Wien – Grätzltipps – 4. Wieden

Engelbrunnen (c) STADTBEKANNT Zohmann
Engelbrunnen (c) STADTBEKANNT Zohmann

Stadtspaziergang: Wieden

19. Februar 2017 • 4. Wieden, Stadtspaziergänge

STADTBEKANNT erkundet Wieden

Freiheitskämpfer, Kundschafter, Musiker und eine mutige Fassbindertochter – sie alle begleiten uns auf dem heutigen Spaziergang zwischen Hauptbahnhof und Taubstummengasse.

Wien ist voll von Spuren historisch bekannter Persönlichkeiten. Meist gut versteckt in einem Straßennamen, auf einer Gedenktafel in einem Hof oder in einer Skulptur spaziert unsereins oft achtlos daran vorbei. Ein paar Namen bleiben in Wieden diesmal aber nicht unerkannt.

 

Der Kundschafter und der Freiheitskämpfer

Der erste mutige Herr begegnet uns bereits zu Beginn in der Kolschitzkygasse. Er gab der Gasse ihren komplizierten Namen: Georg Kolschitzky war während der zweiten Türkenbelagerung in Wien Kundschafter und erhielt der Legende nach den von den Türken erbeuteten Kaffee und eröffnete daraufhin das erste Wiener Kaffeehaus. Nette Geschichte, ist aber erfunden.

Skulptur Badende (c) STADTBEKANNT Zohmann

Skulptur Badende (c) STADTBEKANNT

In derselben Gasse bei Nummer 14-18 stoßen wir auch auf den nach dem Freiheitskämpfer Rudolf Kloss benannten Hof. Die Hauptrolle spielt hier eindeutig ein Steinbrunnen, an dessen Rand es sich ein paar „Badende“ gemütlich gemacht haben. Ein Blick in den dahinterliegenden Hof offenbart die noch etwas weiter entfernte Kehrseite des Barock-Palais Schönburg. Weit imposanter sieht es von vorne aus: Das ursprünglich zu einem Lustgarten gehörende Bauwerk macht durch seinen 15.000 qm großen Garten auf sich aufmerksam.

Palais Schönburg (c) STADTBEKANNT Zohmann

Palais Schönburg (c) STADTBEKANNT

Der Wohltäter und der Komponist

Am Rande eines ruhig gelegenen Parks präsentiert sich uns der nächste Name: Alois Drasche war nicht nur Tuchfabrikant, sondern setzte sich auch für arme Bewohner Wiedens ein. Besonders schön anzusehen sind hier die historisch-sezessionistischen Hausfassaden, die den Park umsäumen. Von hier aus gelangt man schnell in die Gasse, die nach dem Komponisten Johann Strauß Sohn benannt ist. Im Wohnhaus 4-6 hatte er sein Wohnpalais – und auch sein Sterbehaus. Wer den Kopf bei Nummer 10 etwas hebt, kann ohne Probleme den Anfang des Donauwalzers summen – Musiknoten an der Hauswand unterstützen dabei. Den Blick an dieser Stelle wieder zu senken lohnt sich allerdings auch. Die längst verdiente Pause kann im kleinen aber feinen Café Vitrine zugebracht werden, wo unter anderem hausgemachte Pierogi (polnische Teigtaschen) angeboten werden.

Johan Strauß Gasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Johan Strauß Gasse (c) STADTBEKANNT

Danach geht es auf die Wiedner Hauptstraße. Wir passieren die Klagbaumgasse, in der das Bezirksmuseum Wieden und Rauchfangkehrer-Museum zu finden sind und gelangen auf Höhe der Nr. 55 zu einem schönen Dreiecksplatz.

 

Die mutige Fassbinder-Tochter

Ein ansehnlicher Brunnen erzählt uns hier die Geschichte von der schönen und tapferen Elsbeth. Unschuldig flicht sie sich auf der Spitze des Brunnens die Zöpfe und lässt nicht vermuten, dass sie es einst mit dem gefürchteten Waldteufel aufnahm, der in der Teufelsmühle am Wiener Berg sein Unwesen trieb. Ihr gelang es, ihn und den Wirt der Mühle an einen Lehnstuhl zu ketten. Die beiden Räuber sieht man zu ihrer Rechten und Linken.

Dreiecksplatz (c) STADTBEKANNT Zohmann

Dreiecksplatz (c) STADTBEKANNT

Das große, sich dahinter aufbäumende Biedermeierhaus sticht einem ebenso angenehm ins Auge. Es beherbergt eines der ältesten Kaffeehäuser Wiens. 1880 eröffnet, wurde das Wortner Kaffeehaus zu einem zentralen Treffpunkt in Wieden. Auch heute ist hier einiges los. Kein Wunder: Das Essen ist nett angerichtet und schmeckt vorzüglich!

Wortner Essen (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wortner (c) STADTBEKANNT

STADTBEKANNT meint

Wer gerne auf den historischen Spuren Wiens wandelt, braucht nur die Augen aufzumachen – überall verstecken sich interessante Persönlichkeiten. Auf diesem Spaziergang begegnen wir unter anderem dem Kundschafter Kolschitzky, dem Komponisten Johann Strauß Sohn und der schönen Elsbeth, die uns wahre und nicht ganz so wahre Geschichten aus längst vergangenen Zeiten berichten.

 

Café Vitrine – Johann Strauß Gasse 10-14
Mo – Fr 12:00 – 19:00 Uhr

Wortner Kaffeehaus – Wiedner Hauptstraße 55
Täglich 8:00 – 23:00 Uhr

Rauchfangkehrer Museum – Klagbaumgasse 4
So 10:00 – 12:00 Uhr
Eintritt frei

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