Wien – Grätzltipps – 1. Innere Stadt

Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT
Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT

Stadtsafari im Ersten Bezirk

19. Juni 2011 • 1. Innere Stadt, Grätzltipps, Stadtspaziergänge

Die Grätzltipps gehen in die nächste Runde. Diesmal widmen wir uns der Inneren Stadt.

Natürlich kennt jeder von uns den ersten Bezirk, aber es gibt immer noch neue Seiten im Herzen Wiens zu finden. Wir haben die nicht so bekannten Fleckchen, die günstigsten Studentenlokale und uns ans Herz gewachsenen Alt Wiener Kaffeehäuser für euch besucht.

Ein Streifzug durch den ersten Bezirk
Da ich im 7. Bezirk wohne, spaziere ich am Wochenende gerne durch den ersten Bezirk. Für mich ist das, wie ein gratis Museumsbesuch. Ich finde es immer wieder spannend, durch die Seitengassen zu spazieren und nach Details Ausschau zu halten, die ich noch nicht kenne. Einige meiner persönlichen Lieblingsecken möchte ich euch nun vorstellen.

Die Mölker Bastei
Wer in Wien aufgewachsen ist, hat sie wahrscheinlich schon mal in der Volksschule besucht – die Mölker Bastei. Sie ist der letzte erhalten gebliebene Teil der Stadtmauer und beherbergt ein Stück Zeitgeschichte. Ihr findet sie gegenüber der Hauptuniversität. Geht man die Mölkerstiege hinauf, kommt man am Dreimäderlhaus und einem Schuster vorbei und befindet sich plötzlich in völliger Abgeschiedenheit mit dem Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist.

Die Griechengasse
Geht man entlang der Rotenturmstasse und biegt dann in den Fleischmarkt ein, steht man nach kurzer Zeit vor dem Griechenbeisel. Das Griechenbeisel ist eine der ältesten Gaststätten Wiens und wurde im 13. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Seit dem 17. Jahrhundert siedelten sich griechische Kaufleute in dem Grätzl an. Gleich neben dem Griechenbeisel befindet sich eine der ältesten und schönsten griechisch-ortdoxen Kirchen Wiens. Wenn man in die Griechengasse abzweigt, gelangt man zu einem der wenigen, aus dem Mittelalter stammenden Gebäude der Stadt. Ich liebe dieses Gebäude, weil es Zeugnis über die verschiedenen Epochen ablegt. Es sind der Fassade in jeder Epoche neue Fenster hinzugefügt worden.

Günstige und gute Futterplätze im Ersten

Wer kennt das nicht: es ist um die Mittagszeit und frau ist an der Hauptuni. Nun stellt sich die Frage wohin, ohne sich finanziell zu verausgaben.

Das Michls
Wir wollen natürlich nicht den Gutmenschen in euch wecken, aber das Michls ist ein Sozialprojekt, wo man günstig und gut essen kann.
Wahrscheinlich kennen einige von euch das Lokal noch nicht. Es ist ein Wirtshaus gleich hinter der Hauptuni – Richtung Rathaus. Dort hat die KOBV und Volkshilfe das Projekt Michls injiziert, wo Arbeitslose Köche und Hilfskräfte eine zweite Chance bekommen – und ihr günstige und gute Mittagsmenüs.
Ein Detail am Rande: das Menü wird laut der Hompage vom 4-Hauben-Koch Helmut Österreicher entworfen, was schon fast zu „perfekt“ für mich klingt. Es wird vor allem Wiener Hausmannskost angeboten und das nur 5 min von der Uni entfernt. Eine Hauptspeise kostet € 4,70,- , es gibt auch ein Dreigänge Menü für den großen Hunger um €7,9,-. Übrigens findet ihr eine Reihe von Mittagslokalen in dieser Preisklasse in der Reichsratsstraße.

Willi Dungl‘s Selbstbedienungs-Restaurant
Ein weiterer Geheimtipp ist das SB Restaurant von Willi Dungl, welches sich in dem Naturkostladen befindet. Er befindet sich gleich nach der Bank Austria in der Schottengasse 9. Ihr bekommt dort sehr günstig ein leckeres und gesundes Mittagessen.
Das Essen wird gewogen und bei einer guten Portion zahlt man €4 bis €5,-. Ihr könnt auch Suppen oder Salate bestellen. Vom Preis her ist es ähnlich wie beim Mac Donalds um die Ecke, aber eben gesundes Fast Food. Ich persönlich war ja immer wieder auf der verzweifelten Suche nach einem leckeren, warmen und günstigem Mittagessen und bin dort fündig geworden. Die Homepage ist nicht so informativ in Bezug auf das Mittagsmenü, ich würde einfach mal vorbei schauen!

