Wien – Grätzltipps – 19. Döbling

Sievering (c) STADTBEKANNT Zohmann
Sievering (c) STADTBEKANNT Zohmann

Sieveringer Weingenuss

9. August 2015 • 19. Döbling, Heuriger, Stadtspaziergänge

Heurigen-Tour durch Sievering

Der passionierte Weintrinker kann in Sievering so manchen Genussmoment erleben: Unsere Heurigen-Tour beginnt entlang der Sieveringer Straße.

Sievering… ein Dorf in der Stadt! Schon in früheren Zeiten zog es die Bürger Wiens (mit Fresspackerl ausgestattet) dorthin, um sich in einer Toreinfahrt, in einem Hof, Garten oder Keller dem Weingenuss hinzugeben. Auch wenn die Sieveringer Straße heute wohl deutlich mehr befahren ist als damals – im Herzen der Heurigen konnte es seine frühere Ruhe und Idylle bewahren.

 

Wein oder Erdbeerbowle?

Sievering Nepomuk (c) STADTBEKANNT

Sievering Nepomuk (c) STADTBEKANNT

Diese Idylle finden wir zum Bespiel beim Schreiber Gustav. Die Nummer 58 der Sieveringer Straße wird vom Heiligen Nepomuk bewacht, der dem Heurigen auch seinen Beinamen gab und der verantwortungsbewusst an der Straße Stellung bezogen hat. Die breite, gepflasterte Auffahrt zum Haus vermittelt den Eindruck, man besuche einen guten Freund. Im urigen Gastgarten nehmen wir an einem der Tische unter schattenspendenden Bäumen Platz und verkosten ein Gläschen Eigenbauwein.

Sievering 3 Kugel (c) STADTBEKANNT

Sievering 3 Kugel Schachinger (c) STADTBEKANNT

Weiter geht’s die Sieveringer Straße entlang und mit ein bisschen Glück können wir im 3 Kugel Schachinger unseren nächsten Stopp einlegen. Das Glück hängt in diesem Fall eng mit Timing zusammen – der Heurige öffnet nur samstags seine Pforten. Dann aber ist der romantische Gastgarten einen Besuch wert. Und wer mal eine Pause vom Wein braucht, kann sich hier an der schmackhaften Erdbeerbowle laben.

 

Kleiner Abstecher

Auf unserem weiteren Weg eröffnet sich die eine oder andere Möglichkeit, auch ohne ein Glas Wein in der Hand zu pausieren: Zuerst passieren wir eine alte Weinpresse, unter der es sich gemütlich auf Bänken Platz nehmen lässt. Danach stoßen wir auf die berühmt-berüchtigte Gans Lilli, die einst vom Straßenbahnführer von den Schienen getragen werden musste und heute eisern am Straßenrand die Stellung hält. Wer hier nach rechts in die Karthäuserstraße abbiegt, kann einen kleinen Aufstieg zum Sieveringer Friedhof in Kauf nehmen, um dort mit schönem Blick auf Wien zur Ruhe zu kommen.

 

Endstation!

Die Suche nach gutem Wein geht weiter! An der Endstation des Busses 39A stoßen wir auf zwei weitere Heurige: Da gibt es einmal den Buschenschank Haslinger, der neben dem obligatorischen Gastgarten auch eine gemütliche Dachterrasse anzubieten hat. Und dann ist da noch der Weinbau Draginec, in dessen entzückendem Innenhof wir an einem der wie zufällig angeordneten Tische Platz nehmen und unsere hungrigen Mägen mit Hausspezialitäten oder Sommersalaten füllen.

Sievering Draginec (c) STADTBEKANNT

Sievering Draginec (c) STADTBEKANNT

Gut gestärkt sind wir dem nun folgenden Fußmarsch gewachsen – der letzte Stopp wird beim Weingut Zawodsky eingelegt, das sich etwas abseits der Sieveringer Straße befindet. Doch kommt der schöngeistige Spaziergänger dabei durchaus auf seine Kosten: Der Schulsteig wartet mit wanderähnlichen, teils überwucherten Wegen auf, die zuerst ein Stück bergauf und dann über Stufen wieder bergab führen. Bald eröffnet sich der Blick auf die wunderschöne Kaasgrabenkirche.

 

Gemütlicher Ausklang

Sievering Kirche (c) STADTBEKANNT

Sievering Kirche (c) STADTBEKANNT

Einer Legende verdankt sie ihren Beinamen „Schwalbenkapelle“, wonach während der Türkenbelagerung eine Frau mit Kind vor türkischen Soldaten floh und sich hinter einem Holunderbusch versteckte. Die Soldaten folgten ihren Fußspuren, sahen aber im Busch brütende Schwalben und gingen davon aus, dass sich dahinter wohl kein Mensch versteckte. So konnten Mutter und Kind entkommen.
Mit dieser Geschichte im Kopf spazieren wir nun die Reinischgasse entlang bis zur Nummer 3, wo wir mutig ein eher nach privatem Eingang aussehendes Tor durchschreiten und eine steile Auffahrt hinaufgehen. Hinter dem Haus offenbart sich uns endlich ein malerischer Gastgarten, der das romantisch veranlagte Herz höher schlagen lässt. Mit Blick auf die Weinberge lassen wir den heißen Tag hier mit einem Glas Wein gemütlich ausklingen.

Sievering Zawodsky (c) STADTBEKANNT

Sievering Zawodsky (c) STADTBEKANNT

STADTBEKANNT meint

Wieder einmal hat es uns der berühmte „Edle Tropfen“ angetan. Wir pilgern also in der sengenden Hitze durch Döbling, um uns hie und da im schattigen Gastgarten der Heurigen Sieverings mit einem Gläschen Wein abzukühlen: „Ausg’steckt is“ diesmal unter anderem im freundlichen Gastgarten vom Schreiber Gustav, im herzigen Innenhof vom Gerhard Draginec oder im malerischen Idyll vom Weingut Zawodsky.

Schreiber Gustav

Sieveringer Straße 58
So – Fr: ab 16:00 Uhr

3 Kugel Schachinger
Sieveringer Straße 99
Sa: ab 15:00 Uhr

Weinbau Gerhard Draginec
Sieveringer Straße 170
Mo – Fr: ab 16:00 Uhr
Sa, So & Feiertag: ab 14:00 Uhr

Buschenschank Haslinger
Agnesgasse 3
Di – Fr: ab 14:00 Uhr
Sa, So & Feiertag: ab 11:30 Uhr

Weinbau Zawodsky
Reinischgasse 3
Mo – Fr: ab 17:00 Uhr
Sa, So & Feiertag: ab 14:00 Uhr

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