Wien – Leben

Foto: STADTBEKANNT
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Sommerzeit auf dem Balkon – Was ist erlaubt?

8. Juli 2014 • Leben, Wien

Wenn draußen die Vögel zwitschern, die Sonne schon um fünf Uhr morgens ihre Strahlen vom Himmel herabschickt und sich die Temperaturen im Laufe des Tages langsam aber sicher immer weiter in die Höhe schrauben, dürfen all diejenigen, zu deren Wohnung ein Garten oder wenigstens ein Balkon gehört, laut aufatmen. Immerhin bietet sich ihnen die Möglichkeit, den stickigen vier Wänden zu entfliehen und an der frischen Luft bei einem kühlen Getränk zu entspannen. Aber nicht nur das. Balkon und Garten haben hinsichtlich der Gestaltung der eigene Freizeit noch weitaus mehr. So können beispielswiese die eigenen Katzen frei herumstreunen, die Arbeitskollegen und Freunde können jeden Abend vorbeischauen und sich bei einer gehörigen Portion frisch geräucherten Grillfleischs lautstark amüsieren und dabei eine Zigarette nach der anderen qualmen. Und wenn es vielleicht doch so manches Mal ein wenig privater zugehen soll, dann bieten Balkon und Garten doch die optimale Basis für das Ausleben der eigenen Frühlingsgefühle. Oder etwa nicht?

Auch wenn viele Balkonbesitzer und Gartennutzer sich in den meisten Fällen nur wenig Gedanken über dieses Thema machen, ist die Benutzung von Balkon und Garten keineswegs mit unbegrenzten Rechten verbunden. Im Gegenteil, denn eigentlich gibt es relativ viele Regelungen, die das gemeinsame Zusammenleben von Nachbarn innerhalb eines Hauses miteinander ordnen und dazu gehören auch einige Vorschriften bezüglich dessen, was auf dem Balkon und im Garten getrieben werden darf und was strengstens unterlassen werden sollte. Was hierbei in erster Linie zum Tragen kommt, sind juristische Vorgaben, die entweder im Mietrecht oder im Nachbarrecht ausformuliert werden.

Nachfolgend sollen einige Aspekte der Balkon- und Gartennutzung einmal genauer unter die Lupe genommen werden, um zu klären, was genau nun eigentlich auf dem eigenen Balkon bzw. im angemieteten Garten erlaubt ist und was nicht. Es gibt einige Anwaltskanzleien sie sich auf das Nachbarschaftsrecht und viele damit zusammenhängende Aspekte spezialisiert haben, ist es wichtig sich einen Anwalt zu suchen der schon Erfahrung hat und dementsprechend bei weitergehenden Fragen genauere Auskunft liefern kann. Schließlich kann die nachfolgende Präsentation lediglich bis zu einem begrenzten Maß in die Tiefe gehen.

 

Grillfeste und andere Partys

Die Sommerzeit ist immer auch die Grillzeit. Rauschende Feste, leckeres Fleisch mit tollen Aromen in angenehmer Gesellschaft oder eine schnelle Wurst zwischendurch – die meisten Menschen können sich einen Sommer ohne regelmäßiges Grillgut auf dem Teller gar nicht mehr vorstellen, aber ist das überhaupt erlaubt? Grundsätzlich gilt die Regelung, dass Grillen auf dem Balkon oder im Garten nicht per se verboten ist. Einzige Ausnahme hiervon bildet die Option, dass der Vermieter ein derartiges Verbot bereits im Mietvertrag zum Ausdruck bringt. Wer einen solchen Mietvertrag unterschreibt, muss sich selbstverständlich in jedem Fall an diese Vorgaben halten.

Darüber hinaus kann grundsätzlich zwischen Grillen auf dem Balkon oder im Garten unterschieden werden. Auch zwischen den verschiedenen Grillarten existieren Unterschiede, die bereits in Bezug auf die unterschiedliche Rechtsprechung zur Verwendung gekommen sind. Das Ganze soll nachfolgend ein wenig genauer erklärt werden.

Das Ziel von Nachbar- und Mietrecht ist es, das Zusammenleben und Miteinander zwischen Mietern, Vermietern und Nachbarn möglichst strukturiert zu regeln. Hierfür dient als oberste Prämisse der Leitsatz: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Beim Grillen entsteht, sofern nicht etwa auf einen Elektrogrill zurückgegriffen wird, eine Rauchentwicklung, die beim Fleisch zwar für genau das richtige Aroma sorgt, dem Nachbarn auf dem Balkon darüber allerdings die Tränen in die Augen treibt. Etwas Derartiges kann ihm vielleicht einmal im Monat zugemutet werden, im Normalfall allerdings nicht jeden Tag. Auch im Garten sollte der Holzkohlegrill nicht jeden Abend angeschmissen werden, denn auch wenn sich der Rauch dort leichter verzieht, könnten andere Anwohner sich gestört fühlen.

In Bezug auf die rauschenden Partys, die im Sommer gern ins Freie verlegt werden, gilt prinzipiell gesehen dasselbe, was auch für Partys in der Wohnung vorgeschrieben ist. Hin und wieder dürfen kleinere Feste durchaus erfolgen, so lange sie im Rahmen bleiben, eine gewisse Laustärke nicht überschritten wird und die anwohnenden Nachbarn in weiser Voraussicht vorgewarnt werden.

 

Rauchen auf dem Balkon

Viele Raucher kennen es: Man möchte dem Laster unbedingt weiter frönen, aber die eigenen vier Wände sollen dadurch nicht unbedingt belastet werden. Um also die Gerüche in der Wohnung frisch zu halten, verziehen sich gerade im Sommer viele Raucher auf den angeschlossenen Balkon und genießen ihre Zigaretten dort. Bis zu einem bestimmten Maß kann dies sicherlich in Ordnung sein, möchte man denken, aber grundsätzlich gilt, dass auch diesbezüglich auf die anderen Anwohner Rücksicht genommen werden muss.

Wer also ununterbrochen auf dem eigenen Balkon raucht und dabei alles um sich herum vergisst, muss sich nicht wundern, wenn früher oder später ein Sachverständigen vor der eigenen Tür steht, der eine Messung der Luftqualität vornehmen möchte. In diesem Fall kann es nämlich sein, dass einer der Nachbarn sich durch die Rauchgewohnheiten des Betreffenden in seiner Lebensqualität beeinträchtigt fühlt. Kann diese Art der Belastung von seiner Seite aus nachgewiesen werden, führt dies unter Umständen zu Konsequenzen für den Raucher.

 

Liebe auf dem Balkon

Im Sommer werden viele Pärchen immer wieder von ihren romantischen Gefühlen überwältigt. Schuld daran sind die Hormone, die durch die gesteigerte Sonneneinstrahlung in Wallungen geraten. Wie aber verhält es sich mit der Liebe auf dem Balkon. Ist diese erlaubt oder könnte einer der Nachbarn dagegen vielleicht Beschwerde einreichen?

Grundsätzlich gilt, dass diejenigen, die ihre Gefühle nur schwer unter Kontrolle haben, sich beim ersten Anflug von romantischen Gefühlen lieber gleich hinter verschlossene Türen zurückziehen sollten. Denn auch in Bezug auf die Liebe gilt, dass andere sich hierdurch nicht gestört fühlen sollten. Eine Belästigung kann in Bezug auf diesen Spezialfall übrigens nicht nur hinsichtlich akustischer Faktoren, sondern auch durch visuelle Aspekte erfolgen und zu einer Abmahnung durch den Vermieter führen.

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