Maschu Maschu
Für all diejenigen, welche in der Gegend vom Schwedenplatz unterwegs sind lohnt sich ein Besuch im Maschu Maschu im Bermudadreieck. Es gibt dort als Take Away ein wirklich gutes Falafelsandwich um ca. €3,- mit Homos, Falafel und Salat, welches nichts zu wünschen übrig lässt. Was ins Sandwich hinein kommt, entscheidet natürlich ihr. Meiner persönlichen Meinung nach, bietet das Lokal die besten Falafel in Wien an und auch die Qualität des Homos ist sehr überzeugend.
Eines sollte vielleicht noch gesagt werden: es kommt euch günstiger ein Falafelsandwich zu bestellen, als den Falafelteller, welcher €5,5,- kostet und in etwa das Gleiche an Zutaten und Menge beinhaltet. Ihr findet das Maschu Maschu übrigens auch im 7.Bezirk in der Neubaugasse.

Wiener Kaffeehäuser
Also für alle, die es modern und boboesk mögen, empfiehlt sich die Kunsthalle – die ist ja quasi im 1. Bezirk. Zu gemütlicher Chill Out Musik gibt es Cafe au Lait, Kunst und noch vieles mehr, wie stadtbekannt berichtete.

Nun machen wir einen kleinen Spaziergang durch die klassischen Wiener Kaffeehäuser.

Die Alt Wiener Kaffeehaustradition
Sie ist ein fester Bestandteil des 1. Bezirks und der Wiener Kultur. Es gibt sie noch, auch wenn die Cafés weniger geworden sind. In ihnen tummeln sich Studenten, Künstler, Manager, Arbeiter und Intellektuelle. Für manche, sind sie wie ein zweites Wohnzimmer oder Arbeitsplatz. Für mich, sind sie der beste Ort um seinen Kaffee zu trinken, zum Lesen und zum Diskutieren. Natürlich darf man im Kaffeehaus nicht einfach einen Kaffee bestellen, das wissen wir schon von Waldbrunn und Farkas. Tut man das nämlich, bekommt man vom Kellner zur Antwort: Was wolln’s denn? Eine Melange, einen Einspänner, einen Espresso oder einen Verlängerten?

Das Kaffee Alt Wien
Das Alt Wien ist mein Lieblingskaffeehaus. Mit seiner etwas muffigen Atmosphäre, seinen von den Zigaretten braun gewordenen Wänden und Schichten von übereinander geklebten Plakaten ist es ein Unikat. Gut, die Beschreibung klingt auf den ersten Blick nicht so einladend, aber wer schon einmal dort war, weiß dieses Fleckchen zu schätzen. Im Alt Wien trifft man sich um zu diskutieren, bei einer Melange oder auch einem Achterl Wein. Auf der Speisekarte findet man Gulaschsuppe, Eierspeis und Wiener Mehlspeisen wie Topfenstrudel und Apfelstrudel, alles zu einem guten Preis. Es wurlt immer und am Abend findet man manchmal keinen Platz. In diesem Fall kann man ins etwas teurere Diglas ausweichen.

Café Alt Wien 1., Bäckerstraße 9

Diglas
Das Kaffee Diglas ist ein sehr traditionsreiches Wiener Kaffeehaus, in welchem man im gediegenen Stil, bei Kaffee und Torte, Klaviermusik lauschen kann – oder dem Gespräch am Nachbartisch. Im Ambiente des 19. Jahrhunderts kann man selbst gemachte Mehlspeisen genießen und fühlt sich in eine andere Zeit zurück versetzt. Ideal um ein paar Stunden mit einem Buch zu verbringen oder nach einem längeren Stadtspaziergang einzukehren.

Das Griensteidl
Das Griensteidl befindet sich am Michaelaplatz und ist ein klassisches Wiener Kaffeehaus mit hellen hohen Räumen und dem traditionellen Kaffeehausinterieur. Hier trinkt man nicht nur seinen Verlängerten oder liest seine Zeitung, sondern es finden auch immer wieder Meetings statt. Die vom Aussterben bedrohte Spezies des typisch unfreundlichen Obers ist in diesem Kaffeehaus noch zu finden und gratis bei der Melange dabei.

Cornelia Dlabaja

Verloren in der Stadt: Auf Entdeckungsreise im Asphaltdschungel

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