Wien – Grätzltipps – 18. Währing

Nepomuk (c) STADTBEKANNT Zohmann
Nepomuk (c) STADTBEKANNT Zohmann

Stadtspaziergang – Währinger Straße

23. Dezember 2015 • 18. Währing, Stadtspaziergänge

Die Währinger Straße – mehr als nur eine Einkaufsstraße

Zwischen der S-Bahn-Station Gersthof und der U-Bahn-Station Währinger Straße-Volksoper wird nicht nur die Einkaufslust befriedigt. Richtet der Passant seine Aufmerksamkeit auf die richtigen Orte, steht einem stimmungsvollen Spaziergang nichts mehr im Wege.

 

Erleuchtend: Nepomuk und der Kürbis

Nachdem zu Beginn an der weitläufigen Straße einige Gemeindebauten passiert werden, begrüßt einen zunächst Johannes Nepomuk, der es sich in der Fassadennische des sezessionistischen Johanneshofs mit der Nummer 170 gemütlich gemacht hat. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts richtet der in Österreich am dritthäufigsten dargestellte Schutzheilige (Rekordhalter sind Maria und Josef) seine gütigen Augen auf die vorbeieilenden Passanten, die ihrerseits den Brückenheiligen wohl nur selten bemerken.

Währing Kürbisart (c) STADTBEKANNT

Währing Kürbisart (c) STADTBEKANNT

Angelockt von einem stimmungsvollen Lichtschimmer, spazieren auch wir weiter und betreten das Geschäft KürbisArt. Empfangen wird man von leuchtendem Gemüse: Zahlreiche kunstvoll durchlöcherte Kalebasse bilden gemeinsam ein bunt schimmerndes Lichtermeer. Während die Flaschenkürbisse in tropischen Ländern vorrangig als Gebrauchsgegenstände wie beispielsweise als Transportgefäße fungieren, verleiht ihnen die aus Istanbul stammende Nihal Aydin mit ihrer Kunst eine neue Funktion: Als Lampen sind sie ideale Accessoires für die eigenen vier Wände – je nach Geschmack in klassisch-dezentem oder kitschig-buntem Design.

 

Ruhig: Japanische Teezeremonie und Parkvergnügen

Währing Siki Teezeremonie (c) STADTBEKANNT

Währing Siki Teezeremonie (c) STADTBEKANNT

Einmal umfallen und schon stolpern wir ins nächste Geschäft – im SIKI, einem Organic Japanese Shop, wird der Liebe zum Tee und der japanischen Kultur gefrönt: Hier reicht das Angebot von Gewürz- und Kräutertees, über essbaren Tee bis hin zu original japanischen Süßig- und Köstlichkeiten, die entweder mitgenommen oder an der gemütlichen Theke vor Ort verzehrt werden können. Kunstvoll gestaltete japanische Postkarten, Teekannen und andere Geschenkideen verstecken sich im dahinterliegenden Shopraum. Eigentlicher Höhepunkt ist allerdings der Teeraum, in dem sowohl Vorführungen der Teezeremonie als auch Teekurse besucht werden können.

Gleich im Anschluss unterbreitet uns der Aumannplatz sein vielfältiges Angebot: In seinem Zentrum befindet sich der Norbert-Liebermann-Park, in dem ein Waldviertler Granitblock als Gedenkstein fungiert, der an den Generaldirektor der Wiener Städtischen Wechselseitigen Versicherungsanstalt erinnert. Rundherum findet der hungrige Spaziergänger ausreichend Möglichkeiten, seinen knurrenden Magen zu füllen. Eigentlich kommt es nur auf die Tageszeit an: Jung und modern präsentiert sich das aumann, in dem den ganzen Tag über gefrühstückt werden kann. Das Mittagsmenü wechselt täglich – wer will, kann dafür jedoch auch ins 12 munchies wechseln, um dort einen pikanten Snack zu sich nehmen. Das Kuchenlokal im modernen Tante-Emma-Ambiente ist aber vor allem für die nachmittägliche Jause empfehlenswert – beim vielfältigen Angebot aus Muffins, Brownies, Cupcakes oder Quiches, fällt die Wahl nicht so leicht.

