Wien – Leben

Wiener Riesenrad

stadtbekannt verscherbelt Wien

20. Juni 2013 • Leben7 Kommentare zu stadtbekannt verscherbelt Wien

Tiroler Berggipfel wurden damals also doch keine verkauft – voller Inspiration verklopft dafür stadtbekannt nun, was in Wien lieb und teuer ist.

Der Verkauf der beiden Osttiroler Berggipfel Großer Kinigat (2.689 Meter) und Rosskopf (2.603 Meter) kam leider nicht zustande. Die Idee eines solchen Geschäftes bleibt trotzdem großartig. Auch die ÖBB würde um ein Vielfaches pünktlicher und wirtschaftlicher über die Schienen brettern, wäre sie endlich einmal vollkommen privatisiert.  Um das recht löchrige Wiener Budget zu sanieren, will stadtbekannt nun Besonderheiten aus unserer schönen Stadt verklopfen.

Riesenrad samt Ausblick:

Als eines der Wahrzeichen von Wien bringt das Riesenrad im Prater sicher enorme Gebote. In Zukunft soll es dann nur noch für seinen neuen Besitzer zugänglich sein. Als besonderes Goodie zum Kauf dazu gibt es auch noch das Exklusivrecht am unvergleichlichen Panoramablick über die Stadt an der blauen Donau. Das ganze Stadtgebiet, das von den Gondeln aus zu sehen ist, wird vom Verhüllungskünstler Christo mit schwarzer Plane bedeckt und jeweils nur stückchenweise zum Gaudium des neuen Eigners der Blickrechte gezeigt.

Wiener Schmäh:

Nach dem Motto „Ökonomisches Kapital statt kulturelles Kapital“ wollen wir auch den Wiener Schmäh privatisieren. Insbesondere Norddeutsche oder Schweizer, denen böse Zungen ja nicht unbedingt den reichhaltigsten Humor nachsagen, sollen schon Gebote vorbereiten. Auch Chinesen und Saudis wollen gerüchteweise mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh die doch etwas gedrückte Stimmung in ihren Ländern bessern. Inbegriffen im vollen Schmähpaket wären alle Folgen von „Ein echter Wiener geht nicht unter“ und „Kaisermühlenblues“, sowie die hundert besten Falco-Tribute Alben (Special: seine besten Interviews), eine Karl-Kraus-Pappfigur und unbekannte Gedichte aus dem Nachlass von Ernst Jandl zum zusammenpuzzlen. Herbert Prohaska wird nach Verlust des Wiener Schmähs gesetzlich gezwungen sein, den Akkusativ zu verwenden und das Gesamtwerk von Helmut Qualtinger, Karl Farkas und Ernst Waldbrunn wird zukünftig verboten.

Donau:

Da die Donau so sinnlos und, von ein paar Flusskraftwerken und Schifffahrtsrouten abgesehen, recht faul dahin fließt, soll auch sie endlich Geld bringen. Statt eines vollkommenen Verkaufs ist eine langfristige Vermarktung über die Firma Gewista angedacht. Bei der sind ab sofort Werbeaktionen zu buchen, um die Donau in Manner-Rosa oder stadtbekannt-Grün einzufärben. Auf besonderes Verlangen kann auch der Donaukanal im Sommer mit wasserfester Farbe geflutet werden, damit die Besucher der angrenzenden Lokale anschließend für einige Wochen als mobile Werbeträger, beispielsweise in Milka-Lila, herumlaufen.

Penthouse am Stephansdom:

Besonders in herrlicher Innenstadtlage ist guter Baugrund teuer. Nicht viel einfacher als solch einen zu erwerben ist es, für die oft historische Substanz eine Bau- oder Umbaugenehmigung zu bekommen. Aus diesem Grund wird der unvollendete Nordturm des Wiener Wahrzeichens mitsamt einer Baugenehmigung für die Fertigstellung als Penthouse-Wohnung zum Kauf angeboten. Die Dienste eines Hausmeisters/Glöckners sind im Preis inbegriffen.

Spittelberg:

Hohe Berge hat Wien leider keine zu bieten, aus diesem Grund muss sich der geneigte Scheich oder Oligarch hierzulande mit dem Spittelberg begnügen. Doch im Vergleich zu den öden und leeren Osttiroler Gipfeln erwirbt man den Wiener Hausberg mitsamt seiner Bewohner und der einheimischen Folklore. Mit dem Spittelberg werden so auch alle Rechte am Wiener Hipster-Lifestyle erworben. Dem neuen Besitzer ist es damit erlaubt, zukünftig Lizenzgebühren für Hornbrillen, Baumwollsackerln und Teilrasur-Frisuren zu verlangen. Weitere Verkaufsideen wäre die iPhone-App „Bergtour“, mit der man sich zwischen dem Spittelberg, Prenzlauer Berg und dem Berghain hin- und herbeamen lassen kann, ohne sich am Weg in den zu engen Röhrenjeans die Oberschenkel abwetzen zu müssen.

Richard Lugner:

Seid ehrlich, wer will diesen Mann nicht als Stargast auf seiner Party haben?

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7 Antworten auf stadtbekannt verscherbelt Wien – Verstecken

  1. josefstädter sagt:

    bobos
    lol das würde teuer, wenn die bobos nun lizenzgebühren zahlen müssen…

  2. Joe sagt:

    stephansdom
    naja, zumindest bringt das geld. die kirche verschenkt ihre kirchen inzwischen ja schon.

  3. lisa sagt:

    lugner
    also wenn schon jemand als partygast dann sicher der helmut werner. der kann dann auch gleich den tony wegas mitnehmen.

  4. Wienliebhaber sagt:

    Soll das lustig sein?
    Ihr zieht Wien ja ganz schön ins Lächerliche. Durch das Piblizieren solcher Artikel stellt ihr es echt in Frage ob man euch ernst nehmen kann oder nicht.
    Wenn schon ironisch, dann bitte ordentlich oder gar nicht.

  5. stadtbekannt sagt:

    @wienliebhaber
    mit dem humor ist das so eine sache wie mit dem geschmack, da lässt sich wohl schwer darüber streiten. schade, dass dir dieser artikel nicht gefallen hat. wir hoffen, dass es andere gibt, die wieder mehr deinem geschmack entsprechen. dass die motivation dabei war wien zu schaden ist nun doch etwas weit hergeholt. wäre wien nicht unsere lieblingsstadt würden wir uns nicht so viel damit auseinandersetzen – manchmal ernsthafter, manchmal etwas weniger. es zeugt eben eine kritische oder ironische auseinandersetzung mit einem thema nicht unbedingt von bösem willen. ansonsten müssten wohl kritik und ironie an sich verboten sein.

  6. der schurke mit der gurke sagt:

    hab wien lieb und doch humor
    @wienliebhaber ich glaub man kann etwas mögen und trotzdem drüber lachen. vielleicht solltest du dir mal etwas humor kaufen.

  7. Marion sagt:

    @wienliebhaber
    Keine Sorge, stadtbekannt kann Wien eh nicht wirklich verkaufen. Nimm´s doch ein bisschen lockerer, nimmt dir niemand deinen Stephansdom weg.

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