Wien – Leben

Steine der Erinnerung

Steine der Erinnerung

28. Dezember 2010 • Leben1 Kommentar zu Steine der Erinnerung

Wer durch Wiens Straßen spaziert, ist sicher schon über sie gestolpert – die Steine der Erinnerung. Allerdings nehmen sie nur wenige Leute bewusst wahr. Meist schaut frau ja nicht so genau auf den städtischen Bodenbelag – obwohl sich ein genauer Blick lohnt. Die Straßen Wiens erzählen uns nämlich ihre Geschichte und mittels der Steine der Erinnerung, werden wir an die Opfer der NS-Zeit erinnert. Denn, so heißt es auf der Seite des Vereins Steine der Erinnerung: „Wirklich tot sind nur jene, an die sich niemand mehr erinnert.

 

Das Projekt und sein Ursprung

 
Stolpersteine
Die Idee des Projekts stammt vom deutschen Künstler Gunter Demnig, welcher ab 1992 die ersten Plaketten als Erinnerung an die Ermordung der „Zigeuner“ in Köln und ihre Deportation durch Heinrich Himmler erinnert. Sein Projekt mit dem Namen „Stolpersteine“ hatte das Ziel, den Opfer, die in den Konzentrationslagern zu Nummern wurden, ihre Namen zurück zugeben und Erinnerungsorte zu schaffen. Seit den 90er Jahren werden nun in vielen deutschen Städten diese Steine als Mahnmale für das Grauen des Holocaust auf den Straße angebracht. Neben Köln gibt es auch in Berlin, Frankfurt und vielen anderen deutschen Städten Stolpersteine. Heute ist das Projekt das weltweit größte dezentrale Mahnmal.

 

Steine der Erinnerung

Das Projekt Steine der Erinnerung wurde in Anlehnung an das Projekt Stolpersteine in Deutschland gegründet und soll den Betrachtern das Grauen des Nationalsozialismus vor Augen halten. In der Zeit des NS Regimes wurden in Wien 206.000 Juden aus ihren Häusern vertrieben und 65.000 Personen ermordet.

Auf den vergoldeten Steinen der Erinnerung sind die Namen der Opfer der Vertreibung eingraviert. Diese Erinnerungsstücke befinden sich auf den Straßen Wiens, verteilt über den ganzen Stadtraum. Im 1., 2., 7., 9., 10., 15., 16., 19. und 20. Bezirk entdeckt man vielerorts die goldenen Plaketten am Boden. Im Zuge des Projektes werden auch zahlreiche Biografien aufgearbeitet.
Im 2. Bezirk gibt es zum Beispiel die Wege der Erinnerung oder auch die Straße der Erinnerung, die sich in Wien am Vorgartenmarkt befindet. Sie soll an die 1.585 Opfer aus diesem Teil der Stadt erinnern. Wer Interesse hat kann sich auch für eine Führung durch die Stadt und ihre Erinnerungsorte anmelden.

Ein wichtiger Aspekt ist es zudem, die jüngeren Generationen die Gräueln des Holocaust nicht vergessen und sie der Opfer gedenken zu lassen. Wer sich aktiv beteiligen möchte, kann dies in Form einer Patenschaft für einen der Steine der Erinnerung tun, oder indem er selbst aktiv wird. Der Verein Steine der Erinnerung sucht nämlich stets Unterstützer.

 

Die Orte der Erinnerung

Das Projekt ist in der Zwischenzeit zu einem Selbstläufer geworden. In 530 Städten und Dörfern wurden bis ins Jahr 2010 über 22.000 Steine, neben Deutschland in Italien, Belgien, den Niederlanden, Polen, Tschechien, der Ukraine, Ungarn und Österreich verlegt.

 

Kritik

Das Projekt wird durchaus kontrovers betrachtet. So äußerte sich beispielsweise die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland kritisch dazu. Sie meinte es sei unerträglich, dass die Namen der Opfer in Steinen am Boden eingelassen wurden. Kontroversen gibt es auch über die Steine der Erinnerung, welche vom Initiator der Stolpersteine als Plagiat empfunden werden.

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Eine Antwort auf Steine der Erinnerung – Verstecken

  1. Daliah Hindler sagt:

    Korrektur
    Ich bin Mitglied des Vereins Steine der Erinnerung und möchte darauf hinweisen, dass das oben gezeigte Foto nicht unsere Steine zeigt, sondern die Steine des Vereins "Erinnern für die Zukunft" im 6. Bezirk. Wir haben ein anderes Format gewählt, wie auf unserer Homepage zu sehen ist.

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