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Sonne (c) STADTBEKANNT
Sonne (c) STADTBEKANNT

Sommerloch zuschütten!

23. August 2013 • Skurriles

Das Sommerloch – wir alle fürchten es und dennoch vermag niemand etwas dagegen auszurichten. Um jenen vielbeschworenen Ort ranken sich unzählige Sagen und Gerüchte – wo genau ist er? Kann man seine Ausdehnung verhindern, ähnlich dem Ozonloch? Und ist es möglicherweise sogar ein interessantes Ausflugsziel, wenn das – naja – Sommerloch wieder zuschlägt?

Diese kosmische Verschwörung ist tückisch, denn dann kriechen aus dem gefürchteten Sommerloch all jene Geschichten und Begebenheiten, für die sich sonst keiner interessiert. Stadtbekannt hat für euch zusammengefasst, auf welchen Ebenen sich das Sommerloch gemeinhin gegen uns wendet, damit ihr euch für das, was da noch kommen wird, wappnen könnt.

 

Die Natur

Ein Kennzeichen des Sommerlochs ist, dass sich die Natur gegen die Menschen zu stemmen beginnt. Hitze und Langeweile machen auch sie gereizt, was sich zumeist jedes Jahr in „noch nie da gewesenen Hitzewellen“, Regenphasen oder Gewitterfronten äußert.

Besonders in Österreich beliebt: Die Jahrhundertflut. Die gibt es seit einem guten Jahrzehnt in regelmäßigen Abständen und sie beschäftigt Medien und viele Haushalte über einen längeren Zeitraum. Da sich derlei Ereignisse für unseren Geschmack allerdings zu sehr zu häufen beginnen, wollen wir anregen, dass sich das liebe Sommerloch doch Lückenfüller mit weniger zerstörerischem Effekt ausdenkt. Zum Beispiel so etwas:

 

Das Tierreich

Das Sommerloch spuckte besonders in vergangenen Jahrzehnten sehr Unterhaltsames aus dem Reich der Tiere aus. Wohl bekanntestes Beispiel ist das Monster von Loch Ness, das im Sommer 1975 von dem Fotografen Sir Peter Scott endgültig einen wissenschaftlichen Namen – „Nessiteras rhombopteryx“ – bekam und seitdem hochoffiziell als Sommerloch-Nessie durch den See paddeln darf.

Da Österreich zwar viele Seen aber leider keine Seeungeheuer hat, haben sich die Dependancen des Sommerloch in den Alpenrepubliken zusammengeschlossen und den „Problembären“ erfunden und (leider auch) erlegt. So gab es in regelmäßigen Abständen flauschige Waldbewohner, die so dumm waren, sich immer wieder blicken zu lassen und so bereits mit einer Tatze im Sommerloch feststeckten. Damit das Sommerloch aber nicht als Spielverderber dasteht, gibt es den Bären recht unpersönliche Namen, weil man um einen „M13“, wie das jüngste Opfer heißt, nicht so sehr trauern kann.

 

Die Kunst …

Als wäre es nicht schon genug, dass sich Natur und Tier im Sommerloch auf die dunkle Seite der Macht zu stellen beginnen – auch die Kunst hat bekanntlich Leichen im Keller und die scheuen sich nicht, in den Sommermonaten herauszukriechen. Ob nun auf Film gebannt oder als geschriebenes Wort – das Sommerloch hat für alle Geschmäcker etwas, das man garantiert nie wissen, sehen oder hören wollte.

Ein ewiger Klassiker, der uns befürchten lässt, dass das Sommerloch einen nicht enden wollenden Vorrat davon auf Lager hat, ist der Sommerhit. Alle Jahre wieder quält uns ein sinnentleerter, monotoner Sommersong, den man in jedem deliriumähnlichen Zustand mit der letzten überlebenden Hirnzelle mitgrölen kann.

 

… und was sich dafür hält

Auch filmisch hat das Sommerloch einiges zu bieten: Mit Schrecken erinnern wir uns an Folterinstrumenten wie den letzten Teil der Twighlight-Saga („Biss es unterträglich wird“), der im Sommer 2010 den Kinobesuch zu einem recht blutleeren Erlebnis machte.

Den wohl jüngsten Schrecken verbreitete das Sommerloch unter den Literaturfans, die sich immer auf ihrem hohen Ross und damit auf der sicheren Seite wähnten. Bis „Shades of Grey“ kam – der dreiteilige Hausfrauen-Bondage-Softporno, der uns den Sommer letzten Jahres in Atem hielt, ständig in der Angst, der nächste Sexualpartner könnte sich von dem lüsternen Taschenbuch etwas zu sehr inspiriert haben lassen.

 

Das Universum

Wer einen Draht zum Übersinnlichen hat, dem sei gesagt – das Sommerloch schlägt auch hier zu! Aufmerksame Sommer-Opfer hätten bereits im Jahre 1947 erkennen können, dass das Sommerloch eine umfassendere Verschwörung als lediglich die der C-Prominenz und Hinterbänkler diverser Parlamente ist. Denn im Juli 1947 ereignete sich der so genannte „Roswell-Zwischenfall“, bei dem irgendwo in der US-Amerikanischen Pampa ein UFO gesichtet worden sein soll. Das alleine wäre ja nicht so bemerkenswert, aber dieses eine „Ereignis“ lieferte Stoff für beinahe unendlich viele, grauenhafte Sommerloch-Füller und ist daher als die hassenswerte Ur-Mutter der übersinnlichen Sommerloch-Geschöpfe zu sehen.

 

Und sogar „Er“

Wem Aliens nicht reichen und wer den Fingerzeig von ganz oben braucht, dem sei gesagt: Das Sommerloch erreicht seinen Höhepunkt, wenn sogar Gott langweilig wird. Dann schickt er alle paar Jahre ein kleines Wunder, lässt dem einen oder anderen ein paar Stigmata über Nacht wachsen oder aber er greift auf einen Klassiker zurück – die Reliquie. Neuerdings können Gottergebene in die Türkei pilgern, denn dort wurde ein Teil des Kreuz Jesu gefunden – das wird zumindest berichtet.

 

Sommerloch zuschütten!

Wer sich jetzt nicht informiert, sondern gar verängstigt fühlt und diesem leidigen Sommerloch ein Ende setzen will, dem sei gesagt: Stadtbekannt war für euch aktiv, hat recherchiert, wo denn dieses Tor zu Hölle genau liegt und hat es herausgefunden: Sommerloch ist eine Gemeinde in Rheinland-Pfalz! Damit ist unser Vorhaben ja leichter als gedacht!

 

Anfragen bezüglich gemeinsamer Busreisen werden gerne entgegengenommen, Schaufeln und Küberl sind bitte selbst mitzubringen!

 

Nadja Pospisil

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