Kultur – Musik

(c) Mautner stadtbekannt.at
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song of the day. „Roots Bloody Roots“ von Sepultura

28. März 2013 • Musik

Heute führt uns der Song of the day zurück ins Jahr 1996. Roadrunner Records war damals mit Bands wie Fear Factory, Machine Head und Sepultura auf dem kommerziellen Zenit, Platten haben sich noch verkauft wie warme Semmeln und Max Cavalara hat sich noch nicht im Streit von Sepultura getrennt und Soulfly gegründet. 

Ja, Sepulle, wie der deutsche Metalhead liebevoll sagt, waren noch ganz die Alten. Chaos A.D. gab schon ein wenig die Richtung vor, in die es fortan gehen sollte, ein wenig weg von den alten Tagen mit den gekreuzigten Teufel am Cover, hin in Richtung Kosmopoliten-Metal, spirituell, ein wenig World Music (auch wenn das auf Chaos A.D. nur filigran zum Tragen kam). Dann kam Roots, diese perkussive Dampflok, dieser Bastard aus Grooves, Metal, Hardcore und Ethno.

Ich habe mir das Album damals zum Geburtstag schenken lassen, bei Libro um 219 Schilling gekauft (ich glaub der Digipack war damals in Aktion, vielleicht waren es auch 299 Schilling. Waren einige Biere in der Zwischenzeit). Und hab dann nichts mehr anderes gehört für eine Weile.

Faktum: wenn Igor Cavalera drummt, dann drummt er richtig. Halbherzig war bei Sepultura ohnehin nie etwas. Wenn sich dann aber imposante Percussions dazu mischen und als essentieller Bestandteil integrieren, und das zu einem Zeitpunkt als Slipknot noch Pappmaschee Masken gebastelt haben, wenn dann primitive Grooves so meditativ gespielt werden dass man beinahe vom Zuhören ins Nirvana kommt, dann wird die Sache interessant.

Harmonisch muss da auch nicht viel passieren, dafür vertreibt jeder von den zwei Power-Chords, die Cavalera auf seiner Dreisaitigen spielt, den Teufel. Weil um ein böses Image ging es bei Sepultura 1996 wirklich nicht, eher um Katharsis.

Und genau bei dieser Seelenreinigung setzt der Song of the day, „Roots Bloody Roots" an. „I’ll take you to a place where we can find our roots, bloody roots“ schreit sich Cavelera die Bazillen aus dem Haupt. Simpel, wüst, effektiv. Danke und prost.

Katharsis, baby. (Markus Brandstetter)

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