Wien – Grätzltipps – 8. Josefstadt

Palais Auersperg Josefstadt (c) STADTBEKANNT Dominik Binder
Palais Auersperg Josefstadt (c) STADTBEKANNT Dominik Binder

Stadtspaziergang Josefstadt – Pizza und Piazza

28. November 2015 • 8. Josefstadt, Stadtspaziergänge, Wien

Hüte, Brot, Spiele und ein Schützenfest

Heute darf es einmal etwas ganz besonderes sein: Kommt mit auf eine Entdeckungsreise, bei der weder Hüte, noch gutes Essen, noch nette Josefstadt-Blicke fehlen. Sogar ein bisschen Ballerei ist dabei. Wie es nur dazu kommt? Lasst euch überraschen!

 

Von der Pizza zur Piazza Maria Treu

Unser Spaziergang beginnt dort, wo das Mittagsmahl endet: Im Ristorante Ruffino auf der Josefstädter Straße, unweit der 2-er Station Albertgasse. Kaum irgendwo im ganzen Achten gibt es derart große Pizzen. Gut gesättigt und mit reichlich Bedarf an Bewegung begeben wir uns also auf die Straße und flanieren zunächst ein Stückchen stadteinwärts, bevor wir nach links in die Fuhrmannsgasse einbiegen. Vorbei an gutbürgerlichen Wohnhäusern gehen wir weiter bis zur Löwenburggasse. Das überaus nette, aber kurze Gässchen führt uns direkt zur Lederergasse.

Piaristenkirche Maria Treu Gastgarten Jadok Fink Platz (c) STADTBEKANNT

Piaristenkirche Maria Treu Gastgarten Jadok Fink Platz (c) STADTBEKANNT

Wie Insider schon lange wissen, gibt es von dieser Seite einen kleinen Durchgang zum Piaristenplatz. An der Kirchenmauer entlang und durch die seitlichen Anbauten des geistlichen Gebäudekomplexes führt der Weg. Für diese idyllische Etappe lohnt es sich, Zeit und Muße mitzubringen – wundervolle Fotomotive warten! Interessierte besichtigen außerdem die Kirche Maria Treu, bevor sie auf der anderen Seite des Durchgangs auf den Piaristenplatz treten.

Josefstadt Piaristenkirche Maria Treu (c) STADTBEKANNT

Josefstadt Piaristenkirche Maria Treu (c) STADTBEKANNT

Hüte, Weine und Kaffeefreuden

Kaum wieder im Tageslicht angelangt, geht es schon wieder unter die Erde: Der Piaristenkeller lockt. Zwar nicht zum Speisen – immerhin haben wir eben hervorragend italienisch getafelt – sondern, um Hüte und Weine zu besichtigen. Denn hier, tief im Bauch der Josefstadt verborgen, befinden sich zwei Kleinodien von Museen. Zum einen wäre da das Kaiser Franz Joseph Hutmuseum, in dem sämtliche historische Reit- und Zierhüte für Damen und Herren ausgestellt sind. Zum anderen gibt es hier auch die k.u.k. Weinschatzkammer, wo die edelsten und rarsten Weine der Donauländer lagern. Nostalgiker werden es lieben.

Josefstadt Piaristenkeller (c) STADTBEKANNT Zohmann

Josefstadt Piaristenkeller (c) STADTBEKANNT Zohmann

Wir genießen ein paar Momente auf dem Piaristenplatz mit seiner eindrucksvollen Mariensäule, bevor wir feststellen, dass wir Lust auf Kaffee haben. Bei Schönwetter nimmt man am besten im Gastgarten des Café Maria Treu Platz und bewundert beim Schlürfen des duftenden Bohnengetränks die Front der Barockkirche. Ist das Wetter kalt und oder nass, empfiehlt sich das sympathische Café der Provinz, gelegen in der nur einen Katzensprung entfernten Maria-Treu-Gasse. Den Gast erwarten hier nicht nur wundervolle bretonische Galettes, sondern auch süße Crêpes, Waffeln und natürlich Kaffee.

