Lifestyle – Skurriles

Fußgängerzone (c) Mehofer stadtbekannt.at
Fußgängerzone (c) Mehofer stadtbekannt.at

Stadtbekannt fordert: „Nummerntaferl für Fußgänger!“

30. Juli 2013 • Skurriles

Von den Gefahren des Gehens

Will man konsequent gegen Verkehssünder vorgehen, so kann die Diskussion um Nummerntaferl für Fahrräder nur in einer allgemeinen Kennzeichnungspflicht münden.

 

Safety first!

Sobald der letzte Schnee geschmolzen ist, beginnen wir wieder uns um unser körperliches Wohl sorgen zu müssen. Das Überqueren eines Zebrastreifens wird so zum Adrenalinkick, der parallel zum Gehsteig verlaufende Radweg erscheint als unüberwindbares Hindernis und eine Überquerung desselben ist nur was für echte Hazardeure.

Mit dieser Gefahr im Nacken sind wir der Meinung, dass eine Debatte wiederbelebt werden sollte – Taferl für alle! Die Debatte – losgetreten von Bürgermeister Michael Häupl und von City-Chefin Ursula Stenzel dankend aufgenommen – spaltet die Stadt noch immer in zwei Lager.

Radrowdys und militante Bikerterroristen liefern sich seither Gefechte mit Modernisierungsverweigerern, überzeugten Boulevard-Flanierern und Autofetischisten. Einmal will man Metropolen wie Amsterdam und Berlin – wo die Fahrräder längst ein prägender Teil des Stadtbilds sind – in punkto Innovation ausstechen, indem man den Radfahrern ein Taferl umhängt. So weit so gut.

Wenn schon Taferln – dann sollte man auf eine Gruppe an Fortbewegern nicht vergessen: unsere Fußgänger. Immer wieder kommen der STADTBEKANNT-Redaktion Beschwerden über verhaltensauffällige Fußgänger zu Ohren. Torkelnde Trinker am Donaukanal, Gürtelschläger die einem plötzlich vors Auto springen, nachdem sie zwei Kinnhaken empfangen haben, ältere Menschen, die beim Überqueren der Straße zwei Grünphasen in Anspruch nehmen und unerwartete Richtungswechsel von Fußgängern in der Mariahilferstraße – sie alle stellen eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Bekanntlich passiert ja ein Großteil der Verkehrsunfälle wegen Telefonierens am Steuer. Zusätzlich soll sich aber in der letzten Dekade die Zahl der von telefonierenden Füßgängern verursachten Unfälle um ein Vielfaches gesteigert haben.

 

Stadtbekannt fordert Kennzeichnungspflicht

Wir machen den Anfang und sprechen uns für Fußgängertaferln aus. „Man halte die Vorschläge prinzipiell für Diskussions-würdig und werde die Machbarkeit prüfen“, so ein Sprecher des Verkehrsministeriums gegenüber Stadtbekannt. Hier unsere Ideen für eine generelle Kennzeichnungspflicht:

• Amtlicher Fußgänger-Schein – abzulegen mit dem Eintritt in das Vorschul-Alter

• Grundsätzliche gestalterische Autonomie bezüglich der Kennzeichnungsart. Bsp.: Mit der Nummer bedruckte T-Shirts, gut sichtbare Tattoos (etwa im Gesichtsbereich), Gehstock- Gravuren oder modische Halsketten mit Taferlanhänger

• Boomende Blechtaferlbranche – Belebung der Wirtschaft

• 0,0 Promille für Fußgänger – Einrichtung von kostenlosen Tragediensten für Alkoholisierte

• Steuererleichterungen für Stubenhocker und Nicht-Fortbeweger

Probleme bereiten dem Verkehrsministerium gewisse Randgruppen. Demnach soll es eigene Nummernschilder für Kinderwägen geben. Aufgrund der bescheidenen Geburtenrate hofft man hier die Verwaltungskosten niedrig halten zu können. Eine besondere Kennzeichnungspflicht soll es für Jogger geben. Diese müssten sich beim zuständigen Magistrat als Läufer registrieren lassen und bekämen eine eigene Jogging- Route zugewiesen. Unfälle im Laufsport sollen so weitestgehend verhindert werden. Im Herbst soll eine vom Ministerium beauftragte Expertenrunde alle eingebrachten Vorschläge prüfen.

Stefan Weiss

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