 

Kontrastreich: Grabmalhain und belebter Markt

Währing Grabmalhain Eingang (c) STADTBEKANNT

Währing Grabmalhain Eingang (c) STADTBEKANNT

Wir passieren nun das Bezirksamt, das mit seinem markanten, selbstbewussten Uhrturm aufmerksam macht und gelangen zum Schubertpark. Hier befand sich einst der ehemalige Währinger Ortsfriedhof, an welchem unter anderem Ludwig van Beethoven und Franz Schubert begraben wurden. Ihre letzte Ruhe konnten sie an diesem Ort allerdings nicht finden, denn 1924 wurden die Bestatteten auf andere Friedhöfe überführt und ließen einen verlassenen Grabmalhain zurück. Damit bleibt dem heutigen Besucher lediglich ein Blick durch das verrostete Friedhofsportal auf die von hohen Bäumen umgebene Kreuzigungsgruppe. Dicke Mauern trennen den Friedhofshain von der angrenzenden städtischen Parkanlage.

Der Kutschkermarkt (c) STADTBEKANNT

Der Kutschkermarkt (c) STADTBEKANNT

Weg vom totenstillen Grabmalhain, hin zum belebten Kutschkermarkt: Am Fuße der Kirche Sankt Gertrud betreten wir das bunte Durcheinanderland der Marktstände: Blumen, Obst und diverse Genussartikel präsentieren sich stolz und farbenfroh. Der Flanierer genießt das rege Treiben und passiert unter anderem Lokale wie Maggies Feinkostladen, in dem das Angebot von Weinen und Gewürzen über Marmeladen bis hin zu Schokolade reicht.

 

Nostalgisch: Die Legende vom Wilden Mann

Restaurant Wildermann (c) STADTBEKANNT

Restaurant Wilder Mann (c) STADTBEKANNT

Zum Abschluss kehren wir ins Restaurant Wilder Mann ein und lauschen dabei einer alten Legende aus dem 15. Jahrhundert: Nachdem sich ein Landknecht mit dem Teufel angelegt hatte, musste er sieben Jahre lang ein Bärenfell tragen und Steine sammeln. Trotz seines wilden Aussehens verliebte sich die Tochter eines wohlhabenden Gastwirts in ihn und als die sieben Jahre vorüber waren, legte der Knecht sein Fell ab und sah freudig, dass sich die gesammelten Steine in Gold verwandelt hatten. Wohlhabend, wie er nun war, durfte er die junge Frau heiraten und die beiden erwarben den Gasthof in der Währinger Straße 85, wo sich heute das Restaurant im schlichten Ambiente präsentiert und seine Gäste mit Wiener Charme und traditioneller Hausmannskost verwöhnt.

 

STADTBEKANNT meint

Sogar eine belebte Einkaufsstraße wie die Währinger Straße kann mit stimmungsvollen Orten aufwarten: Zwischen Gersthof und Währinger Straße-Volksoper bieten Geschäfte stimmungsvolle Accessoires für zu Hause oder vermitteln japanische Kultur mittels Teezeremonie. In Parks trifft man auf Oasen der Ruhe und stößt auf Gedenksteine und Grabmalhain. Nicht zuletzt versorgen diverse Restaurants nicht nur den knurrenden Magen, sondern das eine oder andere erzählt auch Legenden aus längst vergangener Zeit.

 

Hotspots in der Währingerstraße

KürbisArt – Währinger Straße 155
Mo – Mi: 10:30 – 18:00 Uhr
Fr u. Sa: 10:30 – 18:00 Uhr

SIKI – Währinger Straße 153
Mo – Fr: 10:00 – 19:00 Uhr
Sa: 10:00 – 18:00 Uhr

aumann – Aumannplatz 1
Mo – So: 08:00 – 02:00 Uhr

12 munchies – Türkenschanzstraße 2
Mo – Fr: 09:00 – 18:00 Uhr
Sa: 09:00 – 15:00 Uhr

Restaurant Wilder Mann – Währinger Straße 85
Mo – So: 10:00 – 23:00 Uhr

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