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Ausblick über Wien (c) STADTBEKANNT
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Soll Wien das größte Hundstrümmerl suchen?

19. September 2011 • Skurriles3 Kommentare zu Soll Wien das größte Hundstrümmerl suchen?

Vor kurzem wurde in Wien die nervigste Ampel gesucht und gefunden. In einem Kopf an Kopf-Rennen kam es schließlich zu einem erdrutschartigen Sieg der Kandidatin der größten Oppositionspartei „Alsergrunder Nervtöter.“ Die Ampel an der Ecke Währinger Gürtel/ Nußdorfer Straße regiert seither mit absoluter Mehrheit unter Wiens nervigsten Ampeln.

Aber mit Ampeln alleine ist es nicht getan. In vielen Bereichen, in denen bisher die harte Knute feudaler Herrschaftsverhältnisse tobte, sehnt sich das geknechtete Volk nach Wahlen und Mitbestimmung. Stadtbekannt hat sich die Bereiche angesehen, in denen diesbezüglich in Wien der größte Bedarf herrscht.

Wiens größtes Hundstrümmerl: Endlich einmal eine Wahl, die das Gemeinsame über das Trennende stellt. Die beiden stärksten Fraktionen der Wiener Bevölkerung, HundehasserInnen und HundebesitzerInnen könnten endlich in einer gemeinsamen Aktivität ihre Differenzen überwinden. Während die einen mit stolzgeschwellter Brust von der Großtat ihres Wauzis berichten können und ihn in den siebten Hundstrümmerlhimmel loben, können die anderen sich einmal mehr darin bestätigt sehen, dass in keinem Grätzl die Trümmerl größer sind als in ihrem.

Wiens grantigste Öffi-BenutzerInnen: Außerhalb von Wien ist er längst sprichwörtlich, der Wiener Grant. Nach Meinung der meisten BundesländerbewohnerInnen überkommt einen beim Anblick der grantigen Gesichter in den Wiener Öffis akuter Weltschmerz und der Wunsch, dem eigenen Tod ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Diese Annahmen sind natürlich maßlos übertrieben, und doch gilt es festzuhalten: Sonnenschein ist anders und jedenfalls nicht die Grundstimmung der Öffi-BenutzerInnen. Was läge da näher, als die grantigsten und missmutigsten Öffi-BenutzerInnen zu wählen? Für die gibt es dann einen Preis und so kommt es zu einer win-win-Situation, denn die SiegerInnen vergessen vor lauter Freude über den Gewinn ihren Grant, während die anderen Öffi-BenutzerInnen so akribisch auf der Suche nach Grant im öffentlichen Raum sind, dass sie sie lieber gar nicht mehr zum grantig sein kommen.

Wien sucht den Super-Bobo: Morgens halb zehn in Wien. Ein neuer Tag beginnt mit neuen Sorgen über den steigenden Rechtspopulismus in der Hauptstadt, der Karin F. schon in der vergangenen Nacht höchst unrund in ihrer Biobaumwolldecke schlummern ließ. Doch als die Webdesignerin sich schließlich doch erhebt, um in ihrem Heim-Enzi den Falter zu lesen und sich einmal mehr zu ärgern, dass es keine iPad App gibt, vergießt sie fast vor Schreck ihren morgendlichen Caffe Latte, als Klein-Lauriz das Zimmer betritt und ganz ungeniert an einer Knabberwurst aus garantiert nicht biologischem Anbau mit höchst unverträglichen Geschmacksverstärkern kaut. Gratuliere, Frau Karin F., Sie haben beste Chancen auf die diesjährige Wahl zum Super-Bobo. Als Preis ist diesmal eine lebenslängliche Mitgliedschaft im Neubauer Solidarrat der mexikanischen EZLN ausgeschrieben.

Wiens tollste Touri-Klischees: TouristInnen, die mit Scheuklappen entlang der üblichen Touri-Trampelpfade durch Wien wandern, müssen die Hauptstadt für eine Art europäisches Monarcho-Disneyland ohne Queen, aber dafür mit Sissi halten. Aber wer gewinnt den großen Preis als nervigstes Klischee? Die Mozartdoubles zwischen Oper und Burggarten? Sissi LaiendarstellerInnen? Lebende Statuen am Stephansplatz? Oder gar die FiakerfahrerInnen? Schwer zu sagen, zum Glück kann man fast jeden Disput, zwar nicht gerade am besten, aber auch, mit einer zünftigen Schlägerei regeln. Roms „Gladiatoren“ haben das erst unlängst mit einer Massenschlägerei vor dem Kolosseum vorgemacht. Warum nicht auch in Wien? Last man/ woman standing in diesem modernen GladiatorInennkampf, würden dann den hart verdienten Titel des tollsten Touri-Klischees mit nach Hause nehmen.

Wiens „bester“ Würstel, Kebap, Asianoodles Shop: Sie sind wie die Perlen in Muscheln: selten, aber kostbar. Zwischen Magenverstimmung und Altölresten finden sich die Schätze unter Wiens Essensstandln. Wann immer jemand im Freundeskreis zur Suada ansetzt, dass man weder in Berlin, Bern, noch selbst in Affenhausen des Nächtens so schlecht essen würde wie in Wien, hebt jemand zur üblichen Verteidigung an, dass sein/ ihr Würstler, Noodler oder Kebaper um Welten besser sei als der Ruf der Zunft. Selbst für den einen oder anderen Gourmet Maci finden sich Stimmen. Was läge da näher als eine Wahl? Natürlich lässt sich der/ die beste im Vergleich verschiedener Küchen nur durch Fusioncooking ermitteln. Auf Kreationen á la Würstel süß-sauer oder Big Fallafel warten wir bestimmt alle gespannt.

Habt ihr Ideen für weitere „sinnvolle“ Wahlen in Wien, lasst es uns wissen.

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3 Antworten auf Soll Wien das größte Hundstrümmerl suchen? – Verstecken

  1. Charles sagt:

    Ich wäre für Wahlen
    zum "freundlichsten" Hausmeister, oder "ehrlichsten" Schweizerhauskellner.

  2. Maja die Biene sagt:

    Unbedingt!
    Vor allem die IDee mit dem Würstel süß sauer, ist hmmmm lecker?

  3. Kathi K. sagt:

    Vielleicht
    die sapnnendste, aufregendste und international bekannteste Band am Donauinselfest.

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