Kultur – Musik

(c) Mautner stadtbekannt.at
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song of the day: „the good old days“

22. Mai 2013 • Musik

Bevor Peter Doherty, aufgrund seiner relativ ungeschickt ausgelebten Affinität zu Drogen der A-Klasse, mehr als Tabloid-Junkie denn als Libertine und Musiker wahrgenommen wurde (das hat sich glücklicherweise wieder etwas gelegt), war er mal einfach nur einer der zwei Sänger, Songschreiber und Gitarristen bei den Libertines. Der Rest kann in den Schundblättern als auch im Feuilleton nachgelesen werden. Anyway, irgendwann wurde es dann, so goes the lore, ja sogar seinem Bandkollegen und ehemals besten Freund Carl Barât zu viel (der selbst mit Sicherheit kein Kind von Traurigkeit ist, wenn es um dionysischen Lebenswandel geht) und die Libertines gingen ohne Doherty auf Tour.

Getrennte Wege

Nachdem die Libertines – bei allem Respekt vor den anderen zwei Herrschaften – immer von der etwas schrullig-innigen Beziehung von Doherty und Barât getragen waren, libertinte es sich dann auch bald aus und Pete und Carl gingen verschiedene Wege: Pete quer durch den Boulevard – Crackpfeiferl im Gepäck – zu den Babyshambles, Carlos gründete die Dirty Pretty Things.

Nichts mehr mit dem tragenden und oft besungenen Gedanken von „Albion“, vom romantizistischen Utopia „Arcadia“, wo sie gemeinsam mit Oscar Wilde, John Keats und Morrissey/Marr besoffen von Gin durch die Straßen tänzeln würden. Carlos hielt sich anfangs relativ zurück, während man von Pete jeden Tag irgendeine neue Schlagzeile von einer völlig verblödeten Aktion las, die er wiedermal brachte. Glaubte man den Fotos oder sah man Pete bei Konzerten, machte er es einem oft nicht wirklich leicht, an seinen 30. Geburtstag zu glauben.

Der Rest ist Geschichte. Pete brachte gute Alben mit den Babyshambles raus und scheint sich einigermaßen eingekriegt zu haben, zumindest für seine Verhältnisse. Carl veröffentlichte zwei eher mittelmäßige Alben mit „Dirty Pretty Things“, die er dann auch recht schnell wieder auflöste um sich seiner Solokarriere zu widmen, Pete kam ihm mit dem Solo-Album „Wastelands“ zuvor.

Und immer wieder tönte es von Pete, er wolle die Libertines wieder haben. Es gab sogar einen gemeinsamen Auftritt der beiden Albioner (Albionesen?), aber bezüglich einer Reunion zierte sich der gute Carlos dann doch ein wenig. Kein Wunder, schließlich war Pete mit Sicherheit nicht der zuverlässigste Bandkollege. Insert Drogenstory ____ here.

Reunion – „The Good Old Days“

Dieses Jahr aber dann doch, der NME bejubelte ausgiebigst. Die Likely Lads sind wieder da, Pressekonferenz und Guerilla-Gig in einem Pub, erfrischend dilettantisch klingend wie zu ihren besten Zeiten. Zwei Festivalgigs, Leeds und Reading, sind fix, Tour sicherlich in Planung, an neuem Material wird gefeilt. The boys are back in town. Gut, dass sie wieder da sind.

Und deswegen ist heute „The Good Old Days“ von den Libertines Song of the day: „The Arcadian dream, so fallen through – but the Albion sails on course“.

Willkommen zurück, Bilo und Carlos.

Markus Brandstetter

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