Wien – Grätzltipps – 7. Neubau

Gutenberggasse (c) STADTBEKANNT
Gutenberggasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Stadtspaziergang Neubau – frisch und frech!

19. November 2016 • 7. Neubau, Stadtspaziergänge

Kleine Geschäfte mit individuellen Angeboten

Von diesem Motto geleitet, führt unsere Suche nach kleinen aber feinen Lokalen durch die Straßen von Neubau zwischen Naturhistorischem Museum und Neubaugasse.

Ausgangspunkt des Spaziergangs ist die breite Bellariastraße. Wir blicken auf die beeindruckende Fassade des Naturhistorischen Museums, ursprünglicher Ort der Privatsammlung Kaiser Franz I Stephans, heutiger Wohnort der winzigen, dafür 25.000 Jahre alten Venus von Willendorf. Unsere Füße beschreiten mit der Bellariastraße einen Teil der mittelalterlichen Vorstadt vor dem Widmertor. Bald geht sie jedoch in die Burggasse über, in der wir unsere Entdeckungsreise Richtung Mariahilfer Straße beginnen.

Kleinstes Haus Wiens (c) STADTBEKANNT

Kleinstes Haus Wiens (c) STADTBEKANNT

Auf ins flauschige Vergnügen

Die Hausnummer 5 strahlt Wärme und Fröhlichkeit aus – kein Wunder, stößt man hier doch auf ein kunterbuntes Wollparadies. Im Wolle-Creativ macht Andrea Reymaier alles selbst – vom edlen Häckelmantel bis zur obst-förmigen Kindermütze. Einerseits hält man hier also einen unikalen wolligen Warmhalter in den Händen, kann sich aber andererseits auch über ein österreichisches Qualitätsprodukt freuen, denn deren Material stammt zum Großteil aus Österreich. So werden die flauschigen Kunstfellbommel de luxe zum Beispiel von zwei Damen aus Salzburg gemacht.

Gegenüber erblicken wir Wiener Küche in Form eines Restaurants mit dem klingenden Beinamen Zum hungrigen Kojoten, in dem typisch österreichische Menüs mit günstigen Preisen überzeugen.

Wolle Creativ (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wolle Creativ (c) STADTBEKANNT Zohmann

Ein Blick in kleine Gassen

Schon verlassen wir die Burggasse und treffen in der Kirchberggasse auf eine Baulücke, in welche sich der kleine Gutenbergpark gezwängt hat. Obwohl „Park“ in diesem Fall sehr großzügig ausgedrückt ist, werden Kinder hier trotzdem Spaß an den Spielplatzgeräten finden. Wir aber spazieren weiter, werfen Blicke in Verbindungspassagen zu den Parallelgassen und gelangen in die Siebensterngasse, die ebenfalls durch Blicke in kleine malerische Straßen verführt. Da diese uns aber wieder schnurstracks an den Anfang unseres Spaziergangs, nämlich in die Burggasse führen würden und wir sie ohnehin bald dick eingepackt, mit Glühwein in der Hand, vorbeischlendernd an bunten Ständen besuchen werden, bleiben wir auf unserem jetzigen Weg und biegen in die Stiftgasse ein, wo wir die imposante Fassade der Stiftskaserne und ihren streng bewachten Eingang im Akademietrakt passieren.

Neubau Gasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Neubau schmale Gasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Süße Kunst und Design im Regal

An der Ecke zur Lindengasse stoßen wir nun auf ein kleines Café, das wir allein schon wegen der herzigen Süßigkeiten betreten, die uns von der anderen Seite der Kuchenvitrine aus anlachen. In der Konditorei Andreas Blocher trifft Alt auf Modern: Einerseits in kulinarischer Hinsicht, da der Konditormeister altes Handwerk in kreative moderne Formen füllt – wobei eine Torte in Form eines sehr realistisch anmutenden Karpfens nicht jedermanns Sache ist. Andererseits erleben wir diesen Kontrast aber auch in der Optik – Alt Wiener Garderobenständer und Omas Polsterbezüge werden charmant inmitten moderner Deko-Elemente platziert.

Cafe Konditorei Blocher (c) STADTBEKANNT Zohmann

Cafe Konditorei Blocher (c) STADTBEKANNT Zohmann

Das ein oder andere grinsende Marzipan-Tierchen im Gepäck passieren wir nun einige interessante Lokale in der Lindengasse. Da gibt es zum Beispiel denn’s Biomarkt mit seinem vielseitigen Angebot an Bio-Produkten oder das étagère, in dem jedes Regal als eigenes kleines Geschäft beworben wird. Dabei ist der Laden mehr als nur sein Name: Denn obwohl auch Etageren zum Verkauf stehen, präsentiert sich zudem ein vielfältiges Angebot handgemachter Unikate verschiedener Designer und Künstler, wobei hier Nützliches sowie auch eher Unnützliches zur Auswahl steht – Letzteres dafür aber in umso schrägerer und originellerer Form.

Neubau Etagere (c) STADTBEKANNT

Etagere (c) STADTBEKANNT Zohmann

Kleiner aber feiner Abstecher

Nun kommen wir in der Lindengasse noch am orientalischen Restaurant Maschu Maschu mit seinen leckeren Falafel-Kügelchen vorbei, bevor wir in die Neubaugasse einbiegen, an deren Ende wir schließlich die Mariahilfer Straße erreichen. Der Neubaugasse mit all ihren Verführungen zu widerstehen, ist gar nicht so einfach – wir kennen und lieben sie mit ihren zahlreichen Geschäften und Lokalen.

Maschu Maschu Lokal (c) stadtbekannt.at

Maschu Maschu Lokal (c) stadtbekannt.at

Trotzdem versuchen wir einen Abstecher in die Richtergasse, die dem Motto „Klein aber oho!“ mit ihrer Größe einerseits und einem vielfältigen Angebot andererseits durchaus gerecht wird: Gut und variantenreich lässt es sich in der Café-Bar Blue Box frühstücken, eine originelle Tasche kann im Vivibag erstanden werden und schließlich bietet das LOKal noch einen Ausflug in die Welt alter Medien: Das Non-Profit-Lokal ist ein Beschäftigungsprojekt für Menschen mit seelischen Problemen, die derzeit keine Möglichkeit haben, am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Hier können im Ambiente von Schallplatten, Comicheften und 2ndhand Büchern auch Café, Biosäfte und kleine Snacks genossen werden.

das LOKal (c) STADTBEKANNT Zohmann

das LOKal (c) STADTBEKANNT Zohmann

 STADTBEKANNT meint

Ein Spaziergang, der uns vom Naturhistorischen Museum bis zur Mariahilfer Straße führt, scheint nicht zum Spruch „Frisch und frech!“ zu passen. Allerdings ist wie bei jedem Spaziergang ja auch der Weg das eigentliche Ziel. Und auf diesem Weg passieren wir viele verschiedene Gassen und Straßen, die schließlich dem Motto gerecht werden: Egal ob mit Designer-Unikaten, wolligen Brombeermützen oder lachenden Marzipan-Kürbissen – gerade kleine Geschäfte können oftmals mit einem vielfältigen und zudem völlig individuellen Angebot überzeugen.

 

Wolle-creativ
Burggasse 5
Mo – Fr: 11:00 – 18:00 Uhr
Sa: 14:00 – 18:00 Uhr

Zum hungrigen Kojoten
Burggasse 4
Mo – Fr: 11:00 – 22:00 Uhr

Cafe Konditorei Blocher
Lindengasse 2
Mo – Fr: 6:00 – 20:00 Uhr
Sa: 7:00 – 18:00 Uhr

denn’s Biomarkt
Lindengasse 13-15
Mo – Fr: 9.00 – 20.00 Uhr
Sa: 8.00 – 18.00 Uhr

Étagère
Lindengasse 20
Di – Fr: 12:00 – 19:00 Uhr
Sa: 12:00 – 17:00 Uhr

Maschu Maschu
Neubaugasse 20
Mo – So: 10:30 – 24:00 Uhr

Blue Box
Richtergasse 8
So – Do 10:00 – 2:00 Uhr
Fr – Sa 10:00 – 4:00 Uhr

Vivibag
Richtergasse 8
Do – Fr: 12:00 – 19:00 Uhr
Sa: 11:00 – 16:00 Uhr

das LOKal
Richtergasse 6
Mo – Fr: 9:30 – 19:00 Uhr
Sa: 10:00 – 17:00 Uhr

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