Josefstadt Cafe der Provinz (c) STADTBEKANNT

Josefstadt Cafe der Provinz (c) STADTBEKANNT

Bezirksmuseum Josefstadt: Geballtes Wissen

Vom Café der Provinz ist es auch nicht weit bis zur nächsten Station auf unserem Stadtspaziergang, dem Bezirksmuseum Josefstadt. Geöffnet hat dieses kleine, feine Museum zwar nur zwei mal wöchentlich – wir empfehlen mittwochs von 18:00 bis 20:00 Uhr – dafür erfährt man hier anschaulich alles, was man immer schon über die Geschichte des noblen Bezirkes wissen wollte. Angefangen von Straßenplänen und Dokumenten bis hin zu zahlreichen Exponaten aus der Welt von Kunst und Kultur kann man sich hier umfassend weiterbilden. Als wir das Museum verlassen, hat sich der Himmel über Wien schon leicht verdunkelt.

Josefstadt Straße Bezirksmuseum (c) STADTBEKANNT

Josefstadt Bezirksmuseum (c) STADTBEKANNT

Nobel, nobel

Gemütlich folgen wir der Schmidgasse stadteinwärts, vorbei an freundlichen Barockfassaden und liebenswerten Geschäften. Auf Nummer 14 sticht uns ein imposantes Bauwerk ins Auge – das Palais Fürth. Früher diente das trutzig-prunkvolle Palais als privates Sanatorium, später als Außenstelle der US-amerikanischen Botschaft. Heute sind in dem umfangreich ausgebauten Palais luxuriöse Wohnungen untergebracht.

 

Lenaugasse – Die Gasse der Genüsse

Vom Palais Fürth kommend, ist die nächste Quergasse, die uns begegnet, die Lenaugasse. Ein Blick genügt und wir leiten unsere Schritte automatisch nach rechts, denn diese Gasse begegnet uns freundlich mit Grün-Arrangements sowie einladend mit zahlreichen Einkehr-Gelegenheiten. Gleich um die Ecke liegt das altbekannte Centimeter I, das all jene zufriedenstellen sollte, die beim Essen Wert auf deftige, große Portionen legen und “meterweise” Bier zu schätzen wissen. Weiter unten, auf Nummer 4, folgt das hervorragende srilankische Restaurant Curry Insel.

Wer weniger den kulinarischen Genuss, sondern Entspannung und Ruhe sucht, sollte unbedingt bei City Wellness auf Nummer 5 vorbeischauen. Das freundliche, moderne Studio bietet wohltuende Massagen, die den Stress von den Schultern nehmen, klärende Peelings und vieles mehr, das schöner und glücklicher macht – eine kleine Oase im hektischen Alltag, wo einmal so richtig auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers eingegangen wird!

Josefstadt Lenaugasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Josefstadt Lenaugasse (c) STADTBEKANNT Zohmann

Frisch und wie neu geboren treten wir wieder ins Freie und folgen der Lenaugasse bis ans Ende, das zugleich die Schnittstelle mit der Josefstädter Straße ist. Hier liegt die traditionelle Gastwirtschaft Blauensteiner “Zur Stadt Paris”, ein klassisches, holzvertäfeltes Wiener Lokal mit fleischlastiger Speisenauswahl, inklusive Kalbsherzen und Blunzenpudding. Für weniger Wagemutige gibt es aber selbstverständlich auch Gulasch, Schnitzel und Co.

 

Jagen oder Applaudieren, das ist hier die Frage

Der Abend ist gekommen, und wir gehen auf die Jagd. Und diesmal ausnahmsweise nicht nach gutaussehenden Flirtpartnern an der Bar. Wild ist angesagt – Rehe, Hirsche, Bären und Hasen. Wo man die erwischt? Im einzigen Wiener “Schießkino” in der Josefsgasse 10. Hier kann man mit dem Jagdgewehr auf virtuelle Scheiben, Tiere und Tonkrüge schießen, eine elektronische Anlage zählt die Treffer. Das Schießkino gehört zu einem Waffengeschäft und bietet auch Kurse für angehende Jäger an.

Für weniger schießwütige Gemüter besteht alternativ die Möglichkeit, das gleich nebenan befindliche Vienna’s English Theatre aufzusuchen und sich an Wortwitz, schwarzem Humor und feinster Bühnenaction zu erfreuen. Das traditionsreiche Haus erfreut schon seit Mitte des 20.Jahrhunderts Freunde der englischen Sprache mit seinen Aufführungen. Kennt man das Theater nicht, so sollte man es kennen lernen – vorausgesetzt, man ist des Englischen mächtig.

Vienna's Englisc Theatre (c) STADTBEKANNT dominik Binder

Vienna’s Englisc Theatre (c) STADTBEKANNT dominik Binder

Ein “Häuschen mit Garten”

Wir kehren der Josefsgasse den Rücken und wandern die Auerspergstraße abwärts. In unseren Ohren hallt noch das Knallen des Gewehrs und der tosende Applaus vor dem fallenden Vorhang nach. Die Welt draußen hat uns wieder, und wir schlendern gemütlich dahin – bis wir vor einem Gebäude gigantischen Ausmaßes staunend innehalten.

Das Palais Auersperg, erbaut im frühen 18. Jahrhundert, war schon im Barock eine richtige Party-Location. Ob Konzerte, Gartenparties (Anmerkung: Der Garten des Anwesens ist in etwa so groß wie der gesamte Schönbornpark!) oder wilde Bälle, hier ging ganz schön die Post ab. Auch heute noch wird das Palais als Veranstaltungsort geschätzt.

Palais Auersperg Auerspergstrasse (c) STADTBEKANNT

Palais Auersperg Auerspergstraße (c) STADTBEKANNT

Endstation Dachgeschoß

Was für ein Tag, denken wir uns, der schreit ja förmlich nach einem gemütlichen Drink vor dem Schlafengehen. Außerdem gibt es noch genügend zu bereden und beplauschen: Welche Pizza war die beste? Welche Schauspieler konnten überzeugen? Wie viele virtuelle Rehe wurden erlegt? Ja, ein wenig plaudern ist dringend nötig. Und wo kann man das besser tun, als im Dachgeschoß des stylishen 25-Hours Hotel? Perfekt durchdesigntes Interieur, eine Terrasse mit traumhaftem Blick auf Dächer, Straßen und den Nachthimmel, dazu gepflegte Cocktails und Longdrinks – wie im Himmel, finden wir.

Hier also, bei einem Gläschen unter den Sternen, endet unser kulinarisch und kulturell wahrlich reichhaltiger Trip durch die Josefstadt. Und wer weiß – vielleicht reift in uns schon der Plan zum nächsten Josefstadt-Spaziergang …

 

Stadtspaziergang Josefstadt – Hüte, Brot, Spiele und ein Schützenfest

 

Route

Ausgangspunkt: Josefstädter Straße Ecke Albertgasse
Endpunkt: Lerchenfelder Straße 13

Start: Josefstädter Straße stadteinwärts  links in die Fuhrmannsgasse , rechts in die Löwenburggasse  Durchgang zum Jodok-Fink-Platz → rechts die Piaristengasse entlang → links in die Maria-Treu-Gasse  rechts Lange Gasse  links Schmidgasse  rechts Lenaugasse → Auerspergstraße bis Lerchenfelder Straße

 

Josefstädter Hotspots

Pizzeria Ruffino – Josefstädter Straße 48
Piaristenkeller – Piaristengasse 45
Café Maria Treu – Piaristengasse 52
Café der Provinz – Maria-Treu-Gasse 3
Bezirksmuseum Josefstadt – Schmidgasse 18
Palais Fürth – Schmidgasse 14
Centimeter – Lenaugasse 11
Curry Insel – Lenaugasse 4
City Wellness – Lenaugasse 5
Gastwirtschaft Blauensteiner – Lenaugasse 1
Wiener Schießkino – Josefsgasse 10
Vienna’s English Theatre – Josefsgasse 12
Palais Auersperg – Auerspergstraße 1
25 Hours Hotel Dachboden – Lerchenfelder Straße 1-3

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