Wien – Leben

(c) Adamek stadtbekannt
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Stadtbekannt fährt mit dem Seat Leon nach Kärnten

29. Juli 2013 • Leben, Unterwegs

Wir fuhren mit dem blauen Blitz von Wien nach Villach, manchmal ohne Hände, immer mit Freude.

Selten musste ich mit meinen Mitfahrern so viel über ein Auto diskutieren, wie über den neuen Seat Leon. Es begann diesmal schon bei der Farbe. Um am Bahnhof gefunden zu werden, erklärte ich telefonisch, dass ich einem blitzblauen Seat säße. Bei so einer auffälligen Farbe sollte ich leicht zu finden und keine weitere Präzisierung nötig sein. Nach kurzer Wartezeit stieg mein Fahrgast ein und erzählte, beinahe im falschen Fahrzeug gelandet zu sein. Schließlich sei das Auto ja türkis und nicht blitzblau. Wir konnten uns nicht einigen welche Farbe es nun eher ist. Vielleicht eben Azul-Blau, schließlich heißt es ja auch so.

Ein anderes mal testete ich auf der Autobahn den Spurhalteassistenten und ließ einfach das Lenkrad bei Tempo 130 los. Natürlich hatte ich mich von seiner Funktionstüchtigkeit überzeugt, aber das wussten die anderen nicht. Zuerst wurde mir Verantwortungslosigkeit vorgeworfen. Als sich das Lenkrad wie von Geisterhand bewegte und uns durch die Kurve führte, wurde es leise. Bis auf das Piepsen, das mich daran erinnerte jetzt wieder selbst zu lenken. Wieder selbst lenkend, erreichten wir bald darauf Villach.

Villach und Ossiacher-See

Villach ist die siebtgrößte Stadt Österreichs und liegt mit fast 60.000 Einwohnern vor St. Pölten, Bregenz und natürlich dem Dörflein Eisenstadt. Bei dem heißen Wetter zogen wir es jedoch vor am Ossiacher-See zu verweilen. Praktischer Weise steht hier auch eines der besten Restaurants der Gegend, die Stiftsschmiede. Nach einem Brand wurde das denkmalgeschützte Gebäude wieder aufgebaut und innen werden köstliche Fischgerichte serviert. Man sollte allerdings vorher reservieren, sonst muss man warten. Wer das nicht will, kann sein Glück im Café Allegro versuchen. Nach dem Essen lohnt es sich hier noch einen Abstecher in den Hof und auf den Friedhof des Stifts zu machen, wo angeblich der im Jahre 1082 verstorbene polnische König Boleslaus begraben liegt. Zumindest ein altes Bild hängt ihm zu Ehren dort.

Wer mehr Wert auf Aussicht legt, ist auf der Ruine Landskron richtig. Zwei Restaurants warten hier auf Besucher. Wer das Haubenrestaurant Kronensaal besuchen möchte, sollte aber nicht geizig sein. Ab 17:30 Uhr ist die Mautstraße auf den Berg übrigens kostenlos.

Leon

Praktisch für uns, schließlich wollen wir weder Geld ausgeben noch den Seat stehen lassen, wenn es nicht sein muss. Ebenso viel Genuss wie die Aussicht vermittelte aber der kräftige Antritt des deutschen Spaniers, der uns aus jeder Kurve drückte, der auf jeder Geraden laufen wollte. Volkswagen hat mit diesem Motor wirklich einen feinen Kompromiss zwischen Alltagstauglichkeit und Sportlichkeit gefunden. Im unteren Drehzahlbereich fährt der Leon ganz zahm, manchmal fast etwas träge und lässt so Verbrauchswerte von rund sechs Litern zu. Schaltet man aber das DSG auf den Sportmodus und drückt das Gaspedal durch, heult der Motor auf und beschleunigt die Insaßen in 7,1 Sekunden auf 100 km/h. Aber damit nicht genug. Bei ca. 103 km/h schaltet die Automatik in den dritten Gang und lässt den Motor noch einmal aus dem Vollen schöpfen und die Fahrgäste seinen Schub spüren. Doch auch bei Autobahntempo wird der Leon nicht ungezogen durstig. Sieben bis acht Liter sind, je nach Fahrweise, locker zu schaffen. Die ausgezeichneten Sitze, Voll-LED-Scheinwerfer und ein angenehm straffes Fahrwerk machen auch längere Etappen bei Dunkelheit erträglich. Nur das Seat Sound-System ließ uns etwas ratlos zurück. Der Subwoofer klingt zwar voll, aber die vielen Einstellmöglichkeiten sorgen eher für Verwirrung als für guten Sound.

Es wird vermutlich nicht an Seat liegen, dass Leon in den letzten Jahren ganz oben in der Hitparade der Baby-Namen mitspielt. Aber so fein, wie die Neuauflage des Spaniers ist, sind wir uns nicht ganz sicher.

Seat Leon SC FR TSI DSG Start-Stopp ab € 26.740,-
Länge: 423 cm, Gewicht: 1.307 kg, Kofferraum: 380 – 1150 l, 1,8-Liter 4-Zylinder-Turbobenzinmotor, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Frontantrieb, 132 kW (180 PS), 250 Nm, 0-100 in 7,1 s, Vmax 224 km/h, MVEG-Verbrauch: 7,1/5,0/5,7 (S), CO2 132 g/km, Verbrauch im Test: 7,4 l

Christoph Adamek

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