtung dieser ältesten Kulturpferderasse Europas. Jährlich werden etwa 40 Fohlen geboren und zu den weißen Schönheiten herangezüchtet. Schon in ihren ersten Lebensjahren werden sowohl die Stuten als auch die Hengste mehreren Prüfungen unterzogen und nur die besten werden später nach Wien zur weiteren Ausbildung geschickt.

 

Pflege, Pflege, Pflege

Von der Pferdepflege wechseln wir gekonnt zur Körperpflege und besuchen den nächsten versteckten Steirer in Wien. Wer nämlich nicht weiß, dass Wolfgang Lederhaas, der Gründer und Besitzer von Lederhaas Cosmetics ein Steirer ist, der wird es auch nicht so schnell erraten. Die Manufaktur der hochqualitativen Naturkosmetik befindet sich nämlich in Wien – verkauft werden die Produkte in fast jedem Bundesland Österreichs, in Berlin und ganze zwölf mal in Wien. Im ersten Bezirk zum Beispiel auch im The Guesthouse Vienna, bei Staudigl oder bei Kussmund.

 

STADTBEKANNT meint

Ein Spaziergang durch die Innere Stadt hat uns wieder einmal gelehrt, wie oft man die Steirer in Wien antrifft. Ob es nun die (steirische) Eiche ist, die Persönlichkeiten, die nicht mehr aus unseren Köpfen wegzudenken sind oder aber die Produkte, die man hier und dort findet. Geballte Tradition aus der Steiermark gibt es natürlich am Rathausplatz beim Steiermark Dorf – dort kann man sich inspirieren lassen und seine Spaziergänge selbst planen. Damit ihr einen Anreiz für die Erkundungstouren durch Wien habt: Macht doch einfach bei dem Fotowettbewerb #steiermarkinwien mit, schickt eure originellsten steirischen Bilder aus Wien ein und gewinnt tolle Preise